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Zur Förderung der E-Mobilität

Kreuzlingen – Seit Montag und noch bis zum 8. Oktober stehen E-Autos diverser Marken für Testfahrten beim Dreispitz Sport- und Kulturzentrum bereit. Die zur Verfügung stehenden Slots sind aber bereits komplett ausgebucht.

E-Auto Organisator Dietmar Klement (v.l.), Stadtrat Ernst Zülle und Patrick Rinaldi, Abteilung Energie Kanton Thurgau. (Bild: Sandro Zoller)

«Kreuzlingen ist die erste Gemeinde des Kantons, welche, anlässlich der Aktion zur Förderung der E-Mobilität, E-Autos für Testfahrten anbietet», sagte Stadtrat Ernst Zülle am Montagnachmittag hoch erfreut. Vom 27. September bis am 8. Oktober können elektrisch fahrende Autos diverser Marken ausgeliehen werden.

Umweltgedanke fördern
«Wir wollen den Umweltgedanken forcieren, passend zum Legislaturprogramm», so Zülle. Er möge sich noch erinnern, als er Stadtrat wurde, seien die Strassenreiniger gerade durch Varianten mit elektrischem Antrieb ersetzt worden. Unterdessen würden auch bei den Briefträgern der Post E-Fahrzeuge zum Standard gehören. Auch die Stadt setze, wo möglich, auf diese umweltschonendere Antriebsvariante. Wie es mit den Abfallwagen weitergehe, müsse noch geklärt werden.

«Die Kreuzlinger durften bereits vor kurzem mit einem E-Bus kostenlos durch die Stadt fahren», führte Zülle weiter aus. Er habe die Auswertung gerade erhalten. Was er bereits überflogen habe, siehe erfreulich aus. Die Feedbacks der Lenker wie auch der «Testfahrer» seien überaus positiv.

Der Stadtrat hatte selbst das Vergnügen, einen Wagen zu testen: «Ich durfte das Spass-Auto fahren. Es sieht nicht nur wie ein kleiner Formel-1 Wagen aus, sondern fühlte sich auch so an. Es bereitete mir viel Freude. Hätte ich kein Motorrad, käme dieses Gefährt für mich in Frage.» Er betitelte den eRod Roadster als «Spass-Auto», da er weder Dach noch Scheiben hat und bei Regen irgendwo unterstellt werden muss.

E-Motoren sind fortschrittlicher geworden
«Das wissen die Experten sicher noch besser als ich, aber E-Autos belasten heute die Umwelt viel weniger», erklärte Zülle. Die Produktion der Batterien sei viel nachhaltiger, auch was seltene Erden betreffe. Trotzdem müsse bedacht werden, dass es weiterhin Autos seien, die den Verkehr belasten.

«Eine unserer Massnahmen, die wir als sehr wichtig erachten, sind Events mit Testfahrmöglichkeiten», sagte Patrick Rinaldi, Abteilung Energie Kanton Thurgau. Mehr Leute sollen darauf aufmerksam gemacht werden und die Möglichkeit erhalten, eigene Erfahrungen zu sammeln. «Gerade das Thema Aufladen bereitet dem einen oder anderen noch Kopfzerbrechen. Aber heutzutage ist das vielerorts möglich».Etwa die Fahrt von zu Hause zum Arbeitsort könne Unsicherheiten abbauen und aufzeigen, dass es nicht viel anders als mit einem Verbrennungsmotor vonstatten gehe.

Zu Beginn hätten sie sieben Gemeinden mit im «E-Auto» und Kreuzlingen mache den Anfang. «Alle mehr als 60 Zeitfenster sind vollständig reserviert. Das ging schnell», so Rinaldi. An anderen Standorten, wie Steckborn oder Diessenhofen, habe es noch Plätze frei. Weitere Infos dazu gibt es auf www.catch-e.ch.

24 Stunden Support
«Es war mir möglich eine abwechslungsreiche Flotte zusammenzustellen», sagte Dietmar Klement, Gründer von catch-e.ch. Vom Fiat 500 e über den Mercedes EQA und Skoda Enyaq iV 80 bis zum Tesla Model Y stehen Autos mit diversen Fahreigenschaften zur Wahl. Jeder Tester müsse ein Formular ausfüllen. Mit der Unterschrift bestätige er auch, etwaige Bussen zu übernehmen. In allen Autos würden eine Tankkarte und ein Informationsblatt bereitliegen. Das Tageslimit sei bei 250 Kilometer angesetzt und dürfe nicht überschritten werden – aus versicherungstechnischen Gründen auch nicht die Staatsgrenze. Beide Regelpunkte seien schon verletzt worden, erzählte Klement: «Jemand fuhr sogar bis nach Rom».

Wenn einmal wirklich etwas nicht funktioniere, solle man ihn ungeniert kontaktieren. Er stehe 24 Stunden zur Verfügung. «Einmal lieferte eine Ladestation in Davos keinen Strom mehr. Die Frau wurde langsam nervös und ihre Kinder bekamen Hunger».

Die Stadt Kreuzlingen bezahlt den Strom der fünf temporären Ladestationen. Den Rest übernimmt der Kanton und catch-e.ch ist für den reibungslosen Ablauf und die Organisation zuständig.

Harry Mangold, aus Kreuzlingen, gehörte am Abend zu den ersten Testfahrern: «Wenn ich mir schon einen Wagen zulege, dann nur ein E-Auto. Denn ich will generell keinen Verbrennungsmotor. Da ich kein PS-Fetischist bin, kaufe ich eher etwas Kleines. Heute teste ich den VW ID.3 oder ID.4».

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