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Zauberhaftes aus Holz

Ermatingen – Die gelernte Grafikerin Reana Hostettler hat bereits in einem anderen Familienunternehmen Erfahrungen gesammelt. Bei «NaniManu» kann sie sich in weiteren Bereichen einbringen, auch als Ladenbesitzerin. Ihre neuste Erfingung: der «NaniCube».

Reana Hostettler. (Bild: zvg)

«Als gelernte Grafikerin habe ich bei verschiedenen mittleren und grossen Agenturen gearbeitet. Mein Vater hatte irgendwann die Idee, ein Messer, mit Konturen von Bergen, herauszubringen. Das PanoramaKnife war geboren», erklärt die 34-jährige Reana «Nani» Hostettler. Das erste Messer habe sie visualisieren dürfen. «So bin ich zum Produktdesign gekommen.» Von Oktober 2013 bis 2019 sei sie bei PanoramaKnife als Grafikerin und Designerin angestellt gewesen.

Mit der Familie zusammenarbeiten
Nach PanoramaKnife sei für die Familie klar gewesen, dass sie weiterhin zusammenarbeiten möchten, so Hostettler: «Wir ergänzen uns nicht nur durch unsere Erfahrungen sehr gut, es ist auch einfach schön, mit der Familie zusammen etwas zu erschaffen.» An einem Abend, in der Nähe von Vevey, mit Blick auf den See, hätten sie mehrere Ideen besprochen. Andy, ihr Vater, habe vorgeschlagen, das Design in den Vordergrund zu rücken. «Er wollte mich, die Designerin, als Aushängeschild nehmen.»

Im November 2019 hat die Familie die Hostettler & Durrer GmbH, mit der Marke «NaniManu», gegründet. Die Manufaktur stehe für durchdachtes und freudebringendes Design. «Wann immer möglich, produzieren wir mit nachhaltigen Ressourcen und sozialem Engagement in der Schweiz», sagt Hostettler.

Der Rohstoff Holz steht im Fokus
Ihre Familie beschäftige sich schon lange mit Holz, wie etwa mit der früheren Marke «Made in Ermatingen» von Urwyler & Hostettler. Auch wenn sie da bereits mehrere Designs beisteuern durfte, setze sie sich bei «NaniManu» noch intensiver mit dem Thema «Bäume und Wald» auseinander. «Unterdessen habe ich eine grosse Verbundenheit zum Naturprodukt aufgebaut.» Bevor ein Baum gefällt werde, habe er bereits ein Menschenleben hinter sich. Bis zur Verarbeitung vergehe dann nochmals einige Zeit. «Das Grossartige an Holz? Jedes Stück ist ein Unikat», sagt die Designerin strahlend.

Allerdings sei die Manufaktur nicht an das Element Holz gebunden. Sie könne sich auch Kollektionen aus Stoff, Leder oder Metall vorstellen.

Vielseitiges Angebot
Die Produktepalette von «NaniManu» umfasst aktuell Holzboxen, etwa für Uhren oder Schmuck, Serviertabletts, Toolboxen, Kerzensets, Humidore und Schneidbretter in diversen Ausführungen. «Die Schneidbrettkollektion ‹Märchen und Geschichten› liegt mir besonders am Herzen», so Hofstettler. Sie habe sich in das Hobby ihres Mannes verliebt. Jan habe sich viele Jahre, als Schauspieler und im Vorstand, am Märlitheater in Obwalden engagiert. Als Reaktion auf das Produktionsende sei ihr die Idee mit den Märlidesigns gekommen. «Damit fordere ich unseren Laserkünstler, Dominik Mönch, richtig heraus.»

Die Kollektion «Fern- und Heimweh» sei aufgrund der Pandemie entstanden. «Um ehrlich zu sein, der Gedanke im eigenen Land festzusitzen, fiel mir am Anfang schwer», sagt die Designerin rückblickend. Dadurch habe sie dafür die Schönheit der Schweiz wiederentdeckt. Die Liebe zum Reisen «verarbeite» sie nun auf diesem Weg.

Die meisten Holzprodukte produziere der Ekkharthof. Dieser habe sogar einen Platz für den Laserkünstler und dessen Gerät geschaffen.

Der NaniCube. (Bild: zvg)

Endloser Spielspass
Die neuste Kreation aus dem Hause «NaniManu» heisst «NaniCube». «Kennen Sie noch das Spiel Mosaik? Das sind Spielklötze mit unterschiedlichen Formen und Farben zum Erstellen von Mustern. Das Spiel, welches mich als Kind sehr faszinierte, habe ich bei einem Besuch eines Spielwarenladens wiederentdeckt. In diesem Moment kam die Idee in mir auf, eine Version für Erwachsene zu kreieren», erklärt die Designerin begeistert.

Da ihr Vorhaben bei den Familienmitgliedern auf offene Ohren stiess, habe sie einen Prototypen gebaut. Fünf der sechs Seiten seien im Rahmen ihrer Überlegungen für bekannte Spiele «drauf» gegangen: Schach, Keine Eile, Irrgarten sowie Mühlestein und Mosaik, ihre beiden Lieblingsbrettspiele aus der Kindheit. «Ich schickte Jan Bilder meines Prototyps in seine Onlinemarketing-Agentur. Zwei Stunden später kam er, bepackt mit einem Vorschlag, nach Hause – dem Cube-Runner», so Hostettler. Nach einer Testreihe in der Familie und bei Freunden, sei die Realisierung dieses Projekts in Reichweite gekommen.

Aber was ist nun dieser Cube-Runner? «Es ist ein Spiel für zwei bis sechs Personen. Einer der Teilnehmer legt mit den 16 Klötzen einen Pfad. Auf diesem Weg gibt es ‹Hindernisse› und Richtungsumkehrer, die dem Abenteurer das Leben schwer machen. Würfelt man die Zahl Fünf darf man mit der Figur eines Mitspielers zwei Felder in eine beliebige Richtung hüpfen und mit einer Sechs ändert sich das Spielfeld», erklärt die Spielherausgeberin die Regeln.

Abwechslungsreiche Arbeit
Bei PanoramaKnife seien sie ein viel grösseres Team gewesen, im Vergleich zu heute. Deshalb habe sie nun mehrere «Ämter» inne: «Ich bin nicht nur die kreative Designerin, sondern zum Beispiel auch Projektmanagerin, Leiterin vom Laden in Baden, Produktentwicklerin und Grafikerin.» Sie habe zudem die Möglichkeit noch mehr Vorschläge einzubringen. Und wenn sie sich an einer abgewiesenen Idee festbeisse, versuche sie sich als Investorin und biete das Produkt in Baden unter ihrer Marke «Reana.Design» an.

«Unsere Familie stürzt sich gerne in neue Projekte, ist risikofreudig und kennt das Wort Stillstand nur vage. Man könnte sagen, dass wir einen kleinen Knall haben.»

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