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«Viel billiger wird es nicht»

Kreuzlingen - Nach dem Nein zur Umgestaltung der Löwenstrasse hat der Stadtrat eine erste Analyse gemacht. Ein neues Projekt wird Kritikpunkte abschwächen und auf gesetzliche Grundlagen Rücksicht nehmen.

Der Stadtrat nimmt einen zweiten Anlauf zur Umgestaltung der Löwenstrasse. (Bild: Sandro Zoller)

Am vergangenen Wochenende lehnten die Kreuzlinger Stimmberechtigten das Kreditbegehren von 4,38 Millionen Franken mit 53,6 Prozent ab. Nach der Abstimmung sprach der zuständige Stadtrat Ernst Zülle von einer «nun anstehenden Analyse, weshalb eine Mehrheit die Aufwertung der Löwenstrasse ablehnte, obwohl die Sanierung der Werkleitung und Umgestaltung unumgänglich sind».

An Umgestaltung festhalten

In einer ersten Bilanz sieht er die Kosten als ein Grund zur Ablehnung. «Bei den Kosten für den Strassenbau gibt es genaue Angaben, die Erfahrungswerte sind hoch. Wir rechnen mit 350 Franken pro Quadratmeter, solche Projekte sind budgetreu», erklärt Zülle. «Mit dem Nein zur Umgestaltung der Löwenstrasse werden keine Steuern gespart», zeigt er sich überzeugt. Eine Sanierung, um den Ist-Zustand zu erhalten, sei nicht viel günstiger.

Der Stadtrat macht auch darauf aufmerksam, dass die in der Botschaft erwähnten Beiträge aus dem Agglomerationsprogramm von 740’000 Franken bei einem neuen Projekt korrigiert oder ganz wegfallen könnten. «An der Umgestaltung wollen wir festhalten, schon aus Sicherheitsgründen». So müssten die Ausstiegskanten der Busse aufgrund der gesetzlichen Grundlagen bis 2023 erhöht werden.

Trügerische Sicherheit

Zur Ablehnung des Projekts habe wohl auch der geplante Wegfall des Radstreifens geführt. «Radstreifen bieten aber eine trügerische Sicherheit, deshalb haben wir im ursprünglichen Projekt den Mittelstreifen bevorzugt». Ernst Zülle meint, dass auch diese Massnahme zur Ablehnung beigetragen habe. Nach den ersten Überlegungen, wie ein neues Projekt die Mehrheit finden könne, gäbe es noch keine Entscheidung, es seien Vorschläge diskutiert worden.

«Grundsätzlich wollen wir am neuen Parkierungsregime festhalten, weil es deutlich sicherer ist». Auch die Baumreihe soll im Rahmen der Klimaschutzmassnhamen realisiert werden. Um die Pünktlichkeit der Busse zu gewährleisten, werde auf die Bus-Nischen verzichtet. «Sparen könnten wir an den geplanten Stromanschlüssen für Veranstaltungen auf der Löwenstrasse oder der Beleuchtung». Nach wie vor sei es das Ziel, mit dem Bau 2023/2024 zu beginnen. Denn es gebe Fristen beim Agglomerationsprogramm, bei den gesetzlichen Vorgaben und die Werkleitungen müssten saniert werden. «Wenn immer möglich wird die Umgestaltung der Strasse mit der Löwenüberbauung koordiniert».

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One thought on “«Viel billiger wird es nicht»

  1. Gustav Klotz

    Leider hat man bei der Umgestaltung der Löwenstrasse die Velofahrer zu wenig berücksichtigt.
    Heute werden in diversen Städten extra Velospuren eingerichtet, was bei der Umgestaltung der Löwenstrasse völlig fehlt.
    Dass die Velofahrer aufs Trottoir ausweichen kanns ja nicht sein. Aber eine Folge einer Fehlplanung.

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