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Neue Saison ist im Kult-X

Kreuzlingen – Die Kreuzlinger Kleinkunstbühne startet am 24. September mit vollem Programm im Kult-X.

Schertenleib und Jegerlehner eröffnen die Saison des Theaters an der Grenze. (Bild: Reto Camenisch)

«Es ist eine Weile her, dass sich die Menschen in der bunten Theaterscheune an der Hauptstrasse 55a gedrängt haben», sagt der Präsident des Trägervereins Andreas Heuke. «Wir haben die Pandemiepause genutzt, um über die Zukunft des Theaters nachzudenken.» In der Zwischenzeit ist das Kult-X auf dem alten Schiesserareal an der Hafenstrasse weiter ausgebaut worden. Gleichzeitig sind die Pläne für eine Überbauung des Areals rund um das alte Theater konkreter geworden. «Deshalb haben wir uns entschlossen, mit unseren Stücken in dieser Saison gleich im Kult-X aufzutreten.»

Die Saisoneröffnung des Theaters an der Grenze am 24. September mit Musikkabarett von «Schertenlaib und Jegerlehner» läuft pikanterweise nur zwei Tage vor der Volksabstimmung über die Zukunft des Kult-X. Das Theater sendet also ein Signal als Befürworter des Kulturzentrums. «Wenn die Stimm-Bevölkerung die Finanzierung ablehnen sollte, müssten wir uns auf die schwierige Suche nach Alternativen machen», so Andreas Heuke.

Verschobenes wird aufgeführt
Das Programm «Textur» von «Schertenlaib und Jegerlehner» gehört zu jenen Vorstellungen aus den vorhergegangenen Spielzeiten, die infolge der Covid-19-Massnahmen verschoben werden mussten. Die beiden Musiker aus Bern ziehen alle Register, während sie kabarettistische Kurzgeschichten erzählen und schräge Lieder spielen. Schertenlaib alias Michel Gsell ist Multi-Instrumentalist, und Jegerlehner alias Gerhard Tschan ist Akkordeonist und Sprachrohr des Duos. Die beiden Berner waren schon gelegentlich im Theater an der Grenze zu Gast.

Das Drama «Das kleine Pony», von Susanne Odermatt und Julius Griesenberg, das am 1. Oktober gegeben wird, hätte eigentlich schon im April 2020 laufen sollen. Doch die Premiere in Weinfelden gab es dann erst im Mai 2021. Die beiden Schauspieler verkörpern die Eltern eines Zehnjährigen, der in der Schule gemobbt wird. Schweizer Theaterkabarett gibt es am 22. Oktober – mit fast genau einem Jahr Verspätung. Das Schauspieler-Duo Strohmann-Kauz (Rhaban Straumann und Matthias Kunz) lässt im Stück «Sitzläder – der letzte Stammtisch» seine beiden rüstigen Senioren Ruedi und Heinz aus dem Altersheim abhauen und in ihre alte, längst geschlossene Stammbeiz einsteigen. Dort begegnen sie neuen Bewohnern und alten Bekannten.

Gleich im Anschluss dürfen sich die Zuschauer auf die Liebesgeschichte «Klärli und der belgische Pilot» freuen: Am 23. Oktober erzählt Cornelia Montani – gemeinsam mit den Schauspielern Joe Fenner und Daniel Schneider – vom Leben ihrer Grossmutter. Die Liebe ihres Lebens, den belgischen Piloten, darf Klärli Locher in den zwanziger Jahren nicht heiraten. Sie muss den Dorfarzt nehmen. Ihre Tochter Clairelise Montani veröffentlichte dazu vor drei Jahren den biografischen Roman «Sei lieb mit Klärli». Ihre Enkelin wiederum schuf daraus ein Schauspiel, das amüsant und berührend durch ein paar Jahrzehnte des Lebens von Klärli führt.

Tierisches für Kinder und Erwachsene
Mit vollem Körpereinsatz und virtuos eingesetzten Dialekten entführt Samuel Mosima das Publikum am 27. November in den Zoo, um sich tierisch über menschliche Eigenschaften lustig zu machen. Der Bewegungsschauspieler zeigt in seinem zweiten abendfüllenden Programm «affengaffen», was Uhu, Löwe oder Kamel unter artgerechter Haltung verstehen. Das Theater «Fleisch und Pappe» nutzt zur Darstellung menschlicher Tiere dagegen liebevoll gestaltete Puppen. Das Stück «Unter Artgenossen» am 21. November wendet sich ausdrücklich an Erwachsene. Hund, Kröte, Katze, Gans und Hyäne wohnen beim Hasen zur Miete. Tragikomisch werden Charakterzüge entlarvt.

Für Kinder spielt das Theater Roos und Humbel am 11. Dezember «Tomte, der Fuchs und der süsse Brei». In der Wichtelgeschichte geht es um die Frage, was in der kalten Jahreszeit ein Zuhause ausmacht. Nach der Vorstellung können die Kleinen an Häuschen vorbeilaufen und sehen, horchen oder tasten, wer darin wohnt. Karten gibt es im Vorverkauf unter anderem über starticket.ch oder der Bodan AG Buchhandlung und Papeterie. Infos: www.theaterandergrenze.ch.  

 Inka Grabowsky

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