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Vorzeitig zurück an Stadt

Kreuzlingen - Um den Bestand des Paddelclubs zu sichern, soll ein neuer Baurechtsvertrag abgeschlossen werden. Darüber, und über den vorzeitigen Heimfall einer Liegenschaft am Seeweg, berät der Gemeinderat am kommenden Donnerstag.

Geht vorzeitig zurück an die Stadt: Die Liegenschaft am Seeweg. (Bild: Sandro Zoller.)

Der Paddel-Club Kreuzlingen wurde 1933 gegründet und gehört zu den traditionellen Wassersportvereinen. 1993 wurde auf der städtischen Parzelle 6409 das Vereinsgebäude erstellt. Gleichzeitig wurde mit der Stadt ein Baurechtsvertrag abgeschlossen, der bis 31. Oktober 2027 läuft. «Nun müssen dringende Sanierungen durchgeführt werden, da ist ein neuer Baurechtsvertrag sinnvoll», erklärte die zuständige Stadträtin Dorena Raggenbass.

Wichtig für Weiterentwicklung

Der Vereinsvorstand ersuchte den Stadtrat im März dieses Jahres um eine Verlängerung des Baurechtsvertrages und einen einmaligen Baubeitrag in Höhe von 50’000 Franken. «Aufgrund der vorliegenden Pläne und Hochrechnung muss der Verein für die Sanierung 150’000 Franken aufbringen», heisst es in der Botschaft an den Gemeinderat. Der Verein sei nicht in der Lage, aus reinen Eigenmitteln die Kosten zu tragen. Ein Teil werde mit manuellen Eigenleistungen, ein weiterer Teil aus Eigenmitteln finanziert werden.

Der Paddel-Club plant die Sanitäranlagen zu erneuern und zu erweitern, die Lüftungsanlagen zu ersetzen sowie eine Wärmerückgewinnung einzubauen. Ausserdem ist die Optimierung der Trainingsräume im Innenbereich und der Ersatz der Schliessanlage geplant. Der Baubeitrag von der Stadt Kreuzlingen soll nach Genehmigung des Baurechtsvertrages durch den Stadtrat gesprochen werden.

Eigentlich lebenslang

Das Baurechtsgrundstück umfasst 932 Quadratmeter und der Baurechtszins beträgt 1864 Franken jährlich. Die Stadt als Baurechtsgeberin verzichtet auf die Geltendmachung des Zinses, dieser erscheint im städtischen Budget unter den subventionierten Mieten und Baurechtszinsen im «Sport». Der Vertrag dauert bis 31. Dezember 2054. Dorena Raggenbass ist überzeugt, dass «durch die Verlängerung des Baurechtsvertrages mit dem Paddel-Club der Bestand und die Weiterentwicklung gesichert werden kann». Der Paddel-Club biete verschiedensten Anspruchsgruppen ein abwechslungsreiches Sportangebot auf dem See.

Der Gemeinderat wird am Donnerstag auch über den vorzeitigen Heimfall der Liegenschaft am Seeweg 5A diskutieren. 1987 wurde das ehemalige Ökonomiegebäude der Seeburg im Baurecht an das Ehepaar Helga und Bruno Laager abgegeben. Bedingung war, dass das baulich arg verwahrloste Gebäude stilgerecht renoviert und umgestaltet wurde. Bis zum Ableben, oder bis zum freiwilligen Verzicht auf das Baurecht, wurde dem Ehepaar zugestanden, im Haus zu wohnen und zu arbeiten.

Haus am See zu mieten

Im Herbst 2020 habe das Ehepaar um den vorzeitigen Heimfall gebeten, so Dorena Raggenbass. Das Angebot des Ehepaars bestehe aus dem vorzeitigen Verzicht des Baurechts und damit auf eine Übernahme der Baute durch die Stadt. Ausserdem bot es eine Ablösesumme von 50’000 Franken an. «Um sich ein besseres Bild vom Zustand der Baute und der dringlichen baulichen Massnahmen oder Reparaturen zu machen, wurde das Haus besichtigt», erklärte Dorena Raggenbass. Nach der Bewertung wurde eine Kaufsumme von pauschal 30’000 Franken für einige Innenausbauten vereinbart.

Die Stadt habe derzeit keine Verwendung für diese Liegenschaft. Nach der Auflösung des Baurechtsvertrages würde die Liegenschaft zur Miete ausgeschrieben und je nach Anfrage und Nutzungszweck vergeben. «Der Mietzins richtet sich nach dem ortsüblichen Mittel und hängt im Wesentlichen von zusätzlichen Renovationen ab», heisst es in der Botschaft.

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