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Kreuzlingen will das Label «Energiestadt Gold» erreichen

Kreuzlingen – Interview mit Stadtpräsident Thomas Niederberger zu Themen wie Umwelt und Stadtentwicklung.

Stadtpräsident Thomas Niederberger fährt viel mit seinem E-Bike. (Bild: Sandro Zoller)

Der erste Schwerpunkt im aktuellen Legislaturprogramm heisst «Natur, Umwelt und Energie». Was wird getan, um den gesetzten Zielen gerecht zu werden?
Thomas Niederberger: Der Bereich «Natur, Umwelt und Energie» nimmt im Legislaturprogramm einen wichtigen Stellenwert ein. Im Vordergrund stehen Massnahmen im Bereich Klimaschutz und Biodiversität. Wir wollen damit auch unseren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten und im Weiteren das Label «Energiestadt Gold» erreichen.

Wie zeigt Kreuzlingen, dass sie eine Stadt ist, die sich um die Umwelt kümmert?
Wir haben bereits ganz konkrete Massnahmen umgesetzt. So haben wir zum Beispiel den Massnahmenplan Klimaschutz ins Leben gerufen und sind bereits in der Umsetzung, machen beim kantonalen Programm «Vorteil naturnah» mit, haben eine breit abgestützte Kommission eingesetzt, die Massnahmen zur Biodiversität in Angriff nimmt und haben die Klima- und Energiecharta unterzeichnet. Eine konkrete Massnahme ist z. B. auch, dass Wiesen nicht mehr regelmässig gemäht und zusätzliche Wildhecken gepflanzt werden. Wir arbeiten in diesem Bereich übrigens auch mit den Kreuzlinger Schulen und Kirchen zusammen.

Wie helfen Sie selber mit, der Umwelt Sorge zu tragen und etwas gegen den Klimawandel zu machen?
Ich bin in Kreuzlingen vor allem mit dem Velo und dem ÖV unterwegs. Das sind für mich zwei super Fortbewegungsmittel in unserer Stadt. Zudem habe ich im Garten eine Wildhecke gepflanzt und einen Wassertank zum Sammeln von Regenwasser installiert. Ein kleiner Beitrag, den jeder auch in seinem Umfeld leisten kann.

Der zweite Schwerpunkt «Langsamverkehr und ÖV» ist sicherlich eng an den ersten Punkt geknüpft.
Wir müssen die Fuss- und Velowege attraktiv machen und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs steigern. Schon heute verfügen wir über sehr gute Voraussetzungen. Trotzdem müssen wir zum Beispiel bei Strassenprojekten auch immer die Bedürfnisse des Fuss- und Veloverkehrs mitberücksichtigen.

Was kann man unter vielfältiger Quartierentwicklung verstehen? Und wie wird dabei das Thema Umwelt miteinbezogen?
Die Menschen sollen sich in Kreuzlingen wohl fühlen. Kreuzlingen soll ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort für Jung und Alt sein. Kreuzlingen soll sich, aus städtebaulicher Sicht, qualitativ gut entwickeln. Bei Neubauten oder Überbauungen werden deshalb auch die Grün- und Freiräume stark gewichtet.

Gibt es konkrete Vorschläge für ein noch lebendigeres Zentrum?
Der Stadtrat möchte das Stadtzentrum, sowohl für das Gewerbe als auch die Kundinnen und Kunden, stärken. Deshalb sollen zum Beispiel auch die Löwenstrasse und die Hauptstrasse Nord (bis zum Hauptzoll) attraktiver gestaltet werden. Zudem wurden oder werden aus der erarbeiteten Nutzungsstrategie Massnahmen geprüft und teils schon umgesetzt: Zum Beispiel Co-Working-Büro, Bike-Verleih in der Regio und Velo-Heimlieferdienst.

Ist die Sanierung und Umgestaltung der Löwenstrasse solch eine Massnahme?
Ja, das war so angedacht. Die Löwenstrasse sollte für die Gewerbebetriebe aber auch die Kunden ein attraktiveres Einkaufserlebnis gewährleisten. Nach der Ablehnung an der Urne wird das Projekt nun überarbeitet.

Kreuzlingen hat das Privileg direkt am Wasser zu liegen. Da besteht grosses Potenzial den Hafen und Seeburgpark noch vielfältiger zu gestalten – etwa mit Gastronomie.
Der Seeburgpark ist wirklich ein Juwel. Bereits heute werden diverse Bereiche intensiv genutzt (Openair-Kino, Seenachtsfest, Seeburg-Bühne, Konzerte, Tierpark, Spielplatz und so weiter). Auch das Gastronomieangebot ist sehr reichhaltig. Der Seeburgpark ist aber auch ein Naherholungsgebiet. Diesem Umstand muss ebenfalls Rechnung getragen werden.

Wie sieht die Situation in Bezug zur Parkhaus-Initiative und dem Stadthaus aus?
Wir sind an der Erarbeitung von zwei Planungskreditbegehren für die Alternativprojekte Stadthaus und Tiefgarage Festwiese. Der Gemeinderat wird voraussichtlich im März 2022 darüber diskutieren und entscheiden.

Kreuzlingen nimmt eine spezielle Rolle als Grenzstadt ein. Wo liegen da heutzutage die Herausforderungen aber auch Chancen?
Gerade während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie nahe sich die Menschen in den Grenzstädten Kreuzlingen und Konstanz sind. Die Menschen in unseren Städten schätzen die grenzüberschreitenden Vorzüge und Angebote.

Sind durch Corona Kreuzlingen und Konstanz noch mehr zusammengerückt? Welche gemeinsamen Projekte bestehen?
Auf strategischer und operativer Ebene haben schon immer sehr enge Kontakte zwischen den beiden Städten bestanden. Die Grenzschliessung hat gezeigt, dass dieser Partnerschaft Sorge getragen werden muss. Wir hatten auch während und nach der Grenzschliessung regelmässig Kontakt. Auf der Ebene Bau und Stadtplanung bestehen gemeinsame Projekte, zum Beispiel eine gemeinsame Klimaanalyse, Gestaltung Zollübergänge und so weiter. Und kürzlich haben wir den ersten grenzüberschreitenden Foxtrail eingeweiht.

Was ist Ihre persönliche Herzensangelegenheit in der Stadt?
Die Kreuzlinger Einwohnerinnen und Einwohner sollen sich in ihrer Stadt wohl fühlen und stolz sein. Wir dürfen in einer lebendigen Stadt mit einer hohen Lebensqualität wohnen und arbeiten.

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