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Mehr Bau für mehr Geld

Kreuzlingen - Das Garederobengebäude des FC Kreuzlingen auf Klein Venedig wird teurer als ursprünglich geplant. Ausschlaggebend sind Projekterweiterungen und energetische Massnahmen. Damit wird ein Zusatzkredit von 247’500 Franken fällig.

Das Garderobengebäude wird zwar teurer, durch die Projekterweiterung ist die Summe aber sinnvoll investiert. Bild: zvg

Am kommenden Donnerstag wird der Gemeinderat über einen Zustazkredit von 247’500 Franken für die Mehrkosten des Neubaus Garderobengebäude FC Kreuzlingen abstimmen. «Der Fehler liegt bei uns», gab Stadträtin Dorena Raggenbass anlässlich der Medienkonferenz zu. Denn das Projekt wurde laufend weiterentwickelt und die «Planer passten die Baukosten an und schliesslich wurde ein Investitionskredit in Höhe von 800 000 Franken beantragt». In dieser Summe aber seien die Mehrkosten der Projekterweiterung nicht enthalten gewesen.

Garderobenproblem gelöst

Die Planungen für das Garderobengebäude gehen gingen auf das Jahr 2017 zurück, so die Stadträtin. Die Situation der Garderobeninfrastruktur sei über lange Jahre hinweg schlecht und auch mit notfallmässigen Umnutzungen nicht lösbar gewesen. «Zusätzlich fielen durch die Küchenumbauten zwei bestehende Garderoben weg». Aus diesem Grund sei ein einfacher Garderobenbau auf der Ostseite , anschliessend an das bestehende Clubgebäude, geplant. Das Projekt wurde von der Liegenschaftenverwaltung geplant. Aus energetischen Gründen sei das Projekt nicht mehr weiterverfolgt worden.

«Eine weitere Ungewissheit bestand darin, wie lange in diesem Gebiet überhaupt noch Sportanlagen sein werden oder ob der Fussballbetrieb im Rahmen der Neugestaltung des Klein Venedig umsiedeln müsste», so Dorena Raggenbass. Diese wurde aber im Zuge der Ortsplanung zeitlich verschoben. Nun wurde das Projekt weiterentwickelt, den energetischen Vorschrfiten angepasst und in der Dimension Stand 2017 überarbeitet. Der FC Kreuzlingen meldet zusätzlichen Raumbedarf an, es wurden zwei kleinere, multifunktionale Garderoben und ein Sanitätsraum integriert, das Gebäude wurde um 318,45 Kubikmeter baulich erweitert.

Sparen wo es geht

Dass die durch die Erweiterung verursachten Mehrkosten nicht im Investitionskredit von 800 000 Franken enthalten waren und dass keine Rücksprache mit den Planern stattfand «war der grundlegende Fehler und ist die Hauptursache der Kreditüberschreitung», heisst es in der Botschaft an den Gemeinderat. In dem dem Gemeinderat 2019 vorgelegten Gebäudeplan seien die erweiterten Räume aufgezeigt, in der Kostenberechnung aber nicht integriert gewesen. Im Lauf der weiteren Projektentwicklung sei klar geworden, dass der bewilligte Kredit zu tief angesetzt und nur schwer einzuhalten sei.

«Das Projekt wurde optimiert und es wurde gespart wo immer möglich aber nie zu Lasten der Nachhaltigkeit oder dem funktionellen Betrieb». Das Submissionsverfahren sei zu Beginn der Corona-Krise durchgeführt worden. was weitere Unsicherheiten mit sich gebracht habe. 2021 wurden zusätzlich neue Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich erlassen, welche eine Erweiterung der Lüftungsanlage erforderten. Die Heizleistung der Erdsonden wurde daraufhin überprüft und um eine vierte Sonde ergänzt werden.

Allen Bemühungen zum Trotz

«Ein Baustopp während der Umsetzung wurde nicht in Betracht gezogen», erklärte Dorena Raggenbass. Es sei vor Wintereinbruch gewesen, es wäre mit einer Verzögerung von drei Monaten und mit höheren Kosten der Materialisierung zu rechnen gewesen. «Wir versuchten während der Bauzeit in allen Bereichen und bei allen Arbeitsschritten und -vergaben Kosten zu reduzieren und den Mitteleinsatz weiter zu optimieren». Keine Einsparungen seien bei den gesetzlichen Vorschriften und den Auflagen der Baukommission hinsichtilich Fassadengestaltung und Energiekonzept erzielt worden. «Trotz allen Bemühungen wurde der Kreditrahmen um 247’500 Franken überschritten».

«Die Stadt ist mit vielen Bauprojekten gefordert», erklärte Stadtpräsident Thomas Niederberger. Beinahe alle seien innerhalb des Kostenrahmens erfolgreich umgesetzt worden. Hier seien Fehler gemacht worden, die so nie hätten passieren dürfen. Zusätzliche Projektneuaufnahmen würden aus diesen Erkenntnissen heraus anders gehandhabt.  Kurt Peter

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One thought on “Mehr Bau für mehr Geld

  1. Bruno Neidhart

    Es ist einer fehlenden Gesamtplanung geschuldet, dass hier über eine Million investiert wurde in ein Projekt, das ein Provisorium bleiben wird, ob nun auf Klein Venedig weiter Fussball zu betreiben ist, oder auch nicht. Die Planungsunsicherheit liegt in der fehlenden Entscheidungskraft der Stadt, was auf Klein Venedig (ganz allgemein) zu geschehen hat. Solange nichts entschieden ist, ist hier jede Investition fragwürdig, wenn auch nun dem FCK kurzfristig geholfen ist, um seine Clubarbeit, besonders im Jugend- und inklusiven Bereich, bei verbesserten Grundbedingungen fortsetzen zu können. Im Umkehrschluss: Hätte bereits ein Entscheid vorgelegen, dass auf Klein Venedig auch in Zukunft Fussball gespielt werden kann, so hätte diese Million bereits in eine Anlage auf der Basis einer Gesamtplanung fliessen können, hier etwas sportlich zeitgemässes zu erstellen. Es ist auch eine eminent gesellschaftliche Frage, was auch immer auf diesem interessanten Ufergebiet zu planen und zu realisieren ist. Diese Frage ist – mindestens fussballsportlich – unmittelbar gekoppelt mit dem Gelände auf „Seezelg“, das – auch nur provisorisch! – als Fussballort Verwendung finden könnte. Die derzeit für einige Jahre ausgerufene „Planungssicherheit“ auf Klein Venedig, bis eine Entscheidung getroffen werden könnte, ob es hier weiter gehen kann mit Fussball, oder komplett umzuplanen sei, ist eine „Unsicherheit“, die nach Ende der ausgerufenen, so genannten „Planungssicherheit“ weiter bestehen wird, wenn nicht bereits heute konkret entschieden und geplant werden sollte. Wie vermerkt: Es ist auch eine gesellschaftliche Frage. Sie zu beantworten, ergäbe einen sinnvollen, konkreten Blick zumindest in ein Stück Zukunft der Sportstadt Kreuzlingen.

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