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«Es ist eine Corona-Rechnung»

Kreuzlingen - Aufgrund ausserordentlicher Faktoren kann die Katholische Kirchgemeinde einen Gewinn in der Rechung 2020 ausweisen. An der Gemeindeversammlung wurde Nora Ahlburg in die Vorsteherschaft gewählt.

Nora Ahlburg ersetzt Elmar Raschle in der Vorsteherschaft. (Bild: Kurt Peter)

60 Stimmberechtige konnte Präsident Beat Krähenmann am Mittwochabend im Ulrichshaus zur Kirchgemeindeversammlung begrüssen. Die Rechnung 2020 wurde von Pfleger Simon Tobler erläutert. Zu Beginn seiner Ausführungen sprach er von einem «erfreulichen Resultat, aber» und verwies darauf, dass der Gewinn von 328’500 Franken nur dank ausserordentlichen Faktoren zustande gekommen sei.

Einige einmalige Beiträge

«Diese Rechnung ist geprägt von der Pandemie», meinte Simon Tobler. Denn die Steuererträge lagen um 170’000 Franken tiefer als budgetiert. Allerdings seien die Auswirkungen der Steuergesetzrevision nicht budgetiert worden. «Doch pandemiebedingt lag der Sachaufwand um 160’000 Franken tiefer, der Unterhalt in die Gebäude um 20’000 Franken tiefer». Auch der Personalaufwand sei gegenüber dem Budget um 220’000 Franken geringer ausgefallen. «Weniger Gottesdienste und weniger Veranstaltungen sind der Grund».

Die Landeskirche habe einen einmaligen Beitrag von 55’000 Franken wegen der Steuergsetzrevision gesprochen. Der Beitrag an die Landeskirche fiel um 100’000 Franken tiefer aus, die Kirchgemeinde bekam zudem einen Beitrag der Denkmalpflege und der Stadt von 50’000 Franken für die Renovation der Chordecke. Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt. Die ebenfalls genehmigte Verwendung des Gewinns sieht vor, mit 170’000 Franken die Solaranlage direkt abzuschreiben, 100’000 Franken dem Liegenschaftsfonds und 58’500 Franken dem Eigenkapital zuzuweisen.

Nora Ahlburg gewählt

An der Kirchgemeindeversammlung wurde Elmar Raschle aus der Kirchenvorsteherschaft verabschiedet. Zur Urnenwahl stand Nora Ahlburg als seine Nachfolgerin. Bei 60 eingegangenen Stimmzetteln waren 59 massgebend, davon entfielen 55 Stimmen auf die Kandidatin. Durch den Rücktritt von Marcel Goldinger musste ein Nachfolger in die Revisisonstelle gewählt worden. Einstimmig war dies Adrian Lang. In das Wahlbüro wurde ebenfalls einstimmig Ursula Surber gewählt.

«Mit einem grossen Umbau des Priesterhauses Bernrain warten wir, bis eine nachhaltige Nutzung gefunden ist», erklärte Beat Krähenmann anschliessend. Der Fokus auf kirchliche und kommerzielle Nutzung bleibe bestehen. «Mit der Montessori-Schule konnte ein Mietvertrag abgeschlossen werden». Im August werde der Schulbetrieb starten, im Sommer gebe es noch kleine Renovationen, um den Schulbetrieb zu sichern. «Nach wie vor gibt es im Priesterhaus Räume, die auch offen für kirchliche Nutzung sind», sagte Beat Krähenmann.

Erste Erfahrungen

«Die Abrechnung Grabkammersystem ist zur Kenntnisnahme, finanziert wurde es durch die Stadt Kreuzlingen, denn wir sind nicht die Besitzer des Friedhofes», sagte Simon Tober anschliessend. Das Budget hatte eine Investition in Höhe von 340’000 Franken vorgesehen, der Aufwand belief sich auf 303’775 Franken. «Das Geschäft ist bereits abgerechnet und überwiesen». Für die Friedhöfe werde ein Gestaltungskonzept erarbeitet, 2023 folge ein Grabkammersystem auf dem Friedhof Bernrain und die letzten Grabkammern auf dem Friedhof St. Ulrich würden 2025 bis 2027 realisiert, so Simon Tobler. Neben Elmar Raschle und Marcel Goldinger wurden an der Kirchgemeindeversammlung auch Martha Egli, Sibylle Pfeifer, Karina Kohler und Rosanna Fumarola verabschiedet. Der seit September 2020 in Kreuzlingen amtierende Pfarrer Edwin Stier berichtet über seine ersten Erfahrungen in der Kirchgemeinde. «Die Situation der Kirchen ist kritisch, aber das dürfen wir nicht skeptisch anschauen». Er hoffe dass es gelinge, den Mitgliederbestand zu halten und er sehe die Chance auf eine Revitalisierung. «Kreuzlingen hat viel Potenzial, nicht nur finanziell. Das neue Seelsorgerteam ermutigt und auch die Vorsteherschaft und alle Mitarbeitenden machen mir Mut», sagte Edwin Stier abschliessend.

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