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Ein Leben für die Medien

Kreuzlingen/Bottighofen – Patrick Eich ist so etwas wie das Aushängeschild des Bodensee TVs. Der Moderator arbeitet aber hauptsächlich für seine Produktionsfirma. Er ist lizenzierter Drohnepilot und kennt sich in der Sportlandschaft sehr gut aus.

Patrick Eich im Bodensee-TV Studio. (Bild: zvg)

«Viele, die mich im Bodensee TV sehen, denken, dass ich damit mein Geld verdiene. Das stimmt aber nicht. Es ist mein Hobby», sagt Patrick Eich aufklärend. Der 48-jährige Familienvater, wohnhaft in Bottighofen, ist in der Öffentlichkeit aufgrund seiner Tätigkeit als Moderator beim Lokalfernsehen bekannt. Hauptsächlich sei er aber bei seinem 2015 gegründeten Unternehmen EICH-Media eingebunden.

Vom Sport zum Doktortitel
«Olympische Spiele und Fussball-Weltmeisterschaften und deren Historie interessieren mich bis heute. Glücklicherweise habe ich auch viele Sportarten aktiv ausüben dürfen», erzählt Eich. Seine Schwerpunkte seien beim Schwimmen und Handball gelegen.

Seine Passion für Bewegungs-, Spiel- und Wettkampfformen führte ihn an die Deutsche Sporthochschule Köln. Diese schloss er erfolgreich mit einem Diplom ab. Während eines Volontariats beim Südkurier promovierte Patrick Eich an der Universität Konstanz zum Doktor der Sozialwissenschaften. Seine Dissertation behandelte das Thema «Dekaden unter der Lupe – Empirische Untersuchung zur Entwicklung und Veränderung des Hauptsports im Südkurier von 1945 bis 2002».

Die «Sporen» habe er sich durch eine Vielzahl von Praktika bei Tageszeitungen, Radio und TV – sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat – abverdient. «Meine Diplomarbeit über das ehemalige TV-Sportmagazin ‹Sport unter der Lupe› hat den Wunsch bestätigt, irgendwann beim Fernsehen landen zu wollen», resümiert Eich.

Von der Zeitung zum TV
Ihm habe noch der Perspektivenwechsel in Richtung Unternehmenskommunikation gefehlt: «Das waren schliesslich eher kurze Gastspiele im Raum St. Gallen und Zürich.» Um den Traum vom Fernsehen Wirklichkeit werden zu lassen, sei er beim SWR in Friedrichshafen (SWR 4 Radio) durchgestartet.

«Mit einem Fuss in der Türe und alten Kontakten zur ARD-Sportredaktion in Baden-Baden, begann kurze Zeit später meine TV-Karriere beim ‹Deutschen Fernsehen›. Dort arbeitete ich insgesamt sechs Jahre.»

Er habe unter anderem sporthistorische Dokumentationen zu Olympischen Spielen und Fussball-Weltmeisterschaften, einige Features zu bekannten Sportikonen oder aktuelle Sportbeiträge produzieren dürfen.

Natürlich habe es viele Erlebnisse mit berühmten Sportlerinnen und Sportlern oder Prominenten gegeben, so Eich: «Ganz besonders in Erinnerung bleibt mir mein Ende 2008 verstorbener Mentor, die deutsche Sportreporter-Legende Rudi Michel.» Zu ihm habe er ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt. Sie beide hätten zahlreiche unvergessliche Momente und Anekdoten verbunden.

Vom Programmleiter zum Präsidenten
Im 2014 habe er das damalige «Kreuzlinger Fernsehen» auf Swisscom TV entdeckt und einige Sendungen mit Gründer und Moderator Robert Böhni gesehen. «Kurz darauf rief ich da an, um mir als Interessierter das TV-Studio zeigen zu lassen. Ich war dann schneller als ich «Piep» sagen konnte Interview-Gast. Und plötzlich sass ich auf dem Moderatorenstuhl», sagt Eich rückblickend.

Ein halbes Jahr nachdem er mit Moderationen und der Produktion von externen Beiträgen begonnen habe, sei Vereinspräsident Robert Böhni erkrankt. Ihm sei plötzlich die Verantwortung für das gesamte Programm und alle Gäste oblegen. «Nach seinem Ableben übernahm ich das Präsidentenamt ad interim.» Glücklicherweise habe Jürg Schenkel das bald übernommen.

Als Programmchef, Moderator und Vizepräsident sei er für die programmplanerische Logistik zuständig, stets in regem Austausch mit den Moderationskolleginnen und -kollegen wie auch dem Vorstand des Bodensee TV Vereins.

Als Herausforderung des Senders sehe er das Finden von Nachwuchs: «Trotz fortschreitender Digitalisierung und alltäglicher Mediennutzung erweist sich gerade das als schwierig.» Ihnen würden weiterhin Allrounder fehlen, die draussen Interviews führen und danach eigenständig schneiden würden.

«Meine Highlights sind aktive Sendungen», so Eich. Einmal sei ihm während des Gesprächs der Bart mit einer messerscharfen Rasierklinge geschnitten worden. Schweisstreibend sei das Turnen mit einer Fitnesstrainerin und spannend die Begegnung mit einer Würgeschlange auf dem Schoss gewesen.

Vom Mitarbeiter zum eigenen Chef
Seit 2015 ist Patrick Eich mit EICH-Media selbständig erwerbend: «Mit meiner Firma produziere ich unter anderem Image- und Werbefilme für das Schweizer Fernsehen oder mache als lizenzierter Drohnenpilot komplizierte Luftaufnahmen.» Das Portfolio habe er unterdessen mit Moderationen und Sprechertätigkeiten für Podcasts erweitert. «Das lag irgendwie auf der Hand.»

Mittlerweile würden wir in medialen Parallelgesellschaften leben. Print, Radio, TV, Online und Social Media – alles Kanäle, die bedient werden müssen. Für alle, welche damit Geld verdienen wollen, bleibe es ein schwieriges Geschäft, so Eich: «Warum nicht Synergien schaffen? Willkommen Kreuzlinger Medienhaus.»

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