/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

SeeBurgtheater bringt die «Schweizermacher»

Kreuzlingen - «Die Schweizermacher» als Musical: Für Regisseur Leopold Huber ein noch immer aktuelles Stück, welches das See-Burgtheater mit witzig-klugen Dialogen und viel Musik auf die Bühne bringt.

Regisseur Leopold Huber. (Bild: Kurt Peter)

Die Bühne als Wohnblock, gestaltet von Damian Hitz, ein «Wohnblock, bei dem die Bewohner selber sagen, wer hereinkommen darf», sagt er selbst anlässlich der Medienkonferenz. Und spricht die Thematik des Stücks an. Mit den Film «Schweizermacher» hat Rolf Lyssy in den 1970er Jahren die Kinosäle gefüllt, die Komödie wurde Kult. Das See-Burgtheater bringt das gleichnamige Musical auf die Bühne beim Seemuseum, «leider gekürzt, wegen der Corona-Auflagen des Bundes», erklärt Regisseur Leopold Huber.

Mehrere Talente gefragt

Für den musikalischen Leiter Philippe Frey «ist die Musik von Markus Schönholzer faszinierend und je länger man sich damit beschäftigt, um so genialer ist sie». Er ist Leader der fünfköpfigen Band mit ihm am Piano, Hanno Messmer am Keyboard, Maurizio Trové am Schlagzeug, Fabian Rosenzweig an der Gitarre und Roland Hofer am Bass. Besonders stolz ist Frey auf zwei a capella-Einlagen: «Dieser Chor ist richtig gut».

Choreografin Robina Steyer hat «aus dem Nichts etwas erschaffen, was mir andererseits grosse Freiheiten brachte». Es seien schöne, sehr unterschiedliche Songs zu denen die Choreografie die Geschichten erzähle. Sie windet den Schauspielerinnen und Schauspielern ein Kränzchen: «Im Musical sind mehrere Talente gefragt: Tanzen, Singen, Schauspiel». Diese Truppe schaffe das mit viel Ehrgeiz und Engagement.

Natürlich in Schweizerdeutsch

«Das Thema ist und bleibt aktuell», so Schauspieler Samuel Tobias Klauser. Ein Musical brauche Showelemente und komische Elemente. Das See-Burgtheater bringe die «Schweizermacher» mit Augenzwinkern auf die Bühne. Das sei wichtig, weil «der Einbürgerungsbeamte Max Bodmer (Christoph Wettstein) Sachen sagt, die heute niemand mehr sagt, in den 1970ern aber gesagt wurden». So gesehen seien Sinn und Inhalt seiner Inszenierung der «Schweizermacher» gleich geblieben wie im erfolgreichen Film, meint Leopold Huber. Zum Beispiel: Schön am einbürgerungswilligen deutschen Ehepaar Starke sei es, «wie es sich sich mit dem Schweizerdeutsch abquält».

Das Ensemble ist sich einig: Das Stück müsse im Dialekt gespielt werden. Und es macht sich keine Sorgen, dass das deutsche Publikum die Sprache nicht versteht, denn «schliesslich ist es alemannisch». Für Adrian Burri, der den Einbürgerungsbeamten Moritz Fischer spielt ist klar: «Wir können mit dem Stück auch eine Botschaft mitgeben». Eine Botschaft über Heimat, Wohlfühlen und Geborgenheit. «Denn die Heimat wohnt nicht in einer Lederhose», ist Leopold Huber überzeugt, «und das Thema kann man nicht den rechten Parteien überlassen».

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.