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Finalrunden-Chancen bleiben dank Auswärtssieg intakt

Handball – Trotz eines Fehlstarts (2:7) gelingt den SPL1-Frauen des HSC Kreuzlingen beim 29:27-Sieg in Thun die Revanche für die 22:23-Heimniederlage zum Saisonauftakt.

Spielmacherin Pavlina Novotna passt zur freistehenden Kreisläuferin Vanda Gulyas. (Bild: Felix Walker)

Mit der erfolgreichen Revanche haben die Kreuzlingerinnen wieder bis auf zwei Punkte zu Platz vier aufschliessen können. Deshalb bleiben die Chancen auf eine erneute Finalrunden-Teilnahme intakt. Einen weiteren Schritt in die richtige Richtung kann der HSCK bereits am Mittwoch im Heimspiel gegen Titelverteidiger LK Zug machen. Die Innerschweizerinnen, derzeit auf Platz 2, werden sich allerdings mit aller Macht für die bittere 25:26-Heimschlappe gegen die Kreuzlingerinnen vom 11. September revanchieren wollen. Das Rückspiel wird im 20:45 Uhr in der Egelseehalle angepfiffen.

Viel Druck auf beiden Seiten
Dass in dieser Partie sehr viel auf dem Spiel steht, war beiden Teams in der Startphase anzumerken. Nur der Sieger bleibt im Rennen um ein Finalrundenticket. In den ersten sechs Minuten gab es viele Fehler und Strafen hüben wie drüben – und jeweils nur ein erfolgreicher Abschluss. Bis zum 2:2 in der 7. Minute traf Angela Zürni souverän zweimal vom Penaltystrich, wogegen auf Kreuzlinger Seite die Abwehrspezialistin Kira Klein zweimal einnetzte. Auch weil die zuletzt verletzte Petra Skoricova in den ersten neun Minuten noch nicht auf Betriebstemperatur kam (je zwei technische Fehler und Fehlwürfe), konnte sich Thun schnell auf 6:2 (11.) absetzen.

Bis zum 7:2 für Thun lief bei Kreuzlingen weder in der Abwehr noch im Angriff etwas rund. Doch irgendwie fand das Team von Cheftrainerin Kristina Ertl-Hug dann doch noch den Start- bzw. Turboknopf. Und wie: Innerhalb von nur fünf Minuten machte der HSCK aus dem Fünftore-Rückstand den 8:8-Gleichstand (19.). Der Katastrophenstart war damit korrigiert und auf der anderen Seite nahm Thuns Cheftrainer Urs Mühlethaler postwendend ein Time-out. Mit Wirkung: Der Rhythmus des HSCK wurde wieder gebrochen und Thun nützte zwei weiteren technische Fehler der Gäste zur erneute Führung, die Skoricova mit ihren Treffern vier und fünf allerdings postwendend erneut egalisierte. Und die 22-jährige slowakische Linkshänderin lief nun so richtig heiss: Mit ihrem bereits siebten Treffer brachte sie ihr Team zwei Minuten vor der Halbzeit erstmals mit 13:12 in Führung. Thun war in dieser Phase im Abschluss zu wenig präzise oder scheiterte an der sich nun ebenfalls steigernden Torfrau Nathalie Wörner. Zehntelssekunden vor der Pausensirene traf Pahske Marku per Gegenstoss zum 15:13-Halbzeitvorteil für die Gäste.

Wende verhindert
Offensichtlich kehrte beim HSCK mit der erfolgreichen Aufholjagd auch das Selbstvertrauen zurück. Die Kreuzlingerinnen starteten bärenstark in die zweite Halbzeit und bauten ihren Vorsprung auf 19:14 (38.) aus. Ein Aufbäumen von Thun zum 16:19 versuchte Kreuzlingen geschickt mit einem taktischen Time-out zu stoppen. Die Bernerinnen griffen fortan mit einer siebten Feldspielerin an. Es brauchte eine spektakuläre Doppelparade der Kreuzlinger Torfrau Nathalie Wörner, damit Thun nicht doch wieder bis auf einen Treffer aufschliessen konnte. Vorne passte bei den Thurgauerinnen in dieser Phase nicht wirklich viel zusammen. Skoricova scheiterte nun mit ihren Würfen mehrfach. Es entwickelte sich ein Hin und Her, dominiert von den beiden Abwehrreihen. Immerhin blieb Skoricova vom Penaltystrich auch im vierten Anlauf makellos. Und weil Topscorerin Pahske Marku wenig später einen Konter erfolgreich abschloss, lag der HSCK eine Viertelstunde vor Schluss wieder 21:17 vorne.

Es entwickelte sich fortan ein richtig gutes Match mit sehenswerten Treffern auf beiden Seite. Thun durfte sich in dieser Phase bei Stephania Oliveira De Almeida bedanken, dass es den Anschluss nicht verlor. Die spanische Rückraumspielerin erzielte drei Treffer zum 21:23 (48.). Und nachdem Skoricova im fünften Penaltyversuch erstmals an Thuns dänischer Torfrau Henriette Ostergaard scheiterte, kam für die letzten zehn Minuten nochmals so richtig Spannung und auch Hektik auf: Pavlina Novotna zum 21:24, Zweiminutenstrafe gegen Weidmann, 22:24 durch Oliveira De Almeida mittels Penalty, Skoricova mit ihrem 10. Treffer zum 22:25 (53.), Parade Wörner, nochmals P. Novotna zum 22:26. Sieben Minuten vor Schluss deutet schliesslich vieles auf den so wichtigen Auswärtserfolg des HSCK hin. Und als Kreisläuferin Vanda Gulyas im Fallen das 22:27 erzielte, waren die Weichen sechs Minuten vor dem Abpfiff gestellt. Thun wehrte sich zwar vehement gegen die sich abzeichnende kapitale Niederlage. Allerdings lief den Bernerinnen nun die Zeit davon. Dank der gütigen Unterstützung seitens der wieder (zu) fehlerhaften Gäste schaffte Thun 80 Sekunden vor Schluss noch den 26:28-Anschlusstreffer. Und stellte sofort auf eine offene Deckung um. Vergebens: Katarina Novotna nützte den sich bietenden Freiraum und sorgte 55 Sekunden vor Schluss mit dem 26:29 für die Entscheidung zu Gunsten der Thurgauerinnen.

DHB RW Thun – HSC Kreuzlingen 27:29 (13:15)
SH Gotthelf. – 152 Zuschauer. – Sr. Joss/Quardani.
Strafen: je 4-mal 2 Minuten.
Thun: Peronino (1.-30./4 Paraden), Kuslys (31.-60./5 Paraden), Ostergaard (1 Parade); Nora Gerber (3), Kaeslin (3), Negroni (2), Hostettler, Nina Gerber (2), Strupler, Zürni (5/3), Lauper, Eberhart, Schmied (2/1), Siegenthaler, Oliveira De Almeida (10/4).
Kreuzlingen: Wörner (1.-60./13 Paraden), Siggaard (für 4 Penalties/2 Paraden); Kampelmühler-Rink, Skoricova (10/4), K. Novotna (2), Klein (2), Weidmann (3), Rothacker, Marku (3), Gulyas (4), P. Novotna (5), Lischka, Heinstadt.
Penaltystatistik: Thun 8 von 10, Kreuzlingen 4 von 6.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Olsovska, Petre und Plüss (alle verletzt). – Best-player: Angela Zürni (T) und Petra Skoricova (K).

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