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Stadtfest: Zu hohe Ausgaben

Leserbrief – Hermann Merz aus Kreuzlingen ist nicht begeistert, dass das Stadtfest eine «halben Million teure Party» wird.

Leserbrief

(Bild: Christine Sponchia/Pixabay)

Nun ist es offiziell. Für das im kommenden Sommer geplante dreitägige Stadtfest unter dem Motto «Chlöpfe und tätsche soll es …» will man etwa 750’000 Franken ausgeben. 250‘000 Franken an Sponsorengeldern eingerechnet, die man noch nicht hat. Ich empfinde solche hohen Ausgaben für unangebracht.

Man geht davon aus, dass an drei Tagen im Juli etwa 20‘000 Besucher an diesem Fest erscheinen werden. Das Fest wird im Freien durchgeführt. Was ist zum Beispiel, wenn Petrus während diesen drei Tagen überhaupt kein Erbarmen für das Organisationskomitee aufbringt? Wäre nicht das erste Mal, dass genau bei solchen Veranstaltungen am Himmel die Schleusen geöffnet sind.

Dann sei auch noch zu berücksichtigen, dass längst nicht alle Bürger und Bürgerinnen der Stadt das Fest besuchen können. Kranke, schwache, gehbehinderte oder bettlägerige Einwohner. Oder Leute, die am oder sogar unter dem Existenzminium leben oder auf Sozialleistungen angewiesen sind. Ausserdem war offenbar gar nicht vorgesehen, dass die heimischen Gewerbebetriebe am kommenden Stadtfest vertreten und zu finden sind?

Man kann schon einmal etwas Besonderes feiern. Wieso nicht ein Stadtfest mit Jubiläumscharakter? Aber man sollte dabei immer noch auf dem Teppich bleiben. Die Stadt Kreuzlingen «lädt» zu einer halben Million teuren Party ein, die man praktischerweise in der Badehose besuchen sollte (Wasserrutsche!). Und wie kommen gehbehinderte Leute auf einen Turm? Und last but not least, wer unter «Einladung» zur Party versteht, wonach ihm als Besucher etwas geschenkt wird, ist im Irrtum. Ein Beschenkter ist sozusagen nur derjenige, der das Fest besucht, für die Kosten dafür jedoch nicht aufkommen muss (zum Beispiel Auswärtige). So oder so. Die Rechnung kommt zum Schluss und die Steuerzahler in Kreuzlingen werden möglicherweise einmal mehr davon begeistert sein.

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2 thoughts on “Stadtfest: Zu hohe Ausgaben

  1. Ruedi Anderegg

    Das Stadtfest kann dort nur stattfinden weil das Stadthaus nicht auf der Festwiese gebaut werden kann. Ein Hoch dem Komitee!

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    1. Hermann Merz

      Leider verstehe nicht, was Ihr Kommentar mit meinen Ansichten zum geplanten Stadtfest zu tun hat. Es geht mir nicht darum, wo eine solche Festivität durchgeführt wird, sondern dass viel zu hohe Ausgaben dafür geplant sind.

      Antworten

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