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Ein Kreuz als einheitliches Logo

Kreuzlingen – Anlässlich der kommenden Evangelischen Kirchgemeindeversammlung vom 7. Dezember lud die Präsidentin, Susanne Dschulnigg, zu einer Pressekonferenz ein. Erwartungsgemäss werden das neue Logo und die Gottesdienstzeiten zu reden geben.

Susanne Dschulnigg (l.), Marianne Pfändler und Walter Studer. (Bild: Sandro Zoller)

«Etwa zwei bis drei Prozent der Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger besuchen einen Gottesdienst. Dementsprechend kann eine lebendige Kirche nicht allein an den Gottesdienstbesuchern gemessen werden», sagte Susanne Dschulnigg, Präsidentin der evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, am Dienstag im Kirchgemeindehaus. Eine Abschaffung des Gottesdienstes stehe dennoch ausser Frage. «Ein Gottesdienst gehört einfach zur Identität der Kirche dazu.»

Diversifizierteres Angebot
Es sei eine Illusion, wenn man noch glaube, dass ein Angebot für alle Kirchenbürger genüge, so Dschulnigg: «Gemeinschaft feiern klappt heutzutage nicht mehr. Wir müssen die diversen Gruppen wie etwa ältere Menschen, junge Erwachsene und Jugendliche unterschiedlich ansprechen.»

Im Zentrum stehe immer die christliche Botschaft, die Auslegung eines Bibeltextes für die heutige Zeit und Gesellschaft. Die Gestaltung könne aber zielgerichteter sein. Unter anderem bestehe musikalischer Spielraum. «Wir haben das traditionelle Kirchengesangsbuch sowie Lieder aus der popularmusikalischen Kirchengesangsliteratur mit der Sammlung Rückenwind.»

Mit einer gut gestalteten und klaren Information zu den Gottesdiensten, welche Inhalte und Form aufzeige, könne der Kirchenbürger entscheiden, ob sich das Format mit seinen Vorstellungen decke. «Grundsätzlich sollen einmal im Monat speziell Familien angesprochen werden», erklärte die Präsidentin. Mit einer Kinderecke und -betreuung wolle man Familien die Teilnahme erleichtern. «Selbstverständlich sind da zum Beispiel auch die Grosseltern herzlich eingeladen.»

Die Anfangszeiten der Gottesdienste seien immer ein Thema, da jeder Gottesdienstbesucher andere Vorlieben habe. «Einmal passt es für den Bus, das andere Mal reicht aber die Zeit für das Frühstück nicht und an einem anderen Datum genügt die Mittagsvorbereitungszeit nicht aus», zählt Dschulnigg auf. Deshalb habe sich die Vorsteherschaft entschieden, die Zeiten auf 10 beziehungsweise 10.30 Uhr zu legen.

Land sinnvoll nutzen
«Die Freifläche zu bepflanzen lag nicht gerade auf der Prioritätenliste weit oben», sagte Dschulnigg einleitend zum Thema Landverkauf in Kurzrickenbach. Bis jetzt nutze die Kirchgemeinde die Fläche auf der Parzelle 5277, direkt gegenüber des Seeparks, als Schafweide. «Wir sehen keine Notwendigkeit Land für die Kirchgemeinde zu behalten.» Die Schulgemeinde Kreuzlingen müsse auf den fortlaufenden Bevölkerungszuchwachs eingehen und dementsprechend vorausschauend planen. Die freie Fläche helfe der Schule in Kurzrickenbach, trotz Ausbau, den Kindern genügend Raum für Spielplätze zu ermöglichen. Aus diesen Gründen habe die Kirchenvorsteherschaft Verkaufsverhandlungen zugestimmt.

Wiedererkennungswert schaffen
Die evangelische Kirche Schweiz habe das Logo «Kreuz im Licht» eingeführt, um eine lebendige Identität zu schaffen. Die Thurgauer Landeskirche sei der Bitte nachgekommen, das in rot gehaltene Kreuz mit dem «Freiraum» in der Mitte zu verwenden. «Sogenannte Pioniergemeinden haben das Logo bereits eingeführt. Es ist keine Pflicht, aber es sorgt für ein einheitliches Auftreten. Denn bis zum heutigen Tag präsentiert sich jede Kirchgemeinde mit einem anderen Logo der Öffentlichkeit», so die Präsidentin. Das Kreuz fördere zudem den ökumenischen Gedanken. «Das Kreuz ist im Christentum das wichtigste Symbol. Dementsprechend macht diese Entscheidung sicher Sinn», ergänzte Vorstandsmitglied Walter Studer, welcher sich für einen Sitz in der Synode aufstellen liess.

Susanne Dschulnigg ist überzeugt, dass, nebst den Anfangszeiten der Gottesdienste, das Logo für Gesprächsstoff an der Kirchgemeindeversammlung sorgen werde.

Erfreuliches Resultat
«Lieferverzögerungen und die Ungewissheit bei der Durchführung diverser Veranstaltungen, aufgrund von Corona, ermöglichen uns teilweise nur einen Blick in die Glaskugel», sagte die Kirchenpflegerin Marianne Pfändler.

Zu Buche würden unter anderem die Modernisierung und Erneuerung der Turmuhrtechnik in Kurzrichenbach schlagen. Hinzu kämen die Kontrolle der Glocke und der Ersatz der Klöppel. «Die Klöppel an sich sind nicht so kostenintensiv, aber das dazu benötigte Fachpersonal», so Pfändler.

Die Vermietung der Räumlichkeiten an das Alterszentrum habe sich gut eingependelt. Die Einnahmen seien sichtbar und ein Anhaltspunkt dafür, wie die Zukunft betreffend Weitervermietung aussehen könnte.

Gerade wegen der teilweise reinen «Sterndeuterei» sei das Resultat positiv zu werten, so die Kirchenpflegerin: «Der Aufwandsüberschuss des Budgets 2022, von rund 29’500 Franken, ist erfreulich.»

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