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Behalten oder verkaufen

Kreuzlingen - An einer ausserordentlichen evangelischen Kirchgemeindeversammlung werden die Stimberechtigten über den Einbau einer Küche in der Sakristei Kurzrickenbach befinden sowie über die Immobilen der Kirchgemeinde diskutieren.

Michael Scheuss, Präsident der Baukommission. (Bild: Kurt Peter)

«Das Open Place wächst, seit dem Gründungsjahr 2014 sind zahlreiche neue Angebote dazugekommen» erklärte Präsident Peter Gysler zu Beginn der Medienkonferenz. Nun schlägt die Kirchenvorsteherschaft den Stimmberechtigten vor, eine Küche in der Sakristei Kurzrickenbach einzubauen.

Gemeinsam kochen und essen

Die Erfolgsgeschichte fand einen ihrer Höhepunkte im Verleih des Zwingli-Preises. Die Begründung: «Das Open Place hat Modellcharakter für eine zukunftsfähige Gemeindeform, die Beispielhafte Verbindung von Verkündigung, Seelsorge, Diakonie und Bildung». Das Nebengebäude der Kirche, die so genannte Sakristei, werde derzeit vor allem durch die VerwertBar genutzt, so Gysler.

«Mit dem Einbau der Küche soll der Suppenzmittag öfter angeboten werden können. Es sollen Kochgruppen gegründet werden, welche aus den Lebensmitteln der VerwertBar kochen und gemeinsam essen». Die Vorsteherschaft rechne mit Kosten von 50´000 Franken, die Mittel sollen über Fundraising zusammenkommen. «37´000 Franken haben wir schon». Wichtig sei, dass die Versammlung der Umnutzung sowie der Defizitgarantie für den Küchenbau am 14. September zustimme.

Konzentration auf das Zentrum

«Nach dem Nein zur Renovation des Kirchgemeindehauses hatten wir Funkstille», sagte Susanne Dschulnigg, Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde. Die Vorsteherschaft sei der Meinung, dass das Kirchgemeindehaus innerhalb des Immobilienportfolios nicht isoliert betrachtet werden dürfe. «Dabei konzentrieren wir uns auf das Zentrum und im Wissen, dass der Verkauf der Kirche Kreuzlingen kein Thema ist, aber eine teilweise Umnutzung schon». Denn die Kirche biete 300 Plätze, am Sonntag seien durchschnittlich 80 Personen anwesend.

Die Überlegungen der Vorsteherschaft basierten nicht nur auf dem Rückgang der Kirchbürger sondern auch auf der Frage, wo Gemeinschaft stattfinde. «Denn die Religion nimmt nicht ab, die Formen verändern sich», erklärte Susanne Dschulnigg. Und deshalb brauche es keine grossen Flächen mehr. Im 1500 Quadratmeter grossen Kirchgemeindehaus seien aktuell 70 Quadratmeter an das Alterszentrum vermietet.

Neubau über Wettbewerb

Michael Scheuss, Präsident der Baukommission, erläuterte die von der Vorsteherschaft erarbeiteten Szenarien. Die erste sehe eine Bedarfsgerechte Sanierung, die Abspeckung des Raumbedarf und eine fixe Teilvermietung des Kirchgemeindehauses vor. Das Pfarrhaus bleibe in seiner jetzigen Form bestehen, die boje werde verkauft. Szenario 2 sehe den Verkauf des Kirchgemeindehauses mit Ersatzneubau neben dem Pfarrhaus vor. «Die boje würde in seiner Form bestehen bleiben, die Wohnungen werden vermietet. Die Jugendarbeit könnte im Anbau des Pfarrhauses untergebracht werden.»

Szenario 3 schlägt vor, das Kirchgemeindehaus zu verkaufen, das Pfarrhaus bestehen und sanieren zu lassen. Für die boje ist ein Neubau angedacht, der den Raumbedarf der Kirchgemeinde decken könnte. «Ein boje-Neubau müsste aber über einen Wettbewerb gelöst werden, um einen Abbruch zu rechtfertigen». Auch das Szenario 4 sieht einen boje-Neubau für den Raumbedarf der Kirchgemeinde vor. Das Kirchgemeindehaus würde im Baurecht verkauft, das Pfarrhaus bestehen bleiben, aber saniert werden müssen. Am 14. September wird die Versammlung in einer Konsultativabstimmung zunächst über zwei Fragen befinden: Kirchgemeindehaus behalten und sanieren oder Kirchgemeindehaus veräussern. Sollte die Mehrheit für den Verkauf stimmen, muss die Versammlung zusätzlich darüber entscheiden, ob die Liegenschaft im Baurecht abgegeben werden soll.

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