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Ausser Spesen nichts gewesen

Handball – Der HSC Kreuzlingen kassiert im Spitzenkampf der NLB-Aufstiegsrunde bei Leader CS Chênois nach einer desolaten ersten Halbzeit (7:19) eine empfindliche 21:30-Niederlage. Die Genfer Multikulti-Truppe mit unter anderem sieben Franzosen sind jetzt der Aufstiegsfavorit Nummer 1.

Trainer Werner Bösch. (Bild: zvg)

Eigentlich hatten die Kreuzlinger am Samstagmittag die fünfstündige Carfahrt in die Calvinstadt mit einigen Ambitionen unter die Räder genommen. Das Team von Cheftrainer Werner Bösch wollte einerseits seine Ausgangslage im Kampf um ein Playoff-Ticket weiter verbessern und sich andererseits für die knappe 24:26-Heimniederlage in der Hauptrunde revanchieren. Daraus wurde nichts. Ja, die Kreuzlinger waren in diesem Vierpunkte-Spiel gegen die formstarken Genfer (jetzt 23:1 Zähler aus den letzten 12 Spielen) sogar meilenweit von einem Punktgewinn entfernt. Bis tief in die zweite Halbzeit hinein (40. Minute) erreichte kein einziger HSCK-Spieler auch nur annähernd sein übliches Leistungsniveau. Da führten die entfesselten Genfer bereits hochüberlegen mit 25:9.

Nur vier Tore aus 18 Versuchen aus dem Rückraum
Unfassbar lange 41 Minuten benötigten die Thurgauer, um den überragenden französischen Keeper Bastien Soullier (Abwehrquote 57 Prozent!) zehn Mal bezwingen zu können. Es fehlte dem HSCK schlichtweg an der Dynamik, der nötigen Präzision und am Durchsetzungsvermögen, um die erwartungsgemäss physisch sehr präsente und disziplinierte Abwehr von Chênois aus dem Konzept zu bringen. Dazu machte der HSCK auch nahezu keine «einfachen» Treffer aus acht, neun Metern. Bei Halbzeit hatten die fünf eingesetzten Rückraumspieler aus 18 Versuchen gerademal vier Mal getroffen. Auch die Kreisanspiele funktionierten mehr schlecht als recht. Dagegen schüttelte der Genfer Rückraum mit dem ukrainischen 2,02-Meter-Hünen und dem französischen Routinier Adrien Moliné den Kreuzlinger Abwehrverbund immer wieder gehörig durcheinander. Dazu kam, dass beide HSCK-Keeper für einmal nicht der gewohnte Rückhalt waren.

Auch die Halbzeitpause brachte die Kreuzlinger nicht zurück auf den Pfad der Tugenden, der sie zuletzt so erfolgreich (sechs Siege in Serie) gemacht hatte. Vom 19:7 zogen die Calvinstädter schnell noch weiter weg und erloschen damit auch noch das letzte, ohnehin nurmehr klitzekleine Fünkchen Hoffnung der Thurgauer auf eine Wiederauferstehung. In den letzten 20 Minuten liessen die Genfer die Zügel dann angesichts der zwischenzeitlichen 16-Tore-Reserve schleifen. Die Miniaufholjagd zum 21:30-Endstand verdankten die Thurgauer deshalb weniger einer famosen Leistungssteigerung ihrerseits, sondern viel eher dem Nachlassen der Gastgeber. Immerhin bewiesen die HSCK-Akteure in der Schlussphase eine intakte Moral.

Unter Zugzwang
Durch die Niederlage in Genf ist der HSC Kreuzlingen zwei Spieltage vor Schluss der NLB-Aufstiegsrunde auf Platz vier zurückgefallen. Während Chênois mit 26 Punkten bereits mit mindestens einem Bein im Aufstiegsplayoff steht, werden der Qualifikationssieger SG Wädenswil/Horgen (23), Stäfa (23) und Kreuzlingen (22) das zweite Finalticket unter sich ausmachen. Die Thurgauer müssen in jedem Fall noch ihre beiden Heimspiele gegen Stäfa am Mittwoch, 20 Uhr, und Gossau am Samstag, 19 Uhr, gewinnen, sind dann aber immer noch auf Schützenhilfe angewiesen. Wädenswil/Horgen, das am Pfingstmontag noch eine bittere 31:24-Heimniederlage gegen die Kreuzlinger kassiert hatte, besitzt nun doch wieder die besten Karten auf Platz zwei und somit auf die Playoff-Teilnahme, zumal die Zürcher das auf dem Papier leichteste Schlussprogramm haben.

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