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HSC Kreuzlingen jetzt alleine auf Playoff-Platz 2

Handball – Mit einem erst in der zweiten Halbzeit überzeugenden Auftritt haben die Kreuzlinger ihren zweiten Platz in der NLB-Tabelle verteidigt. Sie feierten mit dem 38:28 (18:18) gegen Biel ihren vierten Sieg in Serie.

Kreuzlingens Cheftrainer Werner Bösch fand in der Halbzeitpause offensichtlich die richtigen Worte. (Bild: Felix Walker)

Zufriedene Gesichter bei den Kreuzlinger Verantwortlichen nach der Schlusssirene des letzten NLB-Heimspiels 2021. «Die Mannschaft hat die Sache in der zweiten Halbzeit richtig gut gemacht», meinte etwa der sportliche Leiter Heiko Grimm. Der ehemalige Europameister und Bundesliga-Trainer zweifelte nie daran, dass der HSCK saisonübergreifend den bereits neunten Heimsieg in Serie feiern würde. Dass sich der Tabellenzweite in den ersten 30 Minuten so schwertat, «hat vor allem an der etwas unkonventionellen Spielweise der Bieler gelegen.» Da brauchte es in der Pause die eine oder andere Feinjustierung durch Cheftrainer Werner Bösch insbesondere im Abwehrverbund. Mit 18 Gegentreffer gegen einen Abstiegskandidaten holte sich die Kreuzlinger Defensive in den ersten 30 Minuten definitiv keine Glanznoten ab. Das galt auch für den zuletzt so formstarken Torhüter Haris Berisha, der nach 24 Minuten seinen Platz für die nominelle Nummer 3 Cédric Färber räumen musste. Insgesamt bewegte sich der HSCK mit leistungsmässigen Wellenbewegungen durch diese erste Halbzeit: 5:5 nach sechs Spielminuten, 12:7 nach einer Viertelstunde, dann nur noch 15:13 in der 22. Minute nach vier Gegentreffern in Serie. Und schliesslich machte Biel vor der Pause auch noch einen Dreitore-Rückstand wett.

Wie ausgewechselt
Offensichtlich fand Werner Bösch in der Kabine dann die richtigen Worte. Seine Mannschaft jedenfalls war in der zweiten Halbzeit nicht wiederzuerkennen. Insbesondere wurde sie nun ihrer Reputation als beste Abwehr der Liga gerecht. Sowohl den polnischen Turm Tymoteusz Piatek (2,02 m) am Kreis als auch die beiden Goalgetter Vinzenz Schläfli und Lukas Trummer bekam der HSCK mit der jetzt einen Tick aggressiveren 5:1-Abwehr deutlich besser in den Griff. Die Bieler liefen sich immer wieder fest in der engmaschigen und physisch präsenten Abwehr der Gastgeber. In den ersten 13 Minuten nach Wiederanpfiff gelangen den Gästen nur noch drei Treffer. Dies auch deshalb, weil Topscorer Lukas Trummer mit seinem Penalty am temporär eingewechselten Haris Berisha scheiterte. Sein Ersatz Cédric Färber zeigte mit insgesamt neun Paraden und einer Abwehrquote von 40 Prozent eine erfreuliche Leistung. Die offensive Bieler Auszeit nutzten die Thurgauer, um sich einen 25:20-Vorteil herauszuspielen. Vor allem den Linkshänder Drenit Tahirukaj brachten die Berner Seeländer nie unter Kontrolle. Der kosovarische Nationalspieler hatte am Ende zwölf Tore aus 15 Versuchen auf seinem Konto. Weil sich zudem Paul Kaletsch einmal mehr als sehr souveräner Penaltyschütze etablierte (sechs Tore bei sechs Versuchen), bog de HSCK mit eine 30:22-Führung auf die Zielgerade ein. Die Bieler hatten zu diesem Zeitpunkt ihr bei Halbzeit lancierte Projekt «Überraschungscoup» wohl bereits wieder begraben. In der Schlussviertelstunde brachten die Kreuzlinger die beiden Punkte jedenfalls problemlos über die Distanz.

Bei den Kreuzlingern gab der reaktivierte Ex-Nationalspieler Adrian Blättler (27) nach einer sechsmonatigen Wettspielpause und erst zwei Trainingseinheiten mit dem Team seinen Einstand auf dem linken Flügel. «Auch wenn es heute in den wenigen Einsatzminuten noch nicht mit einem Tor geklappt hat, bin ich überzeugt, dass wir in Zukunft noch viel Freude an den Leistungen von Adi haben werden», zeigt sich Grimm nach Spielschluss positiv gestimmt.

Jahresabschluss in Möhlin
Weil das zuvor punktgleiche Baden in Winterthur überraschend verlor, liegt der HSC Kreuzlingen neu allein auf Platz zwei, immer noch vier Punkte hinter der ebenfalls siegreichen SG Wädenswil/Horgen. Der souveräne Leader, der bisher nur gegen Kreuzlingen verlor, gewann den Spitzenkampf gegen Stäfa mit 32:27.

Im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres geht es für die Thurgauer am nächsten Samstag zum TV Möhlin. Die Aargauer zählten in der jüngeren Vergangenheit fast immer zur Spitzengruppe, sind in dieser Saison aber schlecht aus den Startpflöcken gekommen. Mit nur drei Siegen aus zwölf Partien liegt Möhlin aktuell auf dem drittletzten Platz und ist zwingend auf Punkte angewiesen. Dabei kommt es auch zum Duell der Nummer 3 des NLB-Torschützenklassements Armin Sarac (Möhlin, 86 Treffer/davon 34 Penalties) und der Nummer 4 Paul Kaletsch (82/30).

HSC Kreuzlingen – HS Biel 38:28 (18:18)
Egelsee. – 220 Zuschauer. – Sr. Fallegger/Leu.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 5-mal 2 Minuten gegen Biel.
Kreuzlingen: Berisha (1.-24. plus 1 Penalty/6 Paraden), Färber (24.-60./9 Paraden); O. Wipf (1), Lutz (2), Dedaj (3), R. Wipf, Briegmann, Bär (2), Heim (2), Kaletsch (8/6), Portmann (1), Kun (3), Ramosaj (4), Blättler, Tahirukaj (12).
Biel: Spuler (1.-51./10 Paraden), Evard (51.-60./2 Paraden); Béguelin (5), Mächler, Linder (1), Trummer (6/1), Melcher (4), Rüeger (5), Steffen, Ottiger, Schläfli (5), Piatek (2).
Penaltystatistik: Kreuzlingen 6 von 6, Biel 1 von 2 (36./21:19 Trummer scheitert an Berisha).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Kappenthuler, Nahaj, Schneider und Zeller (alle verletzt), erstmals mit Adrian Blättler. – Rausch-AG-Best-Player-Wahl: Drenit Tahirukaj (K) und Lukas Trummer (B).

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