/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

Erlebnis- und Lernort am Wasser

Kreuzlingen – Bei der Vergabe der TKB-Millionen wird auch ein Projekt des Kreuzlinger Seemuseums als förderungswürdig berücksichtigt. Dabei soll ein alter Plan in die Tat umgesetzt werden: Ein Steg als Erlebnis- und Lernort.

Christian Hunziker hofft, dass der Steg realisiert werden kann. (Bild: Kurt Peter)

Museumsleiter Christian Hunziker zeigt sich erfreut: «Dass unser Projekt unter den mehr als 90 eingegebenen Ideen einen Spitzenplatz erreichte und somit als förderungswürdig akzeptiert wurde, ist grossartig». Seit 2003 sei von den damals Verantwortlichen die Idee eines Steges in den See ins Spiel gebracht worden, denn: «es war damals schon als schade empfunden worden, dass das Museum keinen direkten Zugang zum See hat». Das damalige Projekt sei nun überarbeitet und erfolgreich eingereicht worden.

Kein Nachbau
«Die Anlage wird aber anders als ursprünglich angedacht kein historischer Nachbau sondern ein Steg mit Vermittlungszielen», erklärt der Museumsleiter. Vier Themenmodule ermöglichten das interdisziplinäre Arbeiten. Bei «Land in Sicht» könnten die Besucherinnen und Besucher die Uferlinie und das Seemuseum in den Blick nehmen. Mit Hilfe von Augmented Reality werde der tatsächliche Blick durch animierte Inhalte überlagert, die innerhalb weniger Minuten die Geschichte des Ufers und damit des Seemuseums erzählten.

Beim Themenmodul «Blick über die Grenze» schaue ein weiteres Fernrohr auf den See hinaus und nehme die deutsche Seeseite in den Blick. «Davor lädt eine spielerische Installation dazu ein, auf einer Tischfläche mittels Kurbeln ein Modell eines Trajekts, einer Eisenbahnfähre, in Konstanz einfahren zu lassen». Informationstafeln gäben Aufschluss über den grenzübergreifenden Warenverkehr.

Vom See zum Museum
Im Themenmodul «Blick ins Seemuseum» gebe eine integrierte Schauvitrine oder ein Allwetterscreen Auskunft über das aktuelle Geschehen im Seemuseum und verweise auf Veranstaltungen. Mit diesem Modul zwischen Aussenbereich und Museum, so Christian Hunziker, «wird eine Verbindung geschaffen, so dass die Besucher vom Steg idealerweise auch den Weg ins Museum finden». Schliesslich ist auch das Themenmodul «Blick unter Wasser» geplant. Eine Art umgedrehtes Periskop gibt Einblicke unter Wasser. Das Periskop biete mit dem Blick unter Wasser einen Perspektivenwechsel und schaffe im Kleinen Verständnis für das Ökosystem See.

Die ursprüngliche Idee, historische Schiffe am Steg zu präsentieren, wird mit dem Themenmodul «Vor Anker gehen», aufgegriffen. In den Steg werden zwei bis drei ausgewählte, wetterfeste historische Objekte integriert, die zum Themenbereich «Hafen» gehören. «Vorstellbar wäre etwa die Platzierung einer Ankerwinde, Pollern oder historischen Abfahrtstafeln, deren Verwendung durch Textschilder erklärt werden». Als Highlight soll in den Sommermonaten ein historisches Boot aus der Sammlung gezeigt werden.

Gesamtsanierung Dauerausstellung
Das Projekt des Seemuseums wurde in der Kategorie «Kleinprojekte» ausgewählt. «Das ist eine Auszeichnung für die Arbeit des Seemuseums seit der Gründung bis heute und belohnt auch die intensive Freiwilligenarbeit», ist sich Christian Hunziker sicher. Der Steg müsse auch im Zusammenhang mit der Gesamtsanierung gesehen werden, die in der Erneuerung der Dauerausstellung in den kommenden fünf Jahren einen nächsten Höhepunkt finden werde. Der Museumsleiter hofft, dass der Steg im Jahr 2023 realisiert ist, dann feiert das Seemuseum das 30 Jahr-Jubiläum. Die Kostenschätzung für den Steg geht von Ausgaben von 842’000 Franken aus, wobei für den eigentlichen Steg inklusive Plattform und Schlipf 454’000 Franken veranschlagt sind. Zur Finanzierung würde der Beitrag aus den TKB-Millionen 625’000 Franken beitragen.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.