/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Ohne grosse Turbulenzen

Kreuzlingen – Am Dienstagabend fand im Kirchgemeindehaus die evangelische Kirchgemeindeversammlung statt. Es galt das Budget 2022 anzunemhen. Die Themen neues Logo, Gottesdienstzeiten und Landverkauf sorgten für kaum Diskussionen.

Marianne Pfändler und Susanne Dschulnigg (r.). (Bild: Sandro Zoller)

«Es freut mich, dass trotz der aktuellen Situation, sich einige Kirchenbürgerinnen und -bürger eingefunden haben. Um die Versammlung nicht unnötig in die Länge zu ziehen, bitte ich Sie, sich kurz zu fassen», sagte Susanne Dschulnigg, Präsidentin der evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, einleitend. Die Anwesenden hielten sich daran.

Neue Stelle im Open Place
«Die Betreuung der Sozialen Medien und der Webseite, das Erstellen von Flyern sowie sonstige Sekretariatsaufgaben haben eine Intensität erreicht, die nicht mehr der Freiwilligenarbeit zugeteilt werden kann», so Dschulnigg. Aufgrund dessen soll eine administrative Stelle mit einem zehn Prozent Pensum eingerichtet werden. Da diese Veränderung noch nicht in der Botschaft vermerkt war, stellte der Vorstand einen Antrag. Dieser wurde angenommen, so wie auch der gesamte Stellenplan 2022.

Zusätzliche Arbeit
Die Kirchenpflegerin Marianne Pfändler führte durch das Budget und sprach die wichtigsten Punkte an: «Der Posten Kirchenvorsteherschaft ist höher, da die Liegenschaftskommission nächstes Jahr mehr zu tun hat.» Auch die Verwaltungskosten sind angestiegen. Das liege daran, dass die neue Sekretärin eine Einarbeitungsphase habe, die sich mit der noch angestellten Mitarbeiterin überschneide.

Unter «Projekte der Kirchgemeinde» sind 1000 Franken vermerkt, die für das Kreuzlinger Stadtfest eingesetzt werden. Arnold Baumann stellte den Antrag, diese Kosten zu streichen. Dazu sagte die Präsidentin: «Ich finde, dass unsere Kirche an solch einem Ereignis present sein sollte. Zudem sind 1000 Franken bei Leibe nicht viel.» Der Antrag wurde abgelehnt. Bei der Kirchenmusik schlagen Aus- und Weiterbildungskosten zugunsten von Natalia Jäger zu Buche.

Hoffnung über mehr Kirche
«Wir hoffen auf ein kirchliches Leben im 2022. Deshalb wollten wir etwas budgetieren, auch wenn die 85’446 Franken weniger als im letzten Jahr sind», erklärte Pfändler. Es sei wichtig, dass jedes Kind ein Lager besuchen könne. Deshalb würden die Kosten im ähnlichen Rahmen wie im Vorjahr liegen.

Die Ausgaben für Seniorenarbeit falle höher aus, da Jubilare anstehen würden, so die Kirchenpflegerin: «Nebst den geplanten Geschenken steht auch eine grössere Kartenbestellung an. Diese Karten werden ebenfalls den Jubilaren überreicht.»

Restaurationen
Die Kirche Kreuzlingen müsse neue Klöppel erhalten. Die heutigen Modelle seien leichter und hätten einen sanfteren Klang. Die Arbeiten würden rund 20’000 Franken kosten. «In der Kirche Kurzrickenbach muss die Glocke entfernt werden, damit das Glockenjoch restauriert werden kann. Dies nützen wir aus, um die Lager zu ersetzen und Achsen zu prüfen», zählte Pfändler auf. Auch da würden die Klöppel ausgetauscht und die Turmuhrtechnik überholt werden.

Beim Punkt «Unterhalt Gebäude des Kirchgemeindehauses» hätten sie aus Sicherheit einen Betrag eingesetzt, so Pfändler: «Die Behebung eines Lochs im Dach kostet schnell 10’000 Franken.» Arbeiten seien auch im geschützten Haus Bleiche angesagt, da die Balken die Bretter nicht mehr richtig tragen würden. Beim Pfarrhaus sollen zudem die Fenster mit Wetterschenkeln, für mehr Langlebigkeit, nachgerüstet werden. Der Vorstand stellte zudem einen Antrag, mit 500 Franken die Sanierung der Kasse der «Evangelischen Frauen Schweiz» zu unterstützen. Der Antrag wurde angenommen.

Das Budget mit einem Aufwandüberschuss von 29’525.95 Franken ist durch die Anwesenden gutgeheissen worden.

Wahlen durchgeführt
Beatrice Beerli hat ihren Rücktritt aus privaten Gründen eingereicht. Für den vakanten Sitz in der Rechnungsprüfungskommission stellte sich Marlise Marazzi-Egloff zur Wahl. Mit Applaus und einer Geschenksübergabe durch die Präsidentin, hiessen die Versammelten Marlise Marazzi-Egloff als neue Rechnungsrevisorin herzlich willkommen.

Für die sechs Sitze in der Synode stellten sich die Bisherigen, Christian Lohr, Hanspeter Rissi, Heinz Lanz und Christian Hauser, auf. Andrea Pascale Wallroth bot sich als Ersatz für Kathleen Schwarzenbach an. Neu liess sich Walter Studer wählen. Die Kandidatinnen und Kandidaten erreichten das absolute Mehr. Bei der Inauguration fehlte Christian Lohr, der sich entschuldigte. «Es ist schon gut, dass er nicht da ist. Er soll sich ruhig um unsere Pensionskasse kümmern», sagte Dschulnigg schmunzelnd dazu.

Es war ein Stück Heimat
Das eigene Logo sei ein Stück Heimat gewesen, so die Präsidentin: «Man trennt sich nicht einfach von seinem Logo. Ich denke aber, dass das ‹Kreuz im Licht› auch zu unserem Logo wird.» Dazu gab es keine Bemerkungen von den Anwesenden.

An der Kirchgemeindeversammlung, vom 11. August 2020, wurde ein Bericht und Antrag zur Testphase gemacht. Zu den darin gestellten Fragen formulierte der Konvent Ziele wie die Verwendung neuer kreativer Elemente, Einbeziehung der Freiwilligen in die Gestaltung der Gottesdienste oder ein familienfreundlicherer Aufbau der Gottesdienste.

Pfarrer Stefan Hochstrasser bedankte sich für die Teilnahme an der Testphase: «Das Feedback war überaus positiv. Leider sehen wir kaum Ü-60 Personen. Dabei sagen wir bewusst Generationengottesdienst und nicht Familiengottesdienst. Es sind wirklich alle eingeladen.»

Nach vielen Überlegungen sei man zum Schluss gekommen, dass eine moderate Verschiebung der Gottesdienstzeiten dem «Zmörgele» entgegenkomme.

Schule braucht Grünfläche
«Die Schule in Kurzrickenbach braucht mehr Fläche für Spielplätze. Wir hingegen benötigen die Wiese nicht», so Dschulnigg. Arnold Baumann bat den Vorstand, die Fläche nicht zu verscherbeln. «Wer unsere Präsidentin kennt, weiss, dass sie hart verhandeln kann», antwortete Walter Studer. Dschulnigg fügte an, dass hohe Erwartungen unrealistisch seien: «Es handelt sich um eine öffentliche Zone».

Sie rief zudem dazu auf, sich für einen Posten in der Kirchenvorsteherschaft zu melden. Und das neue Publikationsorgan werde das Medium, das die Stadt wählen würde.

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