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An die Olympiade schwimmen

Schwimmen – Noah Schmid erreichte beim SC Kreuzlingen einige Erfolge. Er möchte sich aber noch klar steigern. Deshalb nimmt er an einem Förderprojekt des nationalen Schwimmverbands Finnlands teil. Erstes Ziel: Aufnahme im finnischen Nationalteam.

Noah Schmid. (Bild: Jodokus Mezulat)

«Mein eindrücklichstes sportliches Erlebnis war der Gewinn der Bronzemedaille an der Schweizermeisterschaft im Sommer 2018 in der Juniorenkategorie», sagt der 20-jährige Schwimmer Noah Schmid strahlend. Ein weiteres Ereignis, das noch lange in Erinnerung bleibe, sei seine 1. Goldmedaille an einer Region Ostschweiz Meisterschaft (ROS) im Jahr 2017 über 100 Meter Rücken.

Vom Sportplatz ins Schwimmbecken
Die ersten Jahre seines Lebens hat der Kreuzlinger Sportler in London und Helsinki verbracht. In Kreuzlingen besuchte er die Unter-, Mittel- und Oberstufe. Dieses Jahr schloss er das Sport-KV am Talent-Campus ab und wird sich weiterhin dem Sport widmen. «Gemäss meinen Eltern war ich mit drei Jahren zum ersten Mal im Wasser und habe das Schwimmen relativ schnell gelernt», sagt Schmid. Da er jeden Sommer in Finnland verbringe und am Bodensee aufgewachsen sei, gehöre das Element Wasser stets zu seinem Leben.

Dennoch habe er als Kind das Schwimmen noch nicht für sich entdeckt: «Früher hat man mich auf Fussball- und Tennisplätzen gesehen. Erst mit 13 Jahren habe ich zum regelmässigen Schwimmen gefunden.» Der Wechsel der Sportart habe er in gewisser Weise seinem Bruder Aleksi Schmid zu verdanken. Dieser war bereits damals ein erfolgreicher Schweizer Schwimmer. «Deshalb wollte ich es auch einfach einmal ausprobieren. Von Anfang an verspürte ich viel Freude bei dessen Ausübung», schildert Schmid seine Anfänge.

Training bedeutet: sechs Kilometer schwimmen
«Wirklich fest trainiere ich seit ich das Sport KV angefangen habe. Der Schwimmsport ist sehr zeitintensiv. Ich bin etwa 30 Stunden pro Woche im Training», so Schmid, Mitglied des «Schwimmclub Kreuzlingen». In der Regel bedeute dies, dass er pro Woche zehnmal im Wasser sei und zwei bis drei Landtrainings, hauptsächlich im Kraftraum, absolviere. Normalerweise werde in jeder Trainingseinheit hart geübt und bis zu sechs Kilometer geschwommen. «Vor wichtigen Wettkämpfen, wie der Schweizermeisterschaft, wird etwas reduziert. Das nennt man «tapern».»

Auch wenn er sich selbst ein «Spätzünder» nennt, hat sich sein sportlicher Einsatz bereits jetzt ausgezahlt. Seit vier Jahren nimmt er regelmässig an Elite-Schweizermeisterschaften teil, wobei er zweimal auf dem Podest stand und sich mehrere Finalteilnahmen erkämpfte. Daneben holte er an ROS 50 Meistertitel und bestritt mit dem ROS-Kader internationale Wettkämpfe in Genf, Wien und Deutschland.

Spezielles Förderprogramm
Noah Schmid hat finnisches Blut und ist deshalb Doppelbürger. Als er von einem speziellen Förderprogramm des nationalen Schwimmverbandes in Finnland erfuhr, das dieses Jahr startet, sei er hellhörig geworden: «Es haben sich dafür 30 Schwimmerinnen und Schwimmer beworben. Aber nur sieben können daran teilnehmen und ich bin einer davon.» Für ihn sei das ein Zeichen gewesen. Da ihn auch das Konzept anspreche, werde er an diesem Abenteuer teilnehmen.

Noah Schmid in seinem Element. (Bild: Jodokus Mezulat)

Um die restliche Zeit ebenfalls sinnvoll zu nutzen, entschied er sich für ein Studium vor Ort. Denn dafür reiche seine abgeschlossene KV-Ausbildung. «Ich werde Sportberater und -koordinator studieren. Hoffentlich reichen meine Finnischkenntnisse aus, um den Lektionen zu folgen», so Schmid schmunzelnd.

Vorerst sehe sein Plan so aus, dass er die nächsten drei bis vier Jahre in Finnland verbringe. Wie es dann weitergehe, hänge von der sportlichen und schulischen Entwicklung ab. Leider kämpfe er noch mit den Militärbehörden. Sowohl die Schweiz als auch Finnland hätten das Gefühl, dass er im jeweiligen Land den Militärdienst leisten sollte.

«Träumen darf man»
Schmids Trainer sähen in ihm noch ungenutztes Potenzial. «Ich möchte mich sportlich noch klar steigern», sagt der ambitionierte Sportler. Und dafür seien die Trainingsbedingungen in Helsinki um ein Vielfaches besser als in Kreuzlingen. Damit er alles aus sich herausholen könne, müsse er sich aber zuerst einmal in der finnischen Trainingsgruppe wohlfühlen.

Grosse Ziele hat sich der Schwimmer bereits gesetzt: «Ich möchte auf jeden Fall ins finnische Nationalteam aufgenommen werden und mich für Europa- und Weltmeisterschaften qualifizieren. Der Traum jedes Sportlers ist natürlich die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber träumen darf man!»

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