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Kreuzlinger trotz Ausfällen mit Galaauftritt

Handball – Mit einer Topleistung bezwingen die Kreuzlinger NLB-Handballer zuhause den NLA-Absteiger Endingen mit 27:22 und verbessern sich auf den 3. Tabellenplatz.

Kreuzlingens Torhüter Haris Berisha zeigte mit 20 Paraden eine herausragende Performance. (Bild: Felix Walker)

Der HSC Kreuzlingen bleibt in der heimischen Egelseehalle eine Macht. Saisonübergreifend feierten die Grenzstädter am Samstag vor stimmungsvoller Kulisse bereits den achten Heimsieg in Serie. Und wenn man etwas weiter zurückblättert, wird die Heimstärke des HSCK noch beeindruckender: In den letzten 15 NLB-Meisterschaftsspielen seit Ende Februar 2020 resultierten 14 Siege. Einzig dem nachmaligen NLA-Aufsteiger Genf gelang es beim 24:26 am 17. April 2021 Punkte aus der Egelseehalle mitzunehmen.

Mit dem samstäglichen Heimsieg über die aufstiegswilligen Endinger sind die Kreuzlinger auf den dritten Tabellenplatz vorgestossen. Hinter dem unangefochtenen Tabellenführer SG Wädenswil/Horgen (18:0 Punkte) stehen die Clubs auf den Positionen zwei bis fünf (Baden, Kreuzlingen, Stäfa, Gossau) allesamt mit 12:6 Punkten zu Buche, einen Zähler vor Endingen und deren drei vor Birsfelden, welches das breite Mittelfeld anführt.

Kreuzlinger Blitzstart
Im Spitzenspiel gegen den NLA-Absteiger aus Endingen musste Cheftrainer Werner Bösch gleich beide Stammspieler am Kreis (Zeller/verletzt, Lutz/gesperrt) ersetzen. Deshalb wurde Patrick Gyuris aus dem 2.-Liga-Team reaktiviert. Nichtsdestotrotz erwischte der HSCK einen Start nach Mass. Angeführt von einem herausragenden Torhüter Haris Berisha, der offensichtlich viel Schwung aus seinen Einsätzen mit Kosovo in der WM-Qualifikation mitgenommen hatte, zogen die entfesselten Einheimischen bis zur 8. Minute und dem frühen Time-out des Gästetrainers Zoltan Majeri auf 6:1 davon. Auch weil Berisha in der 11. Minute bereits den zweiten Gästepenalty abwehren konnte, legte der HSCK dank des vierten Treffers von Linkshänder Drenit Tahirukaj auf 10:3 (18.) nach. Erst nach seinem zweiten Time-out fanden die Aargauer ein Mittel gegen die disziplinierte und physisch präsente Kreuzlinger Abwehr. Angeführt vom Champions League-erfahrenen Rückraumspieler Nino Grzentic (1,97 m, 7 A-Länderspiele für Slowenien) bauten die Aargauer ihren Rückstand dank sieben Treffern in den letzten acht Minuten der ersten Halbzeit bis auf 14:10 ab.

Dedaj’s Routine
Und als Endingen gleich wieder mit zwei erfolgreichen Abschlüssen in die zweiten 30 Minuten startete, stiegen die Hoffnungen der mitgereisten Fans auf eine Wende weiter. Aber der Kreuzlinger Routinier Valon Dedaj überwand den Gästekeeper in einer Phase, in der sein Team in der Offensive einige Mühe bekundete, mit zwei Schlenzwürfen zum 16:12. Endingen liess sich allerdings nicht mehr abschütteln und verharrte auf Schlagdistanz. Eine Viertelstunde vor Schluss war beim Stand von 19:17 immer noch alles möglich. Dann aber steigerten sich die Kreuzlinger, angeführt von Abwehrchef Bujar Ramosaj, in der Defensive noch einmal markant. Während fünf Minuten gab es für die Aargauer kein Durchkommen mehr, oder dann scheiterten sie an Berisha. Dies nutzten die Thurgauer mit vier Toren in Serie zum vorentscheidenden 23:17. In der Schlussphase hielt das Bösch-Team das Geschehen und den Gegner unter Kontrolle. Mit seiner 20. Parade leitete HSCK-Keeper Berisha (Abwehrquote von 48 Prozent!) den finalen Endspurt seines Teams ein, das am Ende einen verdienten und wichtigen Sieg über einen ebenfalls ambitionierten Gegner feierte.

Achtelfinal-Qualifikation ein Muss
Für die Kreuzlinger geht es am nächsten Samstag im Schweizer Cup 2021/22 weiter. Auswärts gegen den viertklassigen BSV Borba Luzern ist die Achtelfinal-Qualifikation ein Muss, auch wenn die Anspielzeit (14:30 Uhr) ungewöhnlich ist. Bei einem Sieg wartet am Sonntag dann mit grosser Wahrscheinlichkeit der NLA-Tabellendritte Pfadi Winterthur auf den HSCK. Auch diese Partie wird in Luzern ausgetragen. In der Nationalliga B gastieren die Kreuzlinger dann am Sonntag, 28. November, beim verlustpunktlosen Tabellenführer SG Wädenswil/Horgen. Nach einem weiteren Auswärtsspiel in Steffisburg (4.12.) empfängt der HSCK eine Woche später (11.12./19 Uhr) den HS Biel zum letzten Heimspiel des Jahres.

HSC Kreuzlingen – HB Endingen 27:22 (14:10)
SH Egelsee. – 300 Zuschauer. – Sr. Feld/Müller.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 4-mal 2 Minuten plus Rote Karte (60. Gross) gegen Endingen.
Kreuzlingen: Berisha (1.-60./20 Paraden, davon 2 Penalties), Färber; O. Wipf, Dedaj (5), R. Wipf, Briegmann, Gyuris (1), Bär (1), Heim (3), Kaletsch (6/3), Portmann (2), Kun (3), Ramosaj, Tahirukaj (6).
Endingen: Ferrante (1.-30./3 Paraden), Gross (31.-60./7 Paraden); L. Riechsteiner (2), Begic, Leitner (2), Mathys (1), Ch. Riechsteiner (1), Koncul (2), Huwyler (2), Maric (2), Grzentic (5), Mischler, Larouche (1), Onamade (4).
Penaltystatistik: Kreuzlingen 3 von 3, Endingen 1 von 3.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Nahaj, Zeller, Schneider, Kappenthuler (alle verletzt) und Lutz (gesperrt); Endingen ohne Grau und Mühlebach (beide verletzt), dafür erstmals mit Leitner und Mathys. – Rausch-Best-Player: Berisha (K) und Grzentic (E).

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