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Das «Kult-X» taugt nix

Leserbrief – Marc Portmann findet, dass die Kultur-Szene in Kreuzlingen durch das Angebot in Weinfelden und Konstanz eingeklemmt wird. Deshalb soll das Schiesserareal für andere Dinge als das Kult-X genutzt werden.

Leserbrief

(Bild: Peter Olexa/Pixabay)

Ich weiss dass dies ein provokanter Titel ist, aber offenbar wird das von der Jury welche die TKB Kulturmillionen verteilt so gesehen. Von 95 eingegangenen Bewerbungen werden 14 zur Realisierung empfohlen. Das Kreuzlinger Kult-X gehört nicht dazu, es hat nur Platz 23 erreicht. Das mag daran liegen, dass auf Platz 10 der Bau eines «Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrums» in Weinfelden einen Förderbeitrag von 12 Mio erhalten soll. Nun stellt sich die Frage, b es noch einen Sinn macht unter diesen Voraussetzungen weiter am ‹Kult-X› herum zu basteln. Weinfelden liegt im Zentrum des Thurgaus und hat das volle Einzugsgebiet, während es das Kult-X an der Peripherie schwer haben wird, dagegen zu halten. Ganz abgesehen davon, dass in Weinfelden schon das «Thurgauer Theaterhaus» steht und beides zusammen diese Stadt zum absoluten Kultur-Mekka aufwerten wird. Und wenn man in die Überlegungen noch mit einbezieht, dass auch Konstanz ein grosses Kulturangebot hat, ist vorauszusehen dass das Kult-X dazwischen aufgerieben wird. Sparen wir also weitere Kosten für ein aussichtsloses Projekt und nutzen wir das Schiesserareal für nützlichere Dinge.

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3 thoughts on “Das «Kult-X» taugt nix

  1. gino kočí

    Herr Portmann, Sie eröffnen offenbar den im September stattfindenden Kampf um das im Schiesser-Areal entstehende Kulturzentrum mit dem provokanten Titel „Das Kult-X taugt nix“. Sie sprechen die Verteilung der „TKB-Kulturmillionen“ an und verschweigen, dass die Adressaten dieser Gelder laut Bewertungsbericht der vom Kanton eingesetzten Projektgruppe („Die Mittel seien in langfristige Investitionen zugunsten der Allgemeinheit und der kommenden Generation einzusetzen,…“) nicht in erster Linie eigentliche Kulturveranstalter sind; nur 7 % der Gesuche waren aus der kulturellen Ecke eingereicht worden.
    Für deren Anliegen ist hauptsächlich der Lotteriefond zuständig; und genau aus diesem Topf hat der Regierungsrat nun Anfang Mai für das „Kult-X“ einen Beitrag von 170‘000 Franken gesprochen. Offenbar scheint das Kreuzlinger Kulturzentrum in den Augen der zuständigen Jury – zu der, im Gegensatz zur oben erwähnten Projektgruppe, auch Kulturschaffende gehören – doch etwas zu taugen. Nur Sie haben davon scheinbar nichts bemerkt.
    Das Argument, dass Kultur im Schiesser-Areal zwischen Weinfelden und Konstanz „aufgerieben“ werden würde, greift zu kurz. Letztlich ist dies eine Frage der Qualität des Angebots, an der es im „Kult-X“ beileibe nicht fehlt. Dies zeigt nicht zuletzt auch der Zuspruch aus Konstanz.
    Im Schiesser-Areal sind seit einiger Zeit viele engagierte Menschen tätig, die – häufig unentgeltlich – ihre Freizeit investieren, damit auch in Kreuzlingen eine vielfältige Kulturszene entstehen kann, die es verdient, unterstützt zu werden.
    Geben wir dem „Kult-X“ eine Chance!

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  2. Kurt Schmid

    KultX ist fix!

