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Im Fokus: Weltfinale

Rennsport – Der 13-jährige Rafael Gwizdak ist mittendrin im Wettkampf um den Schweizer Pokal im Kartfahren. Zur zeit belegt er den 2. Rang und gibt alles, um ganz nach oben zu kommen. Denn es steht viel auf dem Spiel: das Weltfinale in Bahrain.

Rafael Gwizdak ist jung und ambitioniert. (Bild: zvg)

Rafael «Picobello» Gwizdak ist 13 Jahre alt und fühlt sich super, wenn er in einem Kart sitzt. Der Rennsportler ist in Spanien geboren, hat den brasilianischen und polnischen Pass und wohnt seit klein auf in Kreuzlingen, wo er zur Zeit die 7. Klasse besucht. Er spricht portugiesisch, deutsch, englisch und polnisch. Da könnte man meinen, dass er auf der Sprachenschiene fährt. So ist es aber nicht. Er ist Sportler durch und durch. Er nennt die Kart-Pisten Europas sein Zuhause. Und dafür trainiert er fleissig und lässt sich von Corona, so gut es geht, nicht einschränken. Zur Zeit arbeitet er auf ein Ziel hin – die Teilnahme am Weltfinale im November in Bahrain.

Mental und physisch auf Kurs
Im vergangenen Jahr debütierte Rafael auf internationaler Ebene in der Kategorie Junior und nahm an mehreren Rennen der Serien ROK Cup und Rotax Max Challenge in Polen teil. Dieses Jahr erreichte er auf dem internationalen Parket den sechsten Platz in der Rotax Max Challenge in Rechnitz, Österreich.

«Zum Glück schränkte mich bis jetzt die Corona-Pandemie im Bezug auf mein Training und die Rennen nicht gross ein. Klar, da sind die verkomplizierten Grenzübertritte und Corona-Tests. Das kostet Zeit, Geld und nervt», sagt Rafael alias «Picobello». Weil er weiterhin im Rennsitz Platz nehmen konnte und privat trainiere, sei er physisch wie auch mental sehr fit: «Den ganzen Winter hindurch habe ich stets meinen Krafttrainings-Plan befolgt, auch nach Rennwochenenden. Zudem trainiere ich so viel ich kann am Simulator, um jeweils die ideale Linie zu fahren.»

1. Etappe: Schweizer Pokal
Der Schweizer Pokal umfasst sechs Rennwochenende. Zwei Wettkämpfe finden in Wohlen, drei in Frankreich und eines in Italien statt. Davon bestritt «Picobello» bereits zwei Rennen. «Von Donnerstag bis Samstag sind die Pisten jeweils für das Training offen. Am Sonntag steht zuerst ein Qualifikationslauf an. Danach geht es an den Start von zwei Sprintrennen. Da sammelt man dann Punkte für das Finalrennen», erklärt der Kartfahrer.

Durch seine sehr gute Leistung in Franciacorta (Italien) und Wohlen liegt er momentan in der Gesamtwertung auf Platz 2.

Geheimrezept zum Siegen
Dieses Jahr sei er in vielen Belangen noch besser vorbereitet. Unter anderem «vereinfache» auch sein neuer hochstehenderer Rennbolide das Ganze. «Eigentlich müsste viel andersrum sein. Denn ich bin der einzige in meiner Kategorie, der die Strecken des Schweizer Pokals noch nie gefahren ist», sagt der Kreuzlinger über den Stand der Dinge. Aber irgendwie scheine es so, dass ihm Pisten, auf denen er das erste mal die Räder zum Rauchen bringe, besser liegen. Das rühre wahrscheinlich daher, dass er ein schnelles Auffassungsvermögen habe und somit Neues rasch in die Tat umsetzen könne. «Am Ende ist es mir egal, ob der Rennkurs kurz, lang, gemächlich oder rasant ist. Ich mag die Herausforderung und die bringt mich nach vorne.» Das Ziel sei immer maximal 0.2 Sekunden langsamer als der beste Konkurrent zu sein. Sein Mechaniker und Trainer, Lukasz Kiwior, sage immer: «Der Schnellste gewinnt nicht immer. Man muss eine gute Pace habe, kämpferisch sein und clevere Entscheidungen treffen können.» Wer Karting seriös betreibe, werde schnell feststellen, dass es eine komplexe Angelegenheit sei.

Es gehöre zum Motorsport dazu, sich laufend an die verschiedenen Bedingungen anzupassen und dies möglichst besser als die Konkurrenz. «Die aktuelle Saison lauft für mich sehr gut. Bis jetzt habe ich kein schlechtes Rennen absolviert», so das überaus positive Fazit von Rafael.

2. Etappe: Weltfinale
Um auf Nummer sicher zu gehen, arbeite er auf den 1. Platz hin. Denn der Cup-Sieger darf automatisch am Weltfinale teilnehmen. Jedes Land stelle aber auch eine «Wild Card» aus, die normalerweise der Zweitplatzierte erhalte. Falls er zu den Glücklichen gehören werde, dann sei klar, dass das Training in Bahrain noch intensiver ausfallen müsse. «Das Level der Fahrer wird viel höher sein. Deshalb werde ich, wie jeder andere Teilnehmer, die drei bis vier Tage vor dem Rennen fest zur Einprägung der Piste und zum Üben nutzen», erklärt der junge Rennfahrer.

Dennoch habe er den Kopf noch frei für den Kampf um «fremde» Pokale. «Manche Länder haben zu wenige Kartstrecken, um für genügend Abwechslung zu sorgen.» Er erhalte zwar keine Punkte für die Qualifikation des Weltfinals, lerne aber dadurch neue Konkurrenten und Pisten kennen.

«Ich habe ambitionierte Pläne. In zwei Jahren will ich im Formel 4 einsteigen. Aber der Weg dahin wird noch schwieriger ohne finanzielle Unterstützung», sagt Rafael. Weitere und laufend aktualisierte Infos, sowie die Möglichkeit bereits als kleiner Sponsor einzusteigen, sind auf www.rafaelgwizdak.com zu finden.

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