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Das Buch zu den Bodenseegärten

Bodensee – In seinem Buch «Die schönsten Bodenseegärten und ihre Geschichte» blättert der Historiker und Gartenexperte Dominik Gügel die grosse Vielfalt der Gärten rund um den See auf. Vom Eiszeitpark bis zum modernen Skulpturengarten stellt er die schönsten Kleinode vor.

Autor Dominik Gügel. (Bild: Helmuth Scham)

Mit «Frömmigkeit und Lust» überschreibt Gügel die Gärten des Mittelalters, die bereits mehrere Teile umfassten: Heilpflanzen im akkurat angelegten Kräuterbeet, eine Rasenbank und duftende Rosen fürs Stelldichein nebenan. So der Patriziergarten von Schloss Arenenberg. Im Barock dominierten französische Gärten mit strenger Symmetrie wie in Salem oder Bischofszell. Im 18. Jahrhundert wurde der Landschaftsgarten aus England importiert: Überraschende Aus- und Durchblicke prägten nun die Gestaltung, Blumenbeete wurden verbannt. Zu besichtigen beispielsweise beim Schloss Kisslegg oder im schweizerischen Rorschacherberg um das Schloss Wartegg. Bürgerliche Gartenbesitzer übernahmen die Ideen und integrierten sie in ihre Villengärten.

Schloss Arenenberg. (Bild: Napoleonmuseum Thurgau)

Eldorado für Gartenfreunde
Bis heute finden sich Gärten aller Epochen rund um den Bodensee, der immer häufiger zum Ziel von Gartenfreunden wird. Sie wurden nachempfunden und neu angelegt oder bereits seit Jahrhunderten kultiviert und ergänzt. Themengärten stellen eigene Welten dar, oft Künstlern oder Literaten gewidmet, die den See als Inspiration und Rückzugsort schätzten. So der Garten der Familie Dix in Hemmenhofen oder der Mia- und Hermann-Hesse Garten in Gaienhofen. Bauerngärten wiederum gab es zu allen Zeiten, als Kombination aus Nutzen und Freude.

Garten des Schloss Seeburg. (Bild: Sandro Zoller)

Der Autor als Gartenführer
Der profunde Gartenkenner Dominik Gügel führt als Direktor von Park und Schloss Arenenberg manchmal selbst durch die Gärten. Das Anwesen in Salenstein, Kanton Thurgau, ist zugleich Sitz des Vereins Bodenseegärten, des internationalen Netzwerks für Parks und Gärten rund um den See, als dessen Präsident der Autor ehrenamtlich tätig ist. In seinem neuesten Buch weiss er die Liebe zur Geschichte mit dem Hang zum Garten aufs Beste zu verbinden.

Das Buch: Dominik Gügel: Die schönsten Bodenseegärten und ihre Geschichte. Eine spannende Zeitreise. 128 Seiten, circa 90 Abbildungen, Hardcover, Silberburg Verlag, Tübingen 2021.

Italienische Blumenwassertreppe mit einem Wasserlauf aus Calanca-Gneis aus dem Tessin auf der Insel Mainau. (Bild: Sandro Zoller)

Das Netzwerk Bodenseegärten in Kürze
Seit 8 Jahren steht das internationale Netzwerk «Bodenseegärten» für die Gartenschätze der Region und lädt zu Erkundungstouren durch insgesamt 40 Parks und Gärten in allen vier Ländern der Bodenseeregion ein. Die Besucher werden dabei zu Zeitreisenden: Von der Steinzeit über das Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert und in die Gegenwart bewegen sie sich von Epoche zu Epoche und erfahren Gartenbaugeschichte hautnah. Dabei verstecken sich die grünen Oasen mal hinter Zäunen oder Mauern, ein anderes Mal sind es offene Gärten, die mit der umgebenden Seelandschaft verschmelzen und den Blick weit über ihre Grenzen hinaus wandern lassen.

Weitere Infos unter www.bodenseegaerten.eu.

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