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Familien gehören zusammen

Kreuzlingen – Am 20. Juni organisierten die Vereine Agathu, Fremde und Wir sowie das Filmforum KuK gemeinsam eine Veranstaltung zum Weltflüchtlingstag.

(Symbolbild: David Mark/Pixabay)

Einleitend sprach eine Vertreterin von Agathu über die aktuelle Situation der Fluchtbewegungen weltweit. In den letzten Jahren habe sich die Zahl der Menschen auf der Flucht aufgrund von Krisen und Kriegen auf 82 Millionen verdoppelt. Zum grossen Teil handle es sich um Binnenflüchtlinge, das heisst Menschen, die innerhalb ihrer Heimatländer auf der Flucht seien und dort unter prekärsten Bedingungen überleben müssten.

«Festung Europa»
Zugleich habe die kleine Zahl an Flüchtlingen, die es bis an die Grenze Europas schaffe, während der letzten Jahrzehnte abgenommen, weil die «Festung Europa» immer mehr ausgebaut werde. Gefährliche Fluchtwege, ein kriminelles Schlepperwesen und Tote im Mittelmeer. Ausbau der Frontex, unheilige Deals mit mehr als fragwürdigen Regimen wie in der Türkei oder Libyen, Behinderung und Kriminalisierung der Seenotrettung und zunehmend katastrophale Zustände in den Lagern an den Aussengrenzen sowie der Ausbau der Lager zu Festungen mit hohen Mauern – all diese Massnahmen sollen die Flüchtlinge abschrecken.

Ziviles Engagement
Dass dabei elementare Menschenrechte missachtet werden, wird vernachlässigt. Die Coronakrise habe die Situation noch deutlich verschärft, sie habe auch alle mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen und so das Wegschauen vom Elend an Europas Aussengrenzen erleichtert. Zum Hinschauen regte anschliessend der Film «Volunteer», den das Filmforum KuK anbot, an. Denn eine Aufforderung zum «Hinschauen» sei auch das Anliegen der Regisseure Anna Thommen und Lorenz Nufer. Indem der Film die ungeheure Belastung einer Flucht von Familien mit Kindern und die Gefahr, auseinander gerissen zu werden, den Zusehenden nahe bringe, greife er das Thema des diesjährigen Flüchtlingstages auf: «Familien gehören zusammen!»

Ohne zu moralisieren zeigt der Film «Volunteer», wie ziviles Engagement ganz normaler Schweizer aussehen kann und er fordert dazu auf, dass die Länder Europas einen Beitrag zur Lösung der Flüchtlingssituation leisten, indem sie höhere Kontingente für Flüchtlinge zulassen, sichere Fluchtwege ermöglichen und unbürokratischen

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