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Das Ende einer Ära

Kreuzlingen - Der Verein Kreuzlingen Tourismus existiert nicht mehr. Die Auflösung wurde an der 146. Generalversammlung einstimmig beschlossen. Kreuzlingen Tourismus ist vollständig in Thurgau Tourismus integriert.

Die Vorstandsmitglieder Christian Waltz, Silvia Cornel, Jörg Sinniger und Thomas Niederberger an der letzten Generalversammlung. (Bild: Kurt Peter)

In der Alten Badi trafen sich die Mitglieder zur letzten Generalversammlung des Vereins. Präsidentin Silvia Cornel sprach von einer «bewegten Vereinsgeschichte, die heute zu Ende geht, aber es gibt eine erfolgreiche touristische Zukunft», zeigte sie sich überzeugt. Der Prozess der Integration habe ja schon lange vor dem Krisenjahr begonnen, 2020 habe zu dieser Umsetzung gedient.

Gelder effizient einsetzen

Das gesamte Team sei durch Thurgau Tourismus übernommen worden. «In enger Begleitung mit dem Vorstand war dies auch für mich persönlich wohl der wichtigste Schritt des Integrationsprozesses», sagte die Präsidentin. Ein neues Büro mit anderer Umgebung, ein erweitertes Team, mehr Hierarchiestufen, viele angepasste Prozesse und Systeme: «Eine geballte Ladung an Neuerungen für unsere Mitarbeiterinnen».

Ein solcher Wechsel bringe neben Verbesserungen und Abstrichen auch ganz viele Chancen. Für sie heisse das «ein Amt weniger». Die Vereinsauflösung stimme sie ehrlich gesagt schon etwas traurig. Sie stehe jedoch auch rückblickend zu 100 Prozent zu diesem Entscheid. «Unsere Region Kreuzlingen wird durch Thurgau Tourismus in eine ausgezeichnet funktionierende Marketing Organisation integriert». Die Synergien der gesamten Region zu nutzen mache absolut Sinn und sei zeitgemäss. Nur so könnten die touristischen Gelder in der Region Kreuzlingen effizient und nachhaltig eingesetzt werden.

Für regionale Projekte

Jörg Sinniger präsentierte die letzte Jahresrechnung des Verein. Dass statt des budgetierten Verlustes von 37’000 Franken ein Gewinn von 10’500 Franken ausgewiesen werden könne. Grundlage des Ertrages seien immer die Beiträge der Gemeinden in Höhe von 190’000 Franken gewesen. Im vergangenen Jahr seien der Personal- und Werbeaufwand deutlich tiefer ausgefallen. So bleibe ein Vereinsvermögen von 92’000 Franken. «Einige Ausgaben müssen noch getätigt werden, der Rest, 84’000 Franken, wird Thurgau Tourismus überwiesen».

Allerdings, so präzisierte Jörg Sinniger, gebe es eine Leistungsvereinbarung über die Verwendung der Gelder. Silvia Cornel verwies darauf, dass regionale Projekte wie Umbau und Optimierung der Geschäftsstelle, Waterbikes oder ein Seerosen- oder Fotorahmenprojekt im Zentrum ständen. Die Rechnung wurde anschliessend einstimmig genehmigt, ebenso einstimmig wurde die Vereinsauflösung beschlossen.

Schlusspunkt eines Prozesses

«Silvia Cornel geht in die Geschichte des Vereins ein», sagte Jörg Sinniger bei der Verabschiedung. Nicht nur, weil sie die letzte Präsidentin gewesen sei, sondern auch, weil sie den Verein charmant geführt habe. Den Verein geführt habe sie auch mit vielen Ideen, kreativ und begeistert, «Und so vermochte sie auch den Vorstand und das Team zu begeistern», sagte Jörg Sinniger.

«Menschen machen Veränderungen möglich», sagte Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. Die Entscheidung von Kreuzlingen zur Auflösung des Vereins sei ein wichtiger Tag auf dem Weg zur Destination Management Organisation (DMO). «Der heutige Tag ist ein wichtiger Entwicklungsschritt für Thurgau Tourismus und er ist der Schlusspunkt unter einen Prozess, der vor zwei Jahren gestartet wurde».

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