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Die Leidenschaft verbindet

Kreuzlingen - Mit und beim Talent Campus Bodensee soll das «Olympic Village» entstehen. Das Ziel: Talente verschiedener Nationen über deren Leidenschaft zusammenbringen und sportlich wie auch akademisch fördern.

Der Talent Campus Bodensee soll Zentrum des neuen «Olympic Village» werden. (Bild: Kurt Peter)

Um einen Beitrag aus dem Erlös Partizipationsscheine Thurgauer Kantonalbank hat sich auch der Club of Brunnegg beworben. Das Ziel ist die Gründung der «Stiftung Olympic Village – Pierre de Coubertin meets Henry B. Dunant». Hinter der Projekteingabe stehen Marcel Hug, Jürg Stahl, Kurt Aeschbacher, Ueli Fisch, Jorim Schäfer und Reto Ammann. «Wir wollen die Weiterentwicklung von etwas Einmaligen, denn der Talent Campus Bodensee ist die einzige von nur vier Swiss Olympic Schools der Schweiz mit integrierter internationaler Schule an einem äusserst attraktiven Standort», sagt Reto Ammann.

Hohes Potenzial

Die Stiftung wolle die Grundwerte der Pioniere Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, und Pierre de Courbetin, Gründer des internationalen olympischen Komitees vereinen. «Die Verbindung von Sport und humanitärem Handeln sind zentrale Elemente unseres Projektes», so Reto Ammann. Das Ziel sei es, Sporttalente aus verschiedenen Nationen über ihre Leidenschaft zusammenbringen. Ausserdem wolle die Stiftung, gemäss dem Programm «Olympic Refugee Youth Elite Athlete Programme» die wenigen Athletinnen und Athleten ohne Nation im Flüchtlingsstatus mit ausgewiesenem sportlichem Talent integrieren und die Chance geben, dem Traum einer Sportkarriere nachzugehen.

Der Talent-Campus Bodensee biete vom Standort, wie auch vom Angebot her ein hohes Potenzial an Einmaligkeit. «Mit dem Olympic Village wollen wir einen Ort der Begegnung schaffen, wo die Leidenschaft zum Sport mit Swissness-Attributen wie Bildung, Neutralität, Humanität und Gastfreundschaft verbunden wird», erklärt Ammann. Ausserdem werde die Nähe zur Grenze thematisiert. Eine Grenze stehe sowohl für «grenzenloses Denken und Handeln, an die Grenzen und darüber hinausgehen aber auch die Wahrung der eigenen Identität».

Nicht berücksichtigt

Zur Unterstützung des Stiftungszwecks beantragte der Club of Brunnegg einen Beitrag von 14,1 Millionen Franken, berücksichtigt wurde das Projekt von der Jury aber nicht. «Wir verfolgen das Ziel so oder so, der Beitrag aus dem Erlös Partizipationsscheine Kantonalbank wäre in die geplanten mobilen Plattformen für Künstler und die Bevölkerung, betreut von Jugendlichen, geflossen. Eine auch seetaugliche Plattform für zweckgebundene Projekte in den kommenden acht bis zehn Jahre von Künstlern und der Bevölkerung mit Bezug zum Thurgau mit eigenen Grenzen oder Gedanken zu Grenzen».

Die Chance der Grenze nutzen, das sei ein weiteres Anliegen der Initianten. «Wir wollen eine Bewegungs- und Begegnungsplattform an der Grenze geben, die Grenze soll darauf offen bespielt werden und sehr mobil einsetzbar und gestaltbar sein». Diese Plattform könne auch im Bereich Event genutzt werden.

Kanton eng eingebunden

Für die Unterbringung der 50 bis 60 Jugendlichen aus beiden Programmen benötigen die Initianten eine entsprechende Unterkunft auf dem Campus-Gelände. «Auf dem derzeitigen Parkplatz gleich neben dem Neubau des Talent-Campus wäre eine entsprechende Fläche», erklärt Reto Ammann. «Wir sehen ein Thurgauer Haus, ein House of Thurgau, das hauptsächlich Unterkünfte in Zweierzimmern beinhaltet». Die Initianten rechnen laut Antrag mit Entstehungskosten von maximal 14 Millionen Franken und einer Eigenfinanzierung von wohl 50 Prozent, da der Boden der Stadt gehört und nur im Baurecht abgegeben wird. Die Initianten sind sich sicher, dass «die Verwirklichung des Projektes und der Stiftungsziele hohe kantonale wie überkantonale Ausstrahlungskraft besitzt». Eine Zusammenarbeit mit dem IOC und die Vernetzung des Projekts mit Bern habe die Kraft, nicht nur eine kantonale Bedeutung zu Erlangen. Das Vorhaben kommt gut an und wird möglichst breit abgestützt. Gespräche in Bern mit mehreren Bundesämtern seien ebenso erfolgt, wie mit Vertretern von Swiss Olympics, des IOC Solidarity Foundation und dem Olympic Committee .

«Der Thurgau als Standortkanton der einzigartigen Swiss Olympic School ist selbstverständlich sehr eng in die Programmumsetzung eingebunden», so Reto Ammann. Das Vorhaben sei einmalig und zwar nicht nur in der Schweiz. «Die TKB PS Erlöse hätten oder würden der Stiftung helfen, dass eine Unterkunft für diese Athleten da ist und gleichzeitig aber auch rund die Hälfte der Gelder für Grenzprojekte, die Kunst und die Bevölkerung mit bespielbaren grenzüberschreitenden Plattformen da sind. Das Kernvorhaben von Coubertin meets Dunant geht aber auch ohne Plattformen und wird derzeit vorangetrieben», hält Reto Ammann fest.

Das Projekt sei dem Stadtrat bekannt und Reto Ammann habe er schon in frühem Zeitpunkt persönlich seine Unterstützung zugesagt, erklärt Stadtpräsident Thomas Niederberger. Der Stadtrat begrüsse das Engagement und als Stadtpräsident freue er sich, dass «ein solch wegweisendes Projekt für unsere Grenzstadt am Entstehen ist. Ich stehe hinter dem Projekt und helfe gerne bei der Verwirklichung mit».

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