/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Der Verein für die Aktie des kleinen Mannes

Kreuzlingen – Der Philatelistenverein Kreuzlingen hat mit einer Bootsfahrt am Untersee seinen 85-jährigen Geburtstag gefeiert.

Präsident Georg Strasser bot anlässlich des 85. Jubiläums des Philatelisten Vereins Kreuzlingen einen Rückblick in die Geschichte des Vereins. (Bild: Emil Keller)

Am Kreuzlinger Hafen trafen sich vergangenen Samstagabend rund 25 Briefmarkeninteressierte, um das Jubiläum ihres Vereins gebührend zu feiern. Mit einer Bootsfahrt im herbstlichen Sonnenschein und einem Gläschen Wein wurde angestossen auf die gemeinsamen Erlebnisse und Tauschgeschäfte, welche seit 85 Jahren in Kreuzlingen Tradition haben. «Am 18. Januar 1936 gründeten 22 Mitglieder den Verein im Restaurant Alpenrose», berichtete Präsident George Strasser von den Anfängen. Zwei Jahre später wurde bereits eine Tauschbörse organisiert, an der acht Händler ihre Marken «auf eigenes Risiko» feilboten. Ende der Siebzigerjahre war die Hochzeit der Philatelie in der Schweiz mit ganzen 127 Mitgliedern in Kreuzlingen. «Die Briefmarke wurde damals als die Aktie des kleinen Mannes gehandelt», erinnerte sich Strasser zurück. Zum 50. Geburtstag des Vereins im Jahr 1986 organisierte der Verein dann den schweizweiten «Tag der Briefmarke». Es war der Letzte, welcher noch ohne Sonderbriefmarke begangen wurde und so verpasste Kreuzlingen knapp seine eigene Briefmarke.

Der Präsident des Konstanzer Philatelisten Vereins Axel Stadler gab sich ebenfalls die Ehre und gratulierte den Briefmarkensammlern zu ihrem langjährigen Bestehen. Der Austausch über die Grenze zwischen den beiden Vereinen besteht schon seit den Gründerjahren und wurde nur durch die Grenzschliessungen während des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Aufgrund der stetig schwindenden Mitgliederzahlen, wird mittlerweile sogar eine Vereinigung der beiden Vereine ins Auge gefasst. Noch aber hat der Kreuzlinger Verein 26 Mitglieder, welche sich wie bei diesem gemeinsamen Ausflug über ihre Leidenschaft zu heimischen und exotischen Briefmarken austauschten.

Emil Keller

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