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Das Jahr des Glases im Thurgau

Thurgau – Die UNO hat 2022 zum Internationalen Jahr des Glases erklärt. Im Thurgau warten viele bekannte und verborgene Glasschätze auf ihre Entdeckung. Die Museen Thurgau, die Denkmalpflege und Thurgau Tourismus koordinieren in einem einmaligen Projekt ihre Aktivitäten, um die Auseinandersetzung mit diesem besonderen Werkstoff attraktiv zu machen.

(Bild: Pixabay)

Glas erzählt Geschichten: Seit der Bronzezeit nutzen Menschen diesen besonderen Werkstoff, um Alltagsgegenstände, aber auch Schmuck oder Kunst herzustellen. Aus dem heutigen Alltag ist Glas kaum mehr wegzudenken und prägt unser Leben fast unsichtbar. Im Thurgau warten viele bekannte und verborgene Glasschätze auf ihre Entdeckung. In Museen, Kirchen und öffentlichen Gebäuden gibt es eine Vielzahl an Meisterwerken der Glaskunst, die die ganze Vielfalt und Ausdrucksmöglichkeit dieses besonderen Werkstoffs in Erscheinung treten lassen.

Im Einzelnen sind folgende Hauptangebote geplant:

Museum für Archäologie Thurgau, Freiestrasse 24, Frauenfeld
Das Museum für Archäologie Thurgau zeigt vom 26. März bis 16. Oktober 2022 in der Kabinettausstellung «LeTrésor» gläserne «Highlights» aus der Bronze-, Eisen- und der Römerzeit sowie dem Frühmittelalter. Die ältesten Glasobjekte aus dem Kanton Thurgau stammen aus der Bronzezeit (2200–800 v.Chr.). Archäologinnen und Archäologen entdeckten bei Grabungen in Arbon und Uerschhausen mehrere türkis- bis königsblaue oder schwarzbraune Fayenceperlen. Früher ging man davon aus, dass diese seltenen Funde alle aus Ägypten oder dem Mittelmeerraum an den Bodensee importiert wurden. Neue Forschungen sprechen aber auch für eine Herkunft aus Frattesina in Oberitalien.

Historisches Museum Thurgau, Schloss Frauenfeld
Das Historische Museum widmet dem Glas ein ganzes Themenjahr unter dem Titel «Glas & Gloria. Fensterkunst im Thurgau». Der Star dieses Schwerpunkts sind die kostbaren, farbig leuchtenden Glasscheiben im Schloss Frauenfeld, die unglaubliche Geschichten über Heldentum und Liebe oder Machtkämpfe und Angeberei erzählen. Die leichtfüssige Audioguide-Expedition «Ach, du Scheibe!» präsentiert diese Glaskunst in einem komplett neuen Licht. Das Thema Glas wird zudem mittels Podiumsgespräch, Konzertmatinée, Führungen, einer Fachtagung und Kurzreferaten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Ittinger Museum und Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen
Im Ittinger Museum sind über ein Dutzend Scheiben aus der Klosterzeit in ihrem originalen Umfeld zu erleben. Audioguide-Texte lassen nachvollziehen, welchen Wert diese hochkarätigen Kunstwerke für die damaligen Bewohner hatten. In einem Vortrag von Kurator Felix Ackermann am Donnerstag, 21. April 2022 um 19 Uhr wird die besondere Bedeutung dieser oft als Geschenke zwischen den Klöstern ausgetauschten Glasbildern vertieft erörtert. Im Kunstmuseum Thurgau wird anhand von Entwürfen von Carl Roesch ab Mitte April Einblick gegeben in die Glaskunst der Moderne.

Museen Thurgau, Denkmalpflege und Thurgau Tourismus
Die Museen Thurgau legen in Kooperation mit der Denkmalpflege des Kantons Thurgau und mit Thurgau Tourismus die Karte «Gläserne Welten. Exkursionen im Thurgau» vor. Die Karte zeigt Wege zu bekannten und verborgenen Glasschätzen im Thurgau. Sie listet rund zwei Dutzend Orte auf, an denen kleine und grosse Meisterwerke der Glaskunst erlebt werden können. Die Zusammenstellung enthält Vorschläge für Museumsbesuche oder führt in Kirchen und öffentliche Gebäude, die durch ihre Ausstattungen zu atmosphärisch aufgeladenen Lichträumen werden. Ausflugsvorschläge werden auf der Homepage von Thurgau Tourismus thurgau-bodensee.ch/glas beschrieben und laden zu Entdeckungsreisen durch den Thurgau ein. Mit dem E-Trottinett etwa begibt man sich auf die Spuren der Frauenfelder Glasschätze. Und am Bodensees wartet Frauenpower auf: Entlang farbenprächtiger heiliger Frauen und gläsernen Märtyrerinnen führt ein digitaler Guide mit spannenden Hintergrundinformationen zum Werk und den Frauen.

Denkmalpflege und Vitrocentre Romont
Die Aktivitäten zum Jahr des Glases stützen sich auf die Erkenntnisse von mehrjährigen Forschungsarbeiten. Das Vitrocentre Romont hat im Rahmen des gesamtschweizerischen Projekts «Corpus Vitrearum Schweiz» im Verlauf der letzten Jahre die Glasscheiben im Thurgau umfassend erfasst und beschrieben. Die Ergebnisse dieser Recherchen sind auf der Website vitrosearch.ch einsehbar. Die Erkenntnisse zum Glas werden in zwei Publikationen der Denkmalpflege des Kantons Thurgau und des Vitrocentre Romont zugänglich gemacht. Die beiden Publikationen stellen die wichtigