/// Rubrik: Region | Topaktuell

Über 285’000 Einwohnerinnen und Einwohner im Thurgau

Thurgau – Auch im Jahr 2021 nahm die Einwohnerzahl im Kanton Thurgau deutlich zu. Mit 1,1 Prozent war der Zuwachs allerdings leicht schwächer als in den beiden Vorjahren. Vor allem die ausländische Bevölkerung wuchs langsamer. Die Zahl der Seniorinnen und Senioren steigt weiter.

(Bild: Pixabay)

Ende 2021 wohnten 285‘212 Menschen im Thurgau. Dies sind über 3‘100 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Die Wachstumsrate von 1,1 % liegt etwas tiefer als in den beiden Vorjahren (+1,2 %), ist aber nach wie vor stattlich.

Bezirk Kreuzlingen wächst deutlich
Der Bezirk Kreuzlingen hat sowohl prozentual als auch in Anzahl Personen am meisten neue Einwohnerinnen und Einwohner gewonnen (+1,4 %; +693 Personen). Mittlerweile wohnen über 50‘000 Personen im Bezirk Kreuzlingen. Vor allem Gemeinden in der Nähe der Stadt Kreuzlingen sind auf Wachstumskurs: 2021 stieg die Einwohnerzahl in Bottighofen (+8,4 %), aber auch in Tägerwilen (+2,6 %) und Ermatingen (+2,5 %) deutlich. Diese Gemeinden hatten auch im Vorjahr vergleichsweise viele neue Einwohnerinnen und Einwohner gewonnen. In den Bezirken Arbon, Münchwilen und Weinfelden lag das Wachstum im kantonalen Schnitt (je +1,1 %). Etwas moderater fiel das Plus im Bezirk Frauenfeld aus (+0,9 %).

Arbon und Romanshorn vorne bei Städten
Unter den sechs Thurgauer Städten nahm die Bevölkerung 2021 in Arbon (1,7 %) und Romanshorn (1,3 %) am kräftigsten zu. In den Vorjahren hatte Amriswil stark an Bevölkerung gewonnen. In Frauenfeld, der grössten Gemeinde im Kanton, blieb die Bevölkerungszahl 2021 mit 25‘816 Personen fast unverändert.

Etwas geringeres Wachstum der ausländischen Bevölkerung
Das Wachstumstempo wird im Wesentlichen durch die Zuwanderung aus dem Ausland bestimmt. Im Jahr 2021 nahm die ausländische Bevölkerung um 2,1 % oder rund 1‘500 Personen zu. In den beiden Vorjahren betrug das Plus 2,6 % (2020) und 2,5 % (2019).

Ende 2021 wohnten gut 72’700 ausländische Staatsangehörige im Thurgau. Jede vierte Thurgauerin oder jeder vierte Thurgauer hat einen ausländischen Pass.

Gleichbleibender Zuzug aus Deutschland
Der Zuwachs der deutschen Staatsangehörigen ist seit einigen Jahren stabil und liegt bei gut 2 %. Im Jahr 2021 betrug die Zunahme 2,3 % oder 550 Personen. Sie sind die Ausländergruppe, die absolut gesehen am stärksten zulegt. Neben den Deutschen stieg die Zahl der Staatsangehörigen aus Polen (+200 Personen), Italien (+150), Slowakei (+110) und Ungarn (+110) ausgeprägt, aber insgesamt etwas geringer als in den Vorjahren.

Stabile Zunahme der Schweizer Bevölkerung
Ende 2021 wohnten rund 1’600 Schweizerinnen und Schweizer mehr im Thurgau als im Jahr zuvor. Die Bevölkerung schweizerischer Nationalität nimmt seit 2017 um jährlich 0,8 % zu. Beim Wachstum der Schweizer Bevölkerung spielen Einbürgerungen eine gewichtige Rolle.

Mehr Seniorinnen und Senioren
Die Zahl der älteren Menschen nimmt deutlich zu. Seit über zehn Jahren steigt die Zahl der über 65-Jährigen Jahr für Jahr um 3 %. Dies war auch 2021 der Fall (+3,1 %; +1’600 Personen). Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (20- bis 64-Jährige) nahm wesentlich langsamer zu (+0,4 %; +700 Personen); das Wachstum dieser Bevölkerungsgruppe wurde unter anderem durch die Abnahme der jungen Personen im Erwerbsalter (20- bis 30-Jährige) gebremst (-2,2 %; -750 Personen).

Die Zahl der unter 20-Jährigen ist hingegen dank Geburten und Zuzügen weiter gestiegen (+1,5 %; +860 Personen). Vor zehn Jahren hatte die Zahl der Kinder und Jugendlichen noch abgenommen. Ende 2021 waren 20 % der Bevölkerung unter 20 Jahre und 19 % über 65 Jahre alt.

Landeskirchen verlieren Mitglieder
Seit Jahren sind die Mitgliederzahlen der beiden Landeskirchen rückläufig. Ende 2021 betrug der Rückgang 2’700 Personen, davon waren 1’600 Personen evangelisch und 1’100 Personen katholisch. Per Ende 2021 waren 30 % der Thurgauer Bevölkerung evangelisch und 29 % katholisch. Im Jahr 2015 waren noch 35 % evangelisch und 32 % katholisch gewesen. Der Anteil von Personen (über 15 Jahren) ohne Religionszugehörigkeit nimmt hingegen zu und betrug im Jahr 2020 (aktuellste verfügbare Zahlen) 26 %. 6 % der Einwohnerinnen und Einwohner gehören im Thurgau einer islamischen Glaubensgemeinschaft an, weitere 6 % einer anderen christlichen Gemeinschaft ausserhalb der Landeskirchen. Diese beiden Anteile sind über die Zeit stabil geblieben.

Thurgau mit überdurchschnittlichem Bevölkerungswachstum
Seit Jahren nimmt die Einwohnerzahl im Thurgau kräftiger zu als in der Gesamtschweiz. Für das Jahr 2021 liegen noch keine gesamtschweizerischen Angaben vor; in den Vorjahren 2018 bis 2020 hatte das schweizweite Bevölkerungswachstum bei deutlich moderateren 0,7 % gelegen.

Weitere Informationen finden Sie in der Statistischen Mitteilung Nr. 2/2022 «Wohnbevölkerung der Politischen Gemeinden» und im Internet:

statistik.tg.ch -> Bevölkerung und Haushalte -> Bevölkerungsstand

statistik.tg.ch -> Bevölkerung und Haushalte -> Alter

statistik.tg.ch -> Bevölkerung und Haushalte -> Zivilstand

statistik.tg.ch -> Bevölkerung und Haushalte -> Ausländische Bevölkerung

statistik.tg.ch -> Bevölkerung und Haushalte -> Religionen, Konfessionen

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.