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PH Thurgau: Neue Wege gehen

Kreuzlingen - 109 neue Lehrerinnen und Lehrer für die Vorschul- und Primarstufe erhielten am 10. Juli ihre Diplome. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr konnten die Bachelor-Urkunden diesmal vor Ort im Dreispitz unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln, persönlich übergeben werden.

Bachelorfeier an der PH Thurgau. (Bild: zvg)

In zwei fast identischen Durchläufen wurden die Leistungen der 109 Absolventinnen und Absolventen musikalisch wie auch wortreich gewürdigt. Rektorin Prof. Dr. Priska Sieber zollte den Diplomierten ihren Respekt, haben sie doch fast die Hälfte ihres Studiums unter wechselnden Pandemie-Bedingungen verbracht. Dabei hob sie die Bereitschaft neue Wege zu gehen, die aufgebrachte Geduld, Kreativität und Ausdauer hervor, welches ebenfalls wichtige Attribute für das unmittelbar bevorstehende Berufsleben sind. Ihre Grussworte richtete sie dabei an die im Saal anwesenden Diplomandinnen und Diplomanden wie auch an die Verwandten, Freunde, Gäste und PHTG-Angehörigen, die der Feier per Livestream beiwohnen konnten.

Wirkliches Leben ist Begegnung

Prof. Dr. Daniel Süss, Hochschulratsmitglied und Leiter des Psychologischen Instituts der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, eröffnete seine Rede mit einem in diesen Zeiten sicherlich besonders Aufmerksamkeit erweckenden Zitat des Sozial- und Religionsphilosophen Martin Buber: «Alles wirkliche Leben ist Begegnung». Süss gab Denkanstösse, was Begegnungen in einer digitalen Gesellschaft bedeuten und wie diese stattfinden. Dabei stellte er Fragen, die für die frisch diplomierten Lehrerinnen und Lehrer sicherlich von besonderer Relevanz sind. Etwa, was Menschen, allen voran Kinder, brauchen, um aufzublühen. Dabei stellte er fest, dass die wichtigen Begegnungen sowohl analog wie auch digital stattfinden können, wenn denn die Bedingungen dafür stimmen. Er ging auf die Bedeutung von sozialen Medien und Games für Kinder und Jugendliche ein und verwies auf die so wichtige Life Domain Balance, bevor er allen Absolventinnen und Absolventen vor allem Offenheit und nur das Beste für die Zukunft wünschte.

Fast 100prozentige Jobgarantie

Nach einem musikalischen Beitrag von Absolventin Nina Zollikofer am Klavier, ging Prof. Dr. Matthias Fuchs, Prorektor Lehre, in seiner Ansprache vor allem auf die Zukunft der diplomierten Lehrpersonen ein und nutzte hierfür einen Rückblick auf seinen Studienabschluss vor 36 Jahren. In seinem Abschlussjahrgang 1985 fand nur knapp jede fünfte Junglehrperson eine Festanstellung, da es viel zu viele ausgebildete Lehrinnen und Lehrer gab und der Stellenmarkt ausgetrocknet war. Heute, so Fuchs, hätten die Diplomierten eine fast hundertprozentige Jobgarantie.

Dies bestätigt auch eine vor zwei Wochen durchgeführte Umfrage bei den PHTG-Absolventinnen und -Absolventen. 95 Prozent gaben an, bereits eine Festanstellung mit einem Pensum zwischen 80 und 100 Prozent gefunden zu haben. Von den neuen Lehrpersonen für den Kindergarten, die eine Stelle gesucht haben, bleiben 90 Prozent im Kanton Thurgau. Von den neuen Lehrpersonen für die Primarstufe bleiben rund zwei Drittel im Kanton Thurgau, 13 Prozent zieht es in den Kanton Zürich und 7 Prozent nach St. Gallen.

Nach der Diplomübergabe und dem musikalischen Abschluss von Musik-Dozentin Marina Massolin und Fachbereichsleiter Musik Werner Fröhlich endete eine nicht ganz gewöhnliche, aber dennoch stimmungsvolle Abschlussfeier. Da der anschliessende gemeinsame Apéro aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen entfiel, erhielt jede Diplomandin und jeder Diplomand einen Thurgauer Apéro-Harass für die anschliessende private Feier im kleineren Kreis.

Die diesjährige Auszeichnung des PHTG Fördervereins ging an Diplomandin Alexandra Widmer aus Weinfelden für ihre Diplomarbeit «Rhythmussprachen als Hilfe zum Erwerb von rhythmischen Fertigkeiten».

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