/// Rubrik: Region | Topaktuell

Erschliessung des Solarstrompotenzials

Thurgau – Im Kanton Thurgau steht ein Potenzial zur Solarstromproduktion von rund 2'370 Gigawattstunden zur Verfügung. Heute werden davon erst fünf Prozent, vorwiegend im Sommerhalbjahr, genutzt. Gestützt auf ein von der Abteilung Energie erarbeitetes Konzept hat der Regierungsrat entschieden, mit welchen Massnahmen das Potenzial von grossen Dachflächen und Infrastrukturanlagen besser erschlossen werden kann. Ausserdem wurde das Förderprogramm Energie angepasst.

(Bild: Pixabay)

Warum nutzen nur wenige Eigentümerinnen und Eigentümer von grossen Dachflächen und Infrastrukturanlagen die Möglichkeit zur nachhaltigen Solarstromproduktion? Dieser Frage ging die Abteilung Energie unter Einbezug von Fachleuten nach. Im Anschluss wurden Massnahmen definiert, mit denen der Zubau erhöht werden kann.

Selbst produzierter Solarstrom ist aufgrund der wegfallenden Netzkosten günstiger als der vom Netz bezogene Strom. Vielen Gebäudeeigentümerinnen und Gebäude-eigentümern ist dies jedoch noch nicht bekannt. Solarstromanlagen ohne Eigenverbrauch sind dagegen trotz Förderbeiträgen des Bundes noch nicht wirtschaftlich, da die Produktionskosten höher sind als die Rückspeisetarife.

Nebst den Dachflächen liessen sich auch Infrastrukturanlagen wie zum Beispiel National- und Kantonsstrassen, Parkplätze oder Deponien für die Produktion von Solarstrom nutzen. Die Installation von Solarmodulen als Überdachung von Parkplätzen ist relativ einfach zu realisieren. Stillgelegte Deponien und Abbaugebiete werden dagegen noch nicht genutzt. Hauptsächlich sind es rechtliche Hürden auf Bundesebene, die eine Nutzung dieser Flächen vor oder während der Renaturierung nicht zulassen.

Für einen stärkeren Zubau von grossen Solarstromanlagen will der Kanton unter anderem folgende Massnahmen umsetzen:

  • Ergänzende Einmalvergütung für grosse Solarstromanlagen ab 100 Kilowatt-Peak ohne oder mit geringem Eigenverbrauch;
  • Forcierung der Errichtung von Solarstromanlagen auf Dächern der öffentlichen Hand;
  • Erhöhung der Nachfrage nach Thurgauer Naturstrom;
  • Beratungsangebote für Besitzerinnen und Besitzer von Dachflächen zur Senkung der Strombezugskosten durch Solarstrom-Eigenverbrauch, Vermietung grosser Dachflächen, Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, Beteiligungsmodelle usw.

Anpassungen im Förderprogramm
Für die ergänzende Einmalvergütung wird bis Ende 2023 jährlich eine Summe von rund 1.2 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug werden im Förderproramm andere Bereiche, wie zum Beispiel die Elektromobilität, die inzwischen am Markt den Durchbruch geschafft hat, eingestellt oder reduziert. Bei den anderen Anpassungen im Förderprogramm handelt es sich weitgehend um kleinere Optimierungen und Anpassungen an die technische Entwicklung. Bei der Konzeption des Förderprogramms wurde wiederum eine informelle Begleitgruppe miteinbezogen. Diese setzt sich aus Fachleuten aus unterschiedlichen Baufachbereichen zusammen.

Share Button

Weitere Artikel aus der Rubrik Fokus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert