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Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele

Tägerwilen – Die aus Tägerwilen stammende Saskia Kolb hat mit 20 Jahren ihr erstes Buch herausgebracht. Im Jugendroman «Phase 12» dreht es sich um Macht, Kontrolle und die Frage, wie weit ein Mensch gehen kann, um seine Liebsten zu retten.

Saskia Kolb im Innenhof des Klosters Kreuzlingen. (Bild: Sandro Zoller)

«Das Schreiben hat es mir schon sehr früh angetan. Bereits in der Grundschule habe ich angefangen Geschichten zu verfassen. Mir gefällt daran, dass ich meine eigenen Welten erschaffen und sie durch meine Worte mit anderen teilen kann», sagt die 20-jährige Saskia Kolb.

Bruchstückhaft entstanden
Die aus Tägerwilen stammende Autorin hat schon immer ein Buch schreiben wollen. Zum erschienenen Thriller «Phase 12» sagt sie: «Ich finde, dass diese Geschichte es wert ist erzählt zu werden.» Was der Auslöser für diesen Entschluss gewesen sei, wisse sie nicht mehr. Aber das könne sie im Allgemeinen nie wirklich sagen. «Die Ideen sind einfach plötzlich da.» Der Roman sei bruchstückhaft entstanden. Erst nach einiger Zeit habe sich alles zu einem Ganzen zusammengefügt.

Planung ist die halbe Miete
Saskia Kolb befindet sich im letzten Jahr an der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen: «Wenn ich gerade einmal nicht am Schreiben oder für die Schule eingespannt bin, dann musiziere ich sehr gerne, zeichne oder verbringe die Zeit mit Freunden und Familie.»

Ein Buch schreibt sich bekanntlich nicht von selbst. Im 2016, mit 15 Jahren, begann die Autorin mit dem Verfassen der Geschichte. Insgesamt habe der Schreibprozess zwei Jahre gedauert, wobei die Hälfte für die Planung «drauf» ging. «Im zweiten Jahr brachte ich dann sozusagen die Vorarbeit auf das Papier. In diese Phase gehörte ebenfalls die Überarbeitung des Ganzen.»

Sind Autoren Nachteulen? «Grundsätzlich schreibe ich dann, wenn ich eine gute Idee habe und im Flow bin. Meistens ist das tatsächlich nachts, und ich muss mich hin und wieder daran erinnern auch zu schlafen», sagt Kolb schmunzelnd.

Spannung aufrecht erhalten
Anfangs habe sie einen Moment gebraucht, um das richtige Erzähltempo zu finden. Beim Schreiben fühle es sich ganz anders an, als wenn man die Geschichte danach lese. «Oftmals war es so, dass mir der Text beim Lesen viel kurzatmiger vorkam als während des Schreibens. In einem zweiten Durchgang musste ich deshalb weitere Details hinzufügen.» Dabei habe sie aber immer den Spannungsbogen im Auge behalten müssen. «Nicht, dass der noch verloren geht», so Kolb. Anfänglich sei es deshalb ein «Herantasten» gewesen. Nach einer Weile hätte sie aber den Dreh heraus gehabt und gewusst, wie die Geschichte bestmöglich zu planen sei.

Figuren ans Herz gewachsen
Die Story von «Phase 12» sei reine Fiktion, so die Buchautorin: «Ich denke, es ist ganz gut, dass das Buch nicht auf wahren Gegebenheiten beruht. Denn es geht darin schlussendlich um einen Mord.»

Keine der Figuren sei nach dem Vorbild ihrer selbst entstanden. Dennoch denke sie, dass in jeder Figur eine Spur von ihr wiedergefunden werden könne. «Ich glaube, dass es für mich unmöglich ist, einen Text zu schreiben, in den nichts aus meiner Lebenswelt und meinen Erfahrungen fliesst.»

Im Verlauf des Verfassens der Geschichte seien ihr alle Figuren ans Herz gewachsen. Deshalb könne sie sich nicht für einen «Liebling» entscheiden. «Jedoch identifiziere ich mich am ehesten mit der Protagonistin Skye Delford», sagt Kolb.

Am meisten genossen habe sie das Ende des Buches. Es sei der Moment, auf den die Geschichte hinarbeite. «Ihn dann schliesslich zu schreiben, hat mir total Spass gemacht.»

Über Wettbewerb zu einem Vertrag gelangt
Sie sei auf eine Werbeanzeige gestossen, in der Manuskripte für den Book King Award 2021 gesucht worden seien. «An diesem Wettbewerb habe ich begeistert teilgenommen. Es hat sich gelohnt, denn ich konnte mich zu den sechs Gewinnerinnen und Gewinnern zählen», erzählt Kolb hochgestimmt. Dadurch habe sie einen Vertrag bei Book King erhalten. Dabei handle es sich um einen jungen und aufstrebenden Hamburger Verlag. «Ich geniesse die sehr persönliche Zusammenarbeit mit dem Team.»

Von «Phase 12» werde es keine Fortsetzung geben. Sie habe es als Einzelband geplant, verrät die Autorin: «Ein Teil zwei würde der Geschichte nicht gerecht werden. Jedoch sind weitere Bücher im gleichen Genre bereits in Planung.»

Zusammenfassung
«Er hatte ihr Leben in den Händen, die absolute und vollkommene Kontrolle. Es war seine Entscheidung, ob sie lebte oder starb.»

Das Leben der siebzehnjährigen Skye Delford ändert sich schlagartig, als ihre beste Freundin brutal ermordet wird, doch dies sollte erst der Anfang sein. Kurz darauf erhält sie die erste Aufgabe, die sie zu erfüllen hat, verfasst von dem Mörder selbst. Es dauert nicht lange und Skye verstrickt sich in einem Netz aus Lügen, scheinbar ohne Ausweg, und sie muss sich die alles entscheidende Frage stellen: Wie weit ist sie bereit zu gehen, um die zu retten, die sie liebt?

Das Buch ist ein Thriller, der sich in erster Linie an Jugendliche richtet, der aber auch sehr gut von Erwachsenen gelesen werden kann.

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