    Man kann es Gemeinderat Marc Portman nicht verübeln, künftig ins Kulturmekka Weinfelden zu pilgern. Sofern er denn an kulturellen Veranstaltungen überhaupt interessiert ist. Im hiesigen Kulturzentrum Kult-X war er anscheinend noch nie. Denn dort hätte er vor Ort feststellen können, ob KultX was taugt oder nicht. Nun ja, er kann das ja nachholen, seit KultX seinen Betrieb wieder hat aufnehmen können.
    Das können jetzt alle, die sich selber ins Bild setzen oder ganz einfach vor Ort Kultur geniessen möchten. Auf http://www.kult-x.ch steht das ganze Programm. Und es stand in dieser Zeitung: Der Kanton Thurgau hat für den Betrieb der Jahre 2021 und 2022 zusammen CHF 170.000 bewilligt. Nicht schlecht für einen Kulturbetrieb mit regionaler Ausstrahlung!
    Was Portmann anscheinend auch nicht zur Kenntnis nehmen will ist die Tatsache, dass mit Kreuzlingen/Konstanz eine städtische Region mit einer Bevölkerung von 100.000 Personen vorliegt. Da muss man den Kreis um Weinfelden tatsächlich bis nach Kreuzlingen ziehen, bis annähernd ein vergleichbares Publikum zustande kommt.
    Kultur ist und war seit jeher ein Standortfaktor. Kreuzlingen ist seit 2006 enorm gewachsen und damit steuermässig erstarkt. Viele der alten und neuen Stadtbewohner und -bewohnerinnen lieben Kultur. Nur können viele nicht abstimmen. Es wäre darum zielführender, diesen Umstand zu beachten als in den alten Krämergeist zurückzufallen. Denn Kultur trägt wesentlich zur Identifikation mit Kreuzlingen bei. Und wem’s hier gefällt, bleibt auch.
    Das überzeugt Sie nicht, Herr Portmann? Ok, wir treffen uns beim Einkauf in Konstanz oder später – wenn sie denn kommt – in der WEGA-Eventhalle namens Kulturzentrum in Weinfelden. Oder lieber doch im Kult-X?

    Kurt Schmid

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  3. Hans Galli

    Unpassende Vergleiche taugen nix

    Gemeinderat Marc Portmann ist der Ansicht, dass Projekte, die nicht in den Genuss der Kantonalbank-Millionen kommen, «nix» taugen. Dieser Logik folgend könnte man ebenso reisserische Titel schreiben wie «Das Kloster Fischingen taugt nix» oder «Das neue historische Museum taugt nix», denn diese Bewerbungen wurden von der Jury ebenfalls nicht berücksichtigt. Es ist für mich unverständlich, dass ein Lokalpolitiker eine kantonale 6000-Platz-Eventhalle mit einer regionalen Veranstaltungsstätte vergleicht und diese gegeneinander ausspielt. Herr Portmann, Sie befürchten, dass das Kreuzlinger Kult-X zwischen den Veranstaltungsorten Weinfelden und Konstanz aufgerieben wird. Glauben Sie denn im Ernst, dass Auftritte von Schülerinnen und Schülern der Musikschule Kreuzlingen künftig in der geplanten Mega-Halle in Weinfelden statt im Kult-X stattfinden werden? Oder die Kammermusikkonzerte der GML Kreuzlingen? Die Jazz-Konzerte? Die Lesungen? Die Proben der verschiedenen lokalen Chöre? Die Filmvorführungen? Die Anlässe der Ludothek? Die Theateraufführungen? Die verschiedenen Bewegungskurse? Nur um einige Beispiele aus dem bereits jetzt reichhaltigen Programm an Aktivitäten im Kult-X zu nennen. Ihre Befürchtung ist unbegründet, Herr Portmann: Das Bedürfnis nach Kultur in unserer Region ist vorhanden, davon konnte ich mich bereits an vielen sehr gut besuchten Veranstaltungen überzeugen.

    Hans Galli

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