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Ein Schritt zur Mehrzweckhalle

Tägerwilen - Eine diskussionslose Zustimmung zur Rechnung, ein überwältigendes Ja zur Teilumzonung und stehender Applaus zum Schluss prägten die Tägerwiler Gemeindeversammlung.

Markus Thalmann wurde als Gemeindepräsident verabschiedet, der Dank ging auch an seine Frau Barbara. (Bild: Kurt Peter)

162 Stimmberechtigte konnte Gemeindepräsident Markus Thalmann am Dienstagabend in der Sporthalle zu seiner 55. und letzten Gemeindeversammlung im Amt begrüssen. Als erstes Geschäft stand die Rechnung 2020 auf der Traktendenliste, die «vom zurückgetretenen Gemeinderat Thomas Gerwig gewissenhaft verfasst wurde», wie Markus Thalmann sagte. Die grosse Abweichung gegenüber dem Budget der Politischen Gemeinde – 2,4 Millionen Gewinn statt 568’000 Franken Verlust – sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen.

Eigenkapital steigt

«Die Steuererträge lagen mit 12, 9 Millionen Franken höher als budgetiert, bei den Grundstückgewinnsteuern konnten knapp 473’000 Franken mehr eingenommen werden», erklärte der Gemeindepräsident. Gegenüber dem Budget zeigten die Bereiche Ordnung/Sicherheit, sowie Gesundheit und Verkehr schlechtere Resultate, die Bereiche Soziale Sicherheit, Umweltschutz und Raumordnung sowie Finanzen und Steuern bessere Zahlen auf. «Aussschlagebend für das hervorrragende Resultat war eine Marktwertanpassung des Grundstückes Hertlerbüel auf 2,2 Millionen Franken».

Bei den Werken schloss das Wasserwerk mit einem Gewinn von 290’000 Franken, das Elektrizitätswerk verzeichnete einen Verlust von 33’500 Franken, der Wärmeverbund einen Verlust von 5814 Franken. Der Gemeinderat beantragte, den Gewinn der Politischen Gemeinde dem Eigenkapital zuzuweisen, ebenso den Gewinn des Elektrizitätwerkes. Die beiden Verlustrechnungen sollen mit der Entnahme aus der Spezialfinanzierung ausgeglichen werden. Einstimmig wurden die Rechnungen anschliessend genehmigt.

Diskussionsgrundlage

Nur wenig Diskussion gab es auch beim Verkauf von 571 Quadratmeter Land westlich der Rheinblickstrasse. Für die Gemeinde ergebe sich eine Win-Win-Situation, «weil auf dem Land keine Hochbauten möglich sind», so Markus Thalmann. Für die MDT Immobilien AG könne die Parkplatzzahl gut erreicht werden und es sei ein guter Standort für die geplanten Solardächer. Der Verkauf ergebe einen Erlös von 285’500 Franken. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Das im Vorfeld der Gemeindeversammlung am meisten traktandierte Geschäft betraf die Teilumzonung der in Gemeindebesitz befindlichen Liegenschaft 356. Die Fläche von 8500 Quadratmeter ist für den möglichen Bau einer Mehrzweckhalle gedacht, allerdings «geht es bei dieser Teileinzonung nicht um die Frage Mehrzweckhalle ja oder nein, sondern um die Grundlage, damit die Diskussion Mehrzweckhalle überhaupt Sinn macht und gestartet werden kann», hielt Thalmann fest.

Zwei Anträge abgelehnt

Der Gemeindepräsident präsentierte sieben mögliche Alternativstandorte für die Anlage, die aus verschiedenen Gründen aber alle nicht oder kaum umsetzbar seien. «Es gibt dabei verschiedene Aspekte: Das Land steht nicht zum Verkauf, es wäre zu teuer, es ist zu klein oder der Standort liegt ungünstig». Vor der Diskussion stellte Christian Schwarz den Antrag, die Teileinzonung auf Eis zu legen und Trainingsmöglichkteiten für Vereine im Baugebiet zu schaffen. Ebenfalls beantrage er eine geheime Abstimmung über die Teileinzonung. Er hatte mit beiden Anträgen aber keine Chance. Die Versammlung lehnte die Zurückweisung mit grosser Mehrheit ab, die geheime Abstimmung wurde mit 110 Nein- gegen 33 Ja-Stimmen abgelehnt.

Walter Müntener bedankte sich im Namen des Einwohnerforums Tägerwilen «beim Gemeindepräsidenten für den Kauf der Parzelle vor zehn Jahren und jetzt müssen wir die Gelegenheit nutzen». Für Marcel Fässler war unbestritten, dass «die Vereine Plätze suchen, dass die Teileinzonung auch eine Einzonung auf Vorrat ist». Markus Thalmann gab zu bedenken, dass die 8500 Quadtarmeter «mehr Spielraum für den Wettbewerb zulassen und nicht gebrauchte Fläche in der Landwirtschaftszone verbleibt.

Die Teilumzonung wurde von der Gemeindeversammlung schliesslich ganz deutlich mit 138 Ja- gegen 17 Nein-Stimmen gutgeheissen. Die letzte Gemeindeversammlung von Markus Thalmann im Amt endete mit einem Dank des Gemeinderates an die Zusammenarbeit und schliesslich mit stehendem Applaus der Anwesenden für die 26 Jahre im Dienste des Dorfes.

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