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«Nie entmutigen lassen»

Wäldi - Markus Thalmann wurde an der Generalversammlung des Vereins Napoleonturm zum Nachfolger von Gründungspräsident Karl Möckli gewählt. Allerdings nicht ganz diskussionslos.

Reinhard Suhner (links) und Peter Dransfeld (rechts) überreichten Karl Möckli einen Gutschein für einen Zeppelinflug «über Deinen Turm». Bild: Kurt Peter

«Es ist der richtige Zeitpunkt, zurückzutreten», sagte Gründungspräsident Karl Möckli beim Traktandum «Ersatzwahl» an der Generalversammlung des Vereins Napoleonturm im Golfrestaurant Lipperswil. Der vom Vorstand zur Wahl vorgeschlagene Markus Thalmann musste sich allerdings entschuldigen lassen: «Nach 43 Jahren gebe ich musikalisch wieder Vollgas», liess er durch Karl Möckli mitteilen. Vom 15. bis 21. August sei er deshalb mit seinem Cello in einem Musiklager in Arosa.

Thalmann klar gewählt

Thalmann nahm auch Stellung zu seiner Kandidatur: «Er habe als Vizepräsident dem Vorstand signalisiert, dass er das Amt übernehmen werde. Er werde versuchen, die vielfältigen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. «Ich würde es begrüssen, wenn die Standortgemeinde Wäldi im Vorstand vertreten wäre». Dass dies aktuell nicht der Fall ist, nahm Urs Keller zum Anlass, die Wahl von Markus Thalmann abzulehnen. «Ich werde ihn nur wählen, wenn gleichzeitig jemand aus Wäldi gewählt wird», gab er bekannt.

Karl Möckli machte ihn darauf aufmerksam, dass dieses Anliegen rechtlich nicht durchführbar sei, weil es an dieser Versammlung nur eine Ersatzwahl gebe. «Ich habe eine Zusage einer Kandidatur aus Wäldi für die Gesamterneuerungswahlen an der Generalversammlung 2021», gab er bekannt, den Namen dürfe er aber noch nicht nennen. Mehrere Mitglieder setzten sich in der Folge für Markus Thalmann ein, der dann mit der Gegenstimme von Urs Keller auch klar gewählt wurde.

Plattform wird abgedichtet

Die 36 Stimmberechtigten bewilligten einstimmig einen Betrag von 40’000 Franken für bauliche Massnahmen an der obersten Turm-Plattform. «Die ersten Betriebsjahre haben das gewählte Konzept im wesentlichen bestätigt», erklärte Vorstandsmitglied Peter Dransfeld. Allerdings dringe aus der obersten Plattform, vor allem bei Schneeschmelze, mehr Wasser als erwartet auf die Konstruktion, sodass diese länger nass bleibe. «Das kann langfristig schaden, zudem gefährdet Eis die Trittsicherheit». Darum habe der Vorstand Massnahmen geprüft. Vorgeschlagen werde eine Abdichtung der obersten Plattform, wodurch weniger Wasser in die Konstruktion eindringe.

An der Generalversammlung 2020 wurde ein Betrag von 20’000 Franken bereits genehmigt. «Die nähere Prüfung der Kosten durch Einholen von Offerten hat ergeben, dass der genehmigte Betrag nicht genügt», erklärte Dransfeld. Für eine einwandfreie Ausführung müsse mit dem Doppelten gerechnet werden. «Aus diesem Grund hat der Vorstand beschlossen, das Vorhaben nochmals der Generalversammlung vorzulegen».

Dem Verein gehts gut

«Covid 19 hat das Jahr 2020 geprägt und wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben», so Karl Möckli in seinem Jahresbericht. Der Turm sei drei Monate geschlossen geblieben und der geplante Apéro zum dreijährigen Bestehen des Turms habe aus Vernunftsgründen abgesagt werden müssen. «Die geplanten Orientierungstafeln entlang des Naturlehrpfades seien auf gutem Weg. «Die fünf Tafeln werden entlang der Flurstrasse, vom Aufgang des Turms in östlicher Richtung bis zur Gemeindegrenze von Ermatingen, angebracht». Da gegen das Baugesuch keine Einsprachen eingegangen seien, hoffe der Vorstand auf eine Bewilligung in diesem Jahr.

Der von Reinhard Suhner präsentierte Kassenbericht zeigte ein erfolgreiches Jahr auf. Der Gewinn belief sich auf 13’500 Franken, das Eigenkapital auf 56’600 Franken. «Dem Verein gehts gut», so Suhner, was die Mitglieder durch die einstimmige Annhame der Rechnung bestätigten. Das Budget 2021 sieht einen Verlust von 39’000 Franken vor, begründet vor allem mit den baulichen Massnahmen.

Nüchternheit und Beharrlichkeit

Peter Dransfeld verabschiedete Karl Möckli als Vorstandsmitglied, das «von Anfang an mit dem scheidenden Präsidenten zusammengearbeitet hat». Es brauche eine gewisse Nüchternheit und Beharrlichkeit, um etwas zu erreichen. «Karl Möckli hat diese Eigenschaften und er hat sich auch in unruhigen Zeiten nicht entmutigen lassen.» In stoischer Ruhe habe er die unterschiedlichsten Herausforderungen angenommen und «er übergibt einen gesunden Verein und ein fünfjähriges Bauwerk. Ein angemessener Dank ist fast nicht möglich».

Die Mitglieder ehrten den scheidenden Präsidenten mit lang anhaltendem, stehendem Applaus. Karl Möckli selbst nahm «mit doch etwas Wehmut Abschied». Er verwies auf einen wichtigen Termin: « Das 5-Jahr-Jubiläum wird am 20. Mai 2022 gefeiert».  Kurt Peter

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