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Mit Kunst und Kultur wieder Leben einhauchen

Kreuzlingen – Mit der Veranstaltungsreihe «zimli nöch» unterstützt das Z88 Menschen und ihre Projekte aus der Gegend. Im gleichen Atemzug soll damit auch das Kulturangebot im Allgemeinen wieder angekurbelt werden.

Präsidentin Lisa-Maria Rosenzweig (links) und Künstlerin Estheranna Stäuble (Bild: Sandro Zoller)

«Das letzte Jahr ist kümmerlich zu Ende gegangen, als auch noch die Beiz schliessen musste», sagt Lisa-Maria Rosenzweig, Präsidentin des Kulturvereins Z88. Von Januar bis März herrschte weiterhin Flaute. Zumindest sei die Zeit für Um- und Einbauten wie eine Wand zur Schalldämmung gut genutzt worden. Während den ruhigen Monaten hätten zudem Thomas Meier, der neue Aktuar aus Ermatingen, und sie an der Entwicklung eines neuen der Situation angepassten Programms gearbeitet. «Wir wollten etwas organisieren, das nicht unbedingt mit Musik zutun hat und auch gut funktioniert, wenn die Beiz geschlossen bleiben muss.» Passend zu diesem Vorsatz, sei die Veranstaltungsreihe «zimli nöch» entstanden. Damit wolle das Z88 Menschen aus der Umgebung unterstützen, die sich oder ihr Projekt zeigen möchten. Mit dem Start am 4. Juni kehre auch das Leben zurück in die Räumlichkeiten des Kulturvereins, so Rosenzweig: «Schön zu sehen, dass es doch noch läuft.»

Bilder, Schnaps und Lesung
Corona bedingt gäbe es weder eine Vernissage noch eine Finissage. «Irgendwie verbinde ich eine Vernissage mit einem Glas Weisswein», sagt die Künstlerin Estheranna Stäuble lächelnd. Da zum Zeitpunkt der Programmzusammenstellung noch nicht klar war, ob Lokale im Inneren bewirten dürfen, habe sie zusammen mit der Vereinspräsidentin entschieden, einfach ein Anfangs- und Schlussdatum zu verkünden. Mit ihrer Ausstellung, bestehend aus farbenfrohen Bildern und Zeichnungen, vom 4. bis 25. Juni, macht sie den Auftakt zu «zimli nöch». Zu sehen seien neue und bestehende Werke. «Ein Kernthema habe ich zwar nicht, aber das Thema Konflikt ohne Gewalt floss sicherlich hinein», erklärt Stäuble. Das Aufmacherbild heisst «Haus im Libanon». Nebst aufgehängten Bildern werde es auch eine Dia-Show, begleitet vom Song «Work for Peace» des Musikers Gil Scott-Heron, geben. Aufgrund von Corona könne sie leider nichts ausstellen, das eine haptische Erfahrung mit sich bringen würde.

Am Freitag, 11. Juni, bringen die «Amis Fous», Schnapsbrenner aus Amriswil, ihre Produkte während einer Degustation Interessierten näher. Am Samstag, 12. Juni, findet unter dem Namen «Pesthauch & Blütenduft» eine musikalisch-literarische Lesung mit Martin Weyer und Hugo Niederberger statt. Weitere Infos sind an der Scheibe des Vereinslokal sowie online auf www.z88.ch und Facebook zu finden. Wer ebenfalls auftreten möchte, soll eine Mail an info@z88.ch senden. «Wir nehmen weiterhin gerne Künstler auf, die unseren Schauplatz nutzen wollen», sagt Rosenzweig.

Einige im vergangenen Jahr geplanten Acts seien bereits zwei Mal verschoben worden und lägen weiterhin auf Eis. Wenn es sich mit der aktuellen Situation vereinbaren lasse, könnte die Liste dieses Jahr abgearbeitet werden.

Das Programm am Freitag soll die Beiz ergänzen, aber auch ohne sie funktionieren. «Wir wollen auch niemandem an den Karren fahren. Deshalb achten wir darauf, dass sich unser Angebot unterscheidet», erklärt die Vereinspräsidentin. Es bestehe auch ein lockerer Austausch mit dem Horst Klub und eine Vereinbarung mit dem Kult X zur Verwendung von dessen Räumlichkeiten.

Kooperation mit der Jugendmusik
Lisa-Maria Rosenzweig ist selbst in einem Blasorchester. Deshalb sei ihr Ziel, die Partnerschaft zwischen dem Z88 und der Jugendmusik Kreuzlingen auszubauen. «Ich kann mir eine Blasmusikreihe gut vorstellen. Irgendwann soll es so bekannt sein, dass Musikinteressierte dessen Logo sehen und gleich wissen, um was es sich handelt.» Bis jetzt stünde dieses Projekt aber noch in den Kinderschuhen.

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