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Starke Kreuzlinger feiern Kantersieg beim Leader

Handball – Mit einer starken Leistung fügt der HSC Kreuzlingen im NLB-Spitzenkampf dem zuvor verlustpunktlosen Leader SG Wädenswil/Horgen eine 23:33-Heimniederlage bei.

Der Rechtsaussen Jonas Heim war mit fünf Treffern massgeblich am Kreuzlinger Sieg beim Leader beteiligt. (Bild: Felix Walker)

Mit diesem zumindest in dieser Deutlichkeit unerwarteten sonntäglichen Exploit am Zürichsee hat der HSC Kreuzlingen seinen dritten Tabellenplatz verteidigen können. Das Team von Cheftrainer Werner Bösch ist punktgleich mit den am 10. Spieltag ebenfalls siegreichen Baden (2.), Stäfa (4.) und Gossau (5.). Diese vier Clubs liegen jeweils vier Zähler hinter dem nach zuletzt neun Siegen in Serie erstmals bezwungenen Leader SG Wädenswil-Horgen.

Bärenstarke Abwehr
Der favorisierte Leader fand schneller ins Spiel und nützte seine Konterstärke zur 3:1-Führung nach sechs Minuten. Dagegen agierten die Kreuzlinger in der Startphase offensiv noch zu fehleranfällig. In der Folge stellten sie sich in der Abwehr aber immer besser auf die Zürcher ein und spielten ihre physischen Vorteile aus. Mit vier Treffern in Serie wendete der HSCK das Blatt zwischenzeitlich. Weil man in der Folge aber einen Gegenstoss nicht verwerten konnte, stand es wenig später statt 3:6 plötzlich wieder 7:5 für die Einheimischen. Und trotzdem: der HSCK war mit seiner starken 6:0-Abwehr und einem gewohnt wachen Torhüter Haris Berisha definitiv im Spitzenkampf angekommen. Ab dem 10:9 (19.) avancierte die Kreuzlinger Abwehr mit ihrem Chef Bujar Ramosaj sogar minutenlang zum unüberwindbaren Hindernis. Den pfeilschnellen, aber körperlich unterlegenen Zürchern gelang bis zur Pause kein einziger Treffer mehr, was die Kreuzlinger mit sechs Toren in Serie zur 10:15-Führung nützten.

Leader findet kein Mittel
Die 250 Zuschauer in Horgen waren natürlich gespannt, wie die Einheimischen diesen Nackenschlag vor der Pause verdauen würden. Schon mehrmals in dieser Saison wussten sie sich in der zweiten Halbzeit jeweils markant zu steigern. Auch deshalb gingen sie in allen neun bisherigen Saisonspielen als Sieger vom Platz. Aber der Leader blieb weiter fehleranfällig und eine nachhaltige Reaktion kam deshalb nicht zustande. Ganz im Gegenteil: Der HSCK baute seinen Vorsprung auf sieben Treffer aus. Die Zürcher wirkten im Angriff ratlos, zumal der Rückraum gegen den starken Mittelblock der Thurgauer überhaupt kein Land sah. Auch Topscorer Sandro Gantner fand nie ins Spiel. Etwas mehr als vier Minuten nach Wiederbeginn führten die Thurgauer deshalb bereits mit 11:19.

In der 39. Minute versuchte der Zürcher Trainer Pedrag Milicic mit einem Time-out seinem Team neue taktische Impulse zu geben. Aber in der Defensive bekam der Leader weiterhin keinen Zugriff auf die starken Kreuzlinger Rückraumschützen. Eine Viertelstunde vor Schluss betrug die Reserve des Herausforderers vom Bodensee immer noch acht Treffer, auch weil der Leader mit einem Penalty an Ersatztorhüter Cédric Färber scheiterte und die erste Überzahl resultatmässig nicht nutzen konnte. Nach einem nächsten Time-out (49./17:26) versuchten sich die Zürcher schliesslich auch noch mit einem siebten Feldspieler anstelle des Torhüters. Wirkung? Null. Neun Minuten vor Schluss führte Kreuzlingen erstmals mit zehn Treffern und brachte diesen Vorsprung schliesslich problemlos ins Ziel. Das Team von Werner Bösch feierte somit nach dem Finalrundenerfolg im Frühjahr bereits den zweiten Sieg in Horgen nacheinander. Als bester Kreuzlinger wurde Rückraumspieler Drenit Tahirukaj ausgezeichnet, der mit sieben Treffern – zusammen mit Teamkollege Valon Dedaj – zum erfolgreichsten Schützen der Partie avancierte.

Noch drei Spiele bis Weihnachten
Für die Kreuzlinger geht die Meisterschaft am nächsten Samstag mit dem Gastspiel beim Ranglistenzehnten in Steffisburg weiter, gefolgt vom Heimspiel gegen das aktuelle Schlusslicht Biel (11. Dezember, 19 Uhr) und dem Auftritt beim zwölftklassierten Möhlin am 18. Dezember.

SG Wädenswil/Horgen – HSC Kreuzlingen 23:33 (10:15)
SH Waldegg, Horgen. – 250 Zuschauer. – Sr. Hennig/Meier.
Strafen: keine Strafen gegen Wädenswil/Horgen, 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen.
Wädenswil/Horgen: Kasalo (1.-23./6 Paraden), Imhof (23.-60./9 Paraden); Simon Gantner (3/2), Pospisil (6), Ch. Gantner, Sandro Gantner (2), Lechner (1), D. Gantner (1), P. Gantner (3), Kälin, Schuler, Zuber (2), Wolfer (1), Karlen (4).
Kreuzlingen: Berisha (1.-30./39.-55./10 Paraden), Färber (31-39./55.-60. und für 1 Penalty/2 Paraden); O. Wipf, Lutz (2), Dedaj (7), R. Wipf, Briegmann, Bär (2), Heim (5), Kaletsch (3/1), Portmann (2), Kun (4), Ramosaj (1), Tahirukaj (7).
Penaltystatistik: Wädenswil/Horgen 2 von 4 (24./10:11 Sandro Gantner an die Latte, 43./15:23 Simon Gantner scheitert an Färber), Kreuzlingen 1 von 1.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Schneider, Kappenthuler, Nahaj und Zeller (alle verletzt). – Best-player-Auszeichnung: Adrian Karlen (SG) und Drenit Tahirukaj (K).

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