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E-Bus-Einsatz im Test

Kreuzlingen - Ab Montag wird in Kreuzlingen ein Elektrobus im Einsatz sein. Der Test dauert drei Wochen und soll auch als Entscheidungsbasis für einen permanenten Einsatz elektrisch angetriebener Stadtbusse sein.

Der e Citaro fährt ab Montag im Test. (Bild: zvg)

Alle acht bis zehn Jahre wird der Auftrag für den Stadtbus neu ausgeschrieben. Für den zuständigen Stadtrat Ernst Zülle ist dies die Gelegenheit, auch Busse mit Elektroantrieb ins Auge zu fassen. «Der Vertrag mit Eurobus läuft im Dezember 2024 aus, nun gilt es zu prüfen, inwieweit Elektrobusse auf den Kreuzlinger Strecken zum Einsatz kommen könnten». Der Stadtrat werde bei der Neuausschreibung auch prüfen, ob Hybrid, Elektrobusse oder beide Antriebsvarianten zum Einsatz kommen sollen.

Testphase auswerten

Um die exakte Grundlagen für den Stadtbusbetrieb mit Elektrofahrzeugen zu gewinnen, steht ab Montag, 9. August, ein Testbus im Einsatz. «Eurobus stellt das Fahrzeug für drei Wochen zur Verfügung», so Martin Troll, Sachbearbeiter Stadtbus in der Bauverwaltung. Der Mercedes e Citaro bietet 32 Sitzplätze, welche aufgrund der Coronaregeln besetzt werden dürften und verkehre auf den verschiedenen Linien des Stadtbusnetzes, sowohl im Tages- wie auch im Abendbetrieb. «Das Fahrzeug kann drei bis vier Stunden im Einsatz sein, bevor es im Depot Tägerwilen aufgeladen werden muss», ergänzt Martin Troll.

Die Fahrt im Elektrobus ist gratis: «Erstens wollen wir damit Erfahrungen bei Passagieren wie auch Chauffeuren sammeln und zweitens ist das Fahrzeug nicht mit Ticket- oder Entwertungsautomaten ausgerüstet», erklärt Troll. Es sei wichtig, dass die Passagiere ihre Eindrücke und Erfahrungen der Bauverwaltung mitteilten, sagt Ernst Zülle, denn «wir werden nach dieser Testphase die Aussagen auswerten und zu einer der Grundlagen für die weiteren Entscheidungen betreffend Antrieb machen».

Fahrplan und Linien prüfen

Der Stadtrat entscheide im Leistungsauftrag der öffentlichen Ausschreibung, was er vom Anbieter wolle, so Zülle. Im Vorfeld werde eine umfangreiche Studie über den Einsatz von Elektrobussen erarbeitet und eine Testphase durchgeführt. Dafür seien Beiträge vom Kanton zu erwarten, so Martin Troll. Denn es gelte auch, die Antriebsoptionen mit Fahrplan und Linienführung zu prüfen. Der Depotlader brauche zwar keine Infrastruktur auf der Strecke, aber durch die lange Ladezeit müssten mehr Fahrzeuge bereit stehen. Die Batterie Trolley-Systeme gewährten kurze Standzeiten, es müssten aber mehrere Haltestellen mit Panthos ausgerüstet werden.

Für Ernst Zülle kommen derzeit nur zwei Haltestellen für das Trolley-System in Frage: Bahnhof oder Bärenplatz. Dies müsse bei der Neugestaltung des Bushofes Bärenplatz mitberücksichtig werden, «egal, ob das System dann eingesetzt wird oder nicht». Die Elektrobusse sind deutlich teurer als Dieselbusse. Der in Frage kommende Standardbus kostet mit Dieselantrieb rund 350’000 Franken, je nach Ladeart der Batterie kostet ein E-Fahrzeug zwischen 625’000 und 745’000 Franken. Auf die Fahrpreise werde dies aber keinen Einfluss haben, so Martin Troll, diese würden vom Tarifverbund «Ostwind» festgelegt. Zur Finanzierung, so hofft Stadtrat Ernst Zülle, könne auch das in Revision befindliche Parkierungsreglement beitragen. Es sei daran gedacht, aus Bussen und Parkgebühren auch den öffentlichen Verkehr in Kreuzlingen zu unterstützen.

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