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Wärme aus dem See

Kreuzlingen - Die Möglichkeiten der thermischen Nutzung des Bodensees für Kreuzlingen sollen geprüft werden. Dies verlangt eine SP-Interpellation. Um die Klimaziele zu erreichen ist die die Gemeinderatsfraktion entschlossenes Handeln nötig.

DerStadtrat soll prüfen, ob die thermische Nutzung der Seewärme für Kreuzlingen zur Verfügung gestellt werden kann. Bild: Google Earth

Die vom Kanton in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie «thermische Nutzung Bodensee und Rhein» habe ergeben, dass in den bezeichneten Perimetern für einen möglichen Wärme-Källte-Verbund «Kreuzlingen West» und «Kreuzlingen Ost» die Wärmenachfrage zu 80 Prozent und auch der Kältebedarf in einem «kombinierten Wärme-Kälteverbund abgedeckt werden könnten», schreibt die Fraktion zu Beginn. Und so könnten «die weiteren Abklärungen für ein städtisches Fernwärme-Versorgungsnetz basierend auf der thermischen Nutzung des Seewassers ohne weitere Zwischenschritte umgehend erfolgen».

Thermische Nutzung beachten

Die Fraktion begründet die Interpellation mit dem ungebremst voranschreitenden Klimawandel. Längst sei klar, dass die Klimakatastrophe nur bei raschem und entschlossenem Handeln zu vermeiden sei. «Eine Alternative hat unsere Gesellschaft nicht», hält die Fraktion fest. Um die Klimaziele des Bundes erreichen zu können, müssten alle Betroffene ihr Handeln auf das Erreichen dieser Ziele ausrichten. Neben dem Verkehr komme dabei der Wärmegewinnung und dem Wärmeverbrauch eine zentrale Bedeutung zu.

Die Fraktion habe schon vor einiger Zeit Auskunft vom Stadtrat gewünscht und erhalten, was die Stadt Kreuzlingen in dieser Hinsicht unternehme. Nun liege die «Machbarkeitsstudie Thermische Nutzung Bodensee und Rhein» seit drei Monaten vor. Diese komme bezüglich Potenzial zu folgendem Schluss: «Besondere Beachtung sollte im Energierichtplan die thermische Nutzung des Bodensees und Rheins erfahren». Es stehe ausser Zweifel, dass Kreuzlingen einer «Wärme-Gas-Strategie» bedürfe, Energie Kreuzlingen und Stadtrat seien sich dessen bewusst und hätten die Arbeit aufgenommen.

Interesse klären

Als Grundlage einer tragfähigen «Wärme-Gas-Strategie» müsse zuerst einmal bekannt sein, in welchem Bereich des Stadtgebietes die thermische Nutzung der Seewärme über ein städtisches Fernwärme-Versorgungsnetz zur Verfügung gestellt werden soll. Dies wiederum kann nur entschieden werden, wenn eine (Grob)-Projektierung für eine das gesamte Stadtgebiet umfassende Nutzung der Seewärme mit einer entsprechenden Grobkostenschätzung vorliegt», schreibt die Fraktion.

Auch die Empfehlung der kantonalen Machbarkeitsstudie an die Gemeinde schlage dieses Vorgehen vor. «In der Regel sind die Investitionskosten und die Energiegestehungskosten entscheidend, ob ein Energieverbund realisiert werden kann. Deshalb wird empfohlen, in einem nächsten Schritt die wirtschaftliche Machbarkeit der oben beschriebenen Energieverbunde zu prüfen. Dabei sollte neben den Investitions- und Betriebskosten vor allem das Interesse der grossen Wärme- und Kältebezüger für einen anschluss an einen Energieverbund geklärt werden».

Ettapenweises Vorgehen prüfen

«Für die Fraktion SP/GEW/Juso zeigt die erwähnte Studie einerseits klar das vorhandene Potenzial der thermischen Nutzung der Seewärme auf, lässt uns aber auch zum Schluss kommen, dass umgehend vertiefte Abklärungen durch Fachleute im Sinne eines Vorprojektes nötig sind, damit überhaupt eine genügende Basis für die Wärme-Gas-Strategie der Stadt Kreuzlingen vorhanden ist», heisst es in der Interpellation. Dass grösste Anstrengungen zur Reduktion des Verbrauchs fossiler Brennstoffe und zum Ausbau alternativer und nachhaltiger Energiequellen nötig seien und die Zeit dafür dränge, stehe ausser Zweifel. Der politische Entscheid über die Realisierung eines auf der thermischen Nutzung der Seewärme basierenden, städtischen Fernwärme-Versorgungsnetzes müsse (als Grundlage der weiteren Energiestrategie) schnellstmöglich gefällt werden können, um die (bau- und fachtechnischen sowie kostenmässigen) Grundlagen dafür seien sofort zu evaluieren.

Die Fraktion fragt den Stadtrat deswegen an, ob dieser «bereit ist, sofort alle Abklärungen für ein auf der thermischen Nutzung des Seewassers basierendens, städtisches Fernwärmeversorgungsnetz zu veranlassen». Im Einzugsgebiet «Kreuzlingen West», so die Interpellation, soll ein Anschluss des Bahnhofsquartiers in Konstanz und die sich daraus ergebende wirtschaftliche Auswirkungen geprüft werden. Es soll die Möglichkeit eines etappenweisen Vorgehens bei der Erstellung untersucht werden.

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