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Nur «sauberer Dreck»

Kreuzlingen - Direkt bei der Ein- und Ausfahrt der A7 soll in Kreuzlingen die Deponie Bernrain für sauberen Aushub realisiert werden. 12 Hektaren gross ist die Fläche und soll nach Betriebsende renaturiert und aufgewertet werden.

Das Gebiet der geplanten Deponie. (Bild: Kurt Peter)

Am Mittwochabend lud die Bauverwaltung in den Saal des Dreipsitz, um über die geplante Deponie Bernrain zu informieren. Das «nicht alltägliche Thema», so Stadtrat Ernst Zülle, stiess aber auf wenig Interesse. «Die Deponie Bernrain nimmt nur sauberen Aushub auf und wird in Abstimmung mit der kantonalen Deponieplanung realisiert», so Ernst Zülle. Am Mittwoch wurde der Entwurf des Gestaltungsplans und der Umweltverträglichkeitsbericht präsentiert.

10 Jahre in Betrieb

Die Deponie zwischen Autobahn und Zieglehüttenstrasse sei am richtigen Ort, zeigte sich der Stadtrat überzeugt. Nach wie vor werde in der Region viel gebaut, eine Deponie Typ A spare daher viele LKW-Kilometer. Gebaut und betrieben werden soll die Anlage von Erde Thurgau AG, einem Zusammenschluss von 14 Transport- und Bauunternehmungen. «Wir sprechen von einem Deponie-Notstand», erklärte Carlo Parolari als Verwaltungsratspräsident. Erde Thurgau habe das Ziel, saubere und grössere Deponien zu realisieren. «Faire Preise, gute Zusammenarbeit mit Landbesitzern und Behörden sowie nachhaltige Projekte stehen im Vordergrund».

Christoph Brugger vom bhateam ingenieure ging detailliert auf den Gestaltungsplan ein. «Die Deponie umfasst 950’000 Kubikmeter und jährlich werden rund 100’000 Kubikmeter Aushub verarbeitet», erklärte er. Realisiert werde die Anlage in sieben Etappen, mit Beginn im Süden bei der Autobahn. Eine neue Zufahrt ab Bernrainstrasse werde erstellt. Bei der vorgesehenen jährlichen Aushubmenge sei die Deponie auf eine Betriebszeit von zehn Jahren ausgelegt. «Im Gestaltungsplan sind auch die Öffnungszeiten festgelegt: Montag bis Freitag von 7 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr». Für Fussgänger und Velofahrer gebe es ein durchgängiges Wegnetz.

70 Fahrten täglich

Geograph Benjamin Stricker erläuterte anschliessend den Umweltverträglichkeitsbericht (UVB). «Dieser Bericht hat das Ziel, den Anforderungen des Umweltschutzes frühzeitig Rechnung zu tragen». Das Areal werde intensiv landwirtschaftlich bearbeitet und zeige keine Biodiversitätsflächen auf. Durch die etappenweise Umsetzung könne während des Deponiebetriebs die nicht beanspruchte Fläche landwirtschaftlich genutzt werden. «Die heute genutzte Fläche beträgt 12,5 Hektaren, nach Betriebsende der Deponie stehen 10,9 Hektaren für die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung, 1,6 Hektaren sind ökologische Ausgleichsfläche».

Gestaltet werden soll diese unter anderem mit Gehölzen, Krautsaum, Magerwiese und Gehölzinseln. «Bezüglich Lärm wird die Deponie als umweltverträglich beurteil, in nächster Nähe befinden sich die Kapelle Bernrain und die Kaserne, die Häuser an der Lohstrasse sind mehr als 500 Meter entfernt». Die zu erwartenden 70 LKW-Fahrten würden zu 65 Prozent über die Autobahn abgewickelt. «Der UVB zeigt auf, dass die Fruchtfolgefläche nach dem Betriebsende der Deponie grösser ist und der Boden aufgewertet wird»..

Baubeginn 2023

«Der Stadtrat hat sich davon überzeugen lassen, dass das Projekt unbedenklich und am richtigen Ort ist», sagte Zülle. Und er rief dazu auf, die Zeit bis 10. Dezember zu nutzen, um den Gestaltungsplan und den UVB zu prüfen. Bis dahin seinen Äusserungen und Anmerkungen zum Projekt in der Bauverwaltung einzureichen. Die öffentliche Auflage werde 2022 erfolgen, Gestaltungsplan und UVB würden beim Kanton zur Prüfung eingereicht. «Nach der Genehmigung kann der Stadtrat diese in Kraft setzen». Parallell dazu sei eine Betriebs- und Errichtungsbewilligung durch den Kanton notwendig. «Ich hoffe, dass wir 2023 mit dem Bau beginnen können», so Ernst Zülle.

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