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Ein Zaun gibt Energie

Tägerwilen – In Tägerwilen hat Christian Schwarz einen Solarzaun bauen lassen, dessen Aufgabe, Energie zu erzeugen, zweitrangig ist. Vor allem will er mit dem Pilotprojekt andere Menschen vom Sinn solcher Anlagen überzeugen.

Peter Schwer von der Solarzaun GmbH (links) und Christian Schwarz vor der Infotafel. (Bild: Kurt Peter)

«Eigentlich wollte ich den rostigen Zaun um das Hühnergelände durch einen Solarzaun ersetzen, aber das Vorhaben scheiterte an den zahlreichen Einsprachen», meinte Christian Schwarz am Mittwochnachmittag anlässlich einer ersten Präsentation der Anlage. Da dieses Vorhaben gescheitert sei, habe eine zweijährige Suche nach einem Standort begonnen. Dieser wurde an der alten Abwasserreinigungsanlage gefunden. «Der Standort hat den Vorteil, dass er immer zugänglich ist, Parkplätze bietet und nicht mitten im Dorf ist». Denn der Zaun produziert zwar Energie, doch das ist für den Initiator nicht das Wichtigste. «Ich will andere Interessenten von den Vorteilen der Anlage überzeugen.»

Alternative zur Hecke
Die Einsatzmöglichkeiten bezeichnete Schwarz als vielfältig: «Statt einer Hecke kann ein Solarzaun gebaut werden, er kann als Lärmschutz dienen oder entlang von Strassen oder Eisenbahnlinien als Schutz und Energieerzeuger funktionieren». Er rechnet mit einem Ertrag von rund 2700 Kilowattstunden jährlich «und da die Lebenserwartung zwischen 40 und 50 Jahren liegt, ist das eine gute Investition».

Gebaut hat die Anlage Solarzaun GmbH, Winterthur. Geschäftsführer Peter Schwer dankte Christian Schwarz, der seine Initiative mit viel Engagement durchgezogen habe. «Da vieles an der Anlage zwar dem Standard entspricht, aber Anpassungen gemacht werden mussten, verlängerte dies die Bauzeit.» Anpassungen seien vor allem deswegen gemacht worden, da es sich um ein Demonstrationsobjekt handle.

Auch die Rückseite der Module erzeugt Energie. (Bild: Kurt Peter)

Es geht auch farbig
Die dunklen Module könnten am meisten Licht in Energie umsetzen, doch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten gebe es zahlreiche. «So zeigen wir hier zum Beispiel ein grünes Modul». Der Nachteil: Die Energieproduktion sei tiefer. Die vertikale Bauweise habe den Nachteil, dass der Einstrahlwinkel nicht so optimal sei, aber «im Winter liefert diese Montageart durch die tiefer stehende Sonne mehr Energie». Er sprach von einem «allgemein gleichmässigeren Energieertrag und sehr guter Effizienz».

Der Solarzaun umfasst zwei Teilstücke: Auf der Südmauer ist der Zaun 8,2 Meter lang und zwischen 1,45 und 2,4 Meter hoch. Das Teilstück auf der Westmauer ist 3,7 Meter lang und 1,45 Meter hoch. Peter Schwer bezeichnet die Anlage als «der Zaun der sich selber bezahlt». Wissenschafltich begleitet wurde das Projekt von Hartmut Nussbauer vom Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. «Uns interessieren vor allem die Ertragsprofile und die Ausführung an dieser Tägerwiler Anlage», sagte er.

Der Solarzaun an der ehemaligen ARA ist öffentlich zugänglich, der Weg dahin beschrieben. Wer sich deatillierter informieren will, kann sich bei Christian Schwarz unter Telefon 071 669 16 88, melden.

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