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Erst August-Feier in Güttingen mit Regierungsrat Urs Martin

Güttingen – Der Thurgauer Regierungsrat Urs Martin hielt in Güttingen die 1. August-Ansprache.

Der Präsident der Schützengesellschaft Kurt Hitz findet passende Worte für die Rede von Regierungsrat Urs Martin. (Bild: zvg)

Seit Menschengedenken sei noch nie ein Thurgauer Regierungsrat in Güttingen als Festredner anwesend gewesen. Zumindest wusste niemand der Alteingesessenen, wann das gewesen sein könnte – wohl im letzten Jahrhundert. Der Festredner Regierungsrat Urs Martin, Departement für Finanzen und Soziales, hat mit seiner Präsenz die Feier aufgewertet, nicht zuletzt dank seiner witzigen und prägnanten Rede. Er stand in einer Thurgauer Sonntagstracht am Mikrofon. Mit einem Augenzwickern auf die angebliche Gleichberechtigung meinte er, dass es für Männer – nebst der Werktags-Bluse – nur die Sonntagstracht gäbe, aber bei Frauen existiere auch eine Festtagstracht.

Urs Martin sprach von Herausforderungen bei allen politischen Instanzen, die in der Corona-Zeit stark spürbar gewesen seien. « Es galt, die maximal divergierenden Meinungen auszuhalten; egal was man entscheidet, Kritik ist garantiert». Die Verschiedenheiten stehen den Gemeinsamkeiten gegenüber, unsere Gesellschaft darf nicht auseinanderdriften.

Wir besinnen uns zurück auf die «Grundsätze einer Willensnation», wie es auf der Welt nicht viele gibt, die da sind:

  • Wir leben in einer Konkordanzdemokratie, dadurch kommen Entscheide zustande, die näher beim Volk liegen.
  • Der Föderalismus hilft, dass auf allen drei politischen Ebenen Bund, Kanton und Gemeinden innovative Lösungen zustande kommen, die dann auch ausgetauscht werden.
  • Die direkte Demokratie – wohl nirgends auf der Welt so umgesetzt – ist ein Privileg; der Souverän ist das Volk.
  • Mit unserem Milizsystem bietet sich uns eine Möglichkeit, die mit einer Berufsorganisation an Effizienz nie erreicht werden könnte, siehe Corona-Pandemie.
  • Die Bürgerinnen und Bürger geniessen viele persönliche Freiheiten, denen man Sorge tragen muss. Es herrscht eine Vertrauens- und keine Misstrauenskultur.

Eine gelungene kurze Rede, die Anklang fand und auch verstanden und beklatscht wurde.

Trotz der widrigen und kühlen Witterung versammelten sich ca. 140 Gäste zur 1. Augustfeier beim Schützenhaus Güttingen-Kesswil. Kurt Hitz, Präsident der Schützengesellschaft, übernahm mit seinen Kameraden die diesjährige Organisation der Feier, so dass nebst einem Zelt auch alles für Speis und Trank tadellos vorbereitet war. Dem ganzen Verein sei ein grosser Dank ausgesprochen.

In seinen Worten hat Kurt Hitz auch auf den grossen Erfolg der Schützin Nina Christen aus Wolfenschiessen hingewiesen, die in den nächsten Tagen mit einer Gold- und einer Bronzemedaille aus Tokio in die Schweiz zurückkehren wird. Das Eidgenössische Schützenfest konnte letztes Jahr wegen Covid nicht stattfinden, aber dieses Jahr wurde es im Juni dezentral in den Schützenvereinen durchgeführt. Eine gelungene und kreative Lösung, bei der auch unsere Schützengesellschaft mitmachte und über dem Durchschnitt der bisherigen Leistungen abschloss, sinnierte der Präsident.

Den musikalischen Rahmen zur Feier bildete der Musikverein Eintracht Güttingen. Die 14 Spieler – also etwa die Hälfte des Vollbestandes – machten aber die fehlenden Musiker längst wett. Nebst beschaulichen Musikvorträgen gab es auch rassige Stücke und die Musiker begleiteten uns auch beim Schweizerpsalm und beim Thurgauer Lied. Im Festzelt tönte dies – zusammen mit dem Gesang der Teilnehmenden – sehr imposant und feierlich, fast pathetisch.

Mit seinen einleitenden Gedanken und Worten zum Ausklang verlieh unser Gemeindepräsident Urs Rutishauser dem Fest eine weitere würdige Note.

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