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Katholiken machen sich schön

Kreuzlingen – Bei der Kirchgemeindeversammlung der katholischen Kirchgemeinde genehmigten die Stimmberechtigten fünf Kreditanträge.

Die Teeküche und das neue Mobiliar für das Stefanshaus gaben an der Versammlung zu reden. (Bild: zvg)

«Wir wollen im Stefanshaus einen Begegnungsraum nach dem Vorbild des Foyers im Ulrichshaus erstellen», erklärte Kirchenpfleger Simon Tobler. «Hier könnte man sich nach dem Gottesdienst auf einen Kaffee treffen, hier könnten die Jugendlichen abends zusammenkommen oder die Mitglieder des Kirchenchors nach der Probe noch zusammensitzen». Den Bedarf bestritt niemand von den 44 Anwesenden. Auch gegen die Detailpläne mit drei Tischen und einer Lounge-Ecke hatte niemand etwas einzuwenden. «Aber warum brauchen wir eine Teeküche, wenn nebenan eine vollwertige Küche steht? Warum brauchen wir neue Tische und Stühle, wenn noch funktionsfähige Möbel da sind?», fragte eine Stimmbürgerin. Die Küche müsse man extra aufschliessen, und die Möbel seien zwanzig Jahre alt, entgegnete Tobler. «Die 57’000 Franken sind gut und sinnvoll investiert». Die Mehrheit der Versammlung folgte ihm. Sechs Gegenstimmen und vier Enthaltungen waren zu verzeichnen.

Die nächsten Bauvorhaben wurden ohne grössere Diskussion genehmigt. Die Treppe zwischen Akazienweg und Stefanskirche ist sanierungsbedürftig. Die Stufen müssen neu verfüllt werden. Eine Beleuchtung mit Bewegungsmelder und ein Handlauf sind ebenso nötig wie eine Trockenmauer am Hang. «Die Stadt hat zugesichert, dass die die Hälfte der Gesamtkosten von rund 60’000 Franken übernehmen wird», so Tobler. Das Pfarrhaus St. Ulrich braucht einen neuen Verputz und einen Aussenanstrich. «Es sind Feuchtigkeitsschäden entstanden, weil das Haus vor zwanzig Jahren mit einer undurchlässigen Schicht überzogen worden ist», erklärte Tobler. «Wir müssen handeln, um Folgeschäden abzuwenden. Und wenn schon ein Gerüst aufgebaut wird, sollten wir das Balkon-Geländer der Norm anpassen und dem Haus einen Anstrich gönnen». Der Rahmenkredit von 98’000 Franken wurde akzeptiert.

Der dritte Kreditantrag bezog sich auf Renovierungsarbeiten in der Basilika St. Ulrich. Im August hatte eine Frau dort gezündelt. Aufgrund der schnellen Reaktion einer Nachbarin sei Schlimmeres verhindert worden, erzählt Tobler. «Trotzdem sind viele Russschäden entstanden. Prinzipiell haben sich unsere Versicherungen zuständig erklärt. Weil aber in zwei oder drei Jahren ohnehin turnusgemässe Renovierungen angestanden hätten, ist noch nicht definiert, in welchen Umfang sie für die Arbeiten zahlen. Ausserdem haben wir Beiträge der Denkmalpflege und der Stadt beantragt, deren Höhe noch nicht feststeht. Deshalb brauchen wir einen Kredit für die gesamte Summe von 95’000 Franken». Ein Teil davon werde später zurückfliessen. Vor Ostern sollen die Renovierungen erledigt sein. Die Gemeindeversammlung entsprach den Antrag fast einstimmig. Schliesslich wurde auch noch genehmigt, den Eingangsbereich und das Besprechungszimmer im Ulrichshaus ansprechender zu gestalten. 23’000 Franken sind dafür vorgesehen.

Ausgeglichenes Budget
Trotz all dieser Bauvorhaben, die gesamt 333’000 Franken kosten werden, konnte Kirchenpfleger Tobler ein ausgeglichenes Budget vorstellen. «Mit einem prognostizierten Plus von 5430 Franken schreiben wir eine schwarze Null», meinte er. «Unsere Finanzlage ist stabil». Einnahmen von vier Millionen, die sich zu 91 Prozent aus Steuern ergeben, stehen Ausgaben von vier Millionen gegenüber, die zu 46 Prozent in die Personalkosten und zu je rund einem Viertel in den Betriebsaufwand und Steuern an die Landeskirche fliessen. Da niemand weiss, wie sich die Pandemie im kommenden Jahr entwickeln wird, steht das Budget allerdings unter Vorbehalt. «Wir rechnen mit weniger Einschränkungen», so Tobler. «Veranstaltungen sind wieder miteingeplant». Das Budget wurde ebenso einstimmig genehmigt wie die Belassung des Steuerfusses bei 16 Prozent.

Pfarreirat soll kommen
Pfarrer Edwin Stier geht davon aus, dass die Gründung eines Pfarreirats sich nicht länger durch die Pandemie und die Kontaktbeschränkungen hinauszögern wird. «Wir brauchen dieses Sensorium für Anliegen aus der Gemeinde». Ausserdem wäre ein gemeinsamer Rat nützlich, um den Pastoralraum zwischen den beiden Pfarreien in Kreuzlingen und der Pfarrei in Ermatingen zusammenwachsen zu lassen. Der Rat, der repräsentativ aus allen Gruppierungen innerhalb der Gemeinden zusammengesetzt werden soll, dürfte im Frühjahr zum ersten Mal zusammentreten. Das Gremium wird bis zu zwanzig Mitglieder haben, die aus der Seelsorge kommen, aus der Mitarbeiterschaft und Freiwilligen aus der Bevölkerung. «Alle, die Interesse haben, sind eingeladen».

Inka Grabowsky

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