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Den Leidensweg stoppen

Gesundheit – Das Ziel eines Physiotherapeuten ist es, die körperliche Funktionsfähigkeit des Patienten zu verbessern, Schmerzen zu lindern und wenn möglich auch zu stoppen. Bereits der griechische Arzt Hippokrates vertrat diverse medizinische Auffassungen, die noch heute Geltung haben.

Die Wirbelsäule ist meist primär das Problem von Patienten, die eine Praxis für Physiotherapie aufsuchen. (Bild: Serhii G./Pixabay)

Die Physiotherapie ist eine eigenständige Disziplin der Schulmedizin und bildet einen Teil der Grundversorgung. Der Verband Physioswiss schreibt zum Berufsbild des Physiotherapeuten, dass sie Experten für körperliche Funktionsstörungen und Schmerzen sind. Unteranderem leiten sie den Patienten auf dem Weg zu besserer Gesundheit an, unterstützen dessen Autonomie und fördern den Gesundheitszustand. Das Ziel liegt schlussendlich darin, dem Patienten seine einstige Lebensqualität zurückzugeben.

Die Therapeuten sind in der Prävention, Palliativmedizin, Rehabilitation und Akutversorgung tätig. Sie behandeln in Spitälern, Reha-Kliniken, Heimen und Privat- sowie Gemeinschaftspraxen. Wenn es nicht anders möglich ist, wird auch eine Domizilbehandlung angewandt. In den meisten Fällen überstellt der Hausarzt den Patienten an einen Physiotherapeuten. Denn im Gegensatz zu einem Osteopathen ist er kein Erstversorger.

Ursprung liegt lange zurück
Das Wort Physiotherapie kommt ursprünglich aus dem Griechischen und setzt sich aus den Begriffen Physis für Körper oder Natur und Therapeia für Heilung zusammen. Bereits Hippokrates von Kos, der berühmteste Arzt des Altertums, vertrat diverse medizinische Auffassungen, die auch heutzutage in der Physiotherapie vorzufinden sind. An den antiken Olympischen Spielen standen den Sportlern Trainer zur Seite, die dessen «Körperhygiene» gut im Auge behielten.

Wir können aber sogar noch weiter in der Geschichte zurückgehen. Diverse Verfahren und Ansätze sind bereits 2000 Jahre vor Christus in China zu finden. Durch den kirchlichen Einfluss, wurde im Mittelalter Leid und Gesundheit als schicksalshaft angesehen. Damit geriet viel Wissen in Vergessenheit und kam erst wieder mit der Renaissance ans Tageslicht zurück.

Die Analyse ist das A und O
«Am Anfang jeder Behandlung ist die Analyse», erklärt Ehab Hussein von der Therapiepraxis Hussein in Kreuzlingen. Die Erkenntnisse daraus würden dann in den Therapie-Plan hineinfliessen. Da schlussendlich die Qualität der Anwendungen und die Aussicht auf Erfolg auf der Analyse basieren, sei sie von sehr grosser Bedeutung. Einige Informationen sende bereits der Arzt bei der Überweisung des Patienten. So wisse er zum Beispiel, dass ein schmerzendes Bein nicht gebrochen war oder die Probleme an der Wirbelsäule in Verbindung mit einem Unfall begannen. Da Hussein zudem Osteopath D.O. MSc, FH, GDK ist, gelangen Patienten auch direkt zu ihm und vertrauen auf seine Beurteilung der Situation. Je nachdem was er herausfinde, komme dann die Osteopathie oder Physiotherapie zum Einsatz. «Es ist nicht nur ein Vorteil, dass ich beide Welten unter einem Dach anbieten kann, sondern ich sehe dies auch als essenziell an, um eine ganzheitliche Therapie durchzuführen.» Da niemand in allem ein Spezialist sein könne, gingen in der Diagnose manchmal Anhaltspunkte unter. Dies führe zu einer falschen Medikation oder nicht effizienten Behandlung. Ein bekannter Irrglaube, der seit jeher die Runde mache, sei die Meinung, dass bei Muskelverspannungen und -schmerzen der Muskel selbst behandelt werden müsse. «Der Muskel ist nie der Ursprung von Problemen, ausser es besteht eine physische Verletzung wie eine Zerrung», erklärt Hussein. Eine gut funktionierende Zusammenarbeit unter Experten fülle «Lücken» in der Analyse und verhindere dadurch Leerläufe.

Erfahrung und Wissen sind zentral
Im Gegensatz zur Vorgehensweise der Analyse seien die Therapiemöglichkeiten definiert. Dazu gehören etwa die Ultraschall- oder Wärmetherapie, das Training oder die Physio selbst. Ein Training lasse er natürlich nur Personen machen, die fit genug dafür sind. Physiotherapie dürfe aber dennoch nicht als eine Art «Streicheleinheit» angesehen werden. Was aber nun die beste Methode sei oder wie die Anwendungsbereiche kombiniert werden sollten, liege wieder im Ermessen des Therapeuten. Praktische Erfahrung und das Wissen, was funktioniert und was nicht seien deshalb unerlässlich. «Ich kann Personen, die auf der Suche nach einem passenden Physiotherapeuten sind, dazu raten, jemanden zu wählen, der auch die manuelle Therapie anbietet, wie etwa unsere Praxis», so die Empfehlung des Osteopathen und Physiotherapeuten. Leider gäbe es zu wenige Anbieter der manuellen Therapie. Diese fehlenden Kenntnisse könnten die Behandlung weniger effektiv gestalten.

Man müsse mit dem Experten reden und ein Problem nicht zu lange anstehen lassen. «Die Verantwortung liegt nicht nur beim Arzt oder Therapeuten, sondern auch beim Patienten selbst», findet Hussein. Wenn ein Leiden zu lange bestünde, könne das vielleicht auch daher rühren, dass nur die Symptome und nicht der wahre Auslöser behandelt werden. Bei den meisten Personen, die seine Praxis aufsuchen und die Physio zum Tragen komme, liege das Problem primär bei der Wirbelsäule.

Weitere interessante Themen finden Sie morgen im Gesundheitsmosaik, direkt in der physischen Ausgabe der Kreuzlinger Zeitung.

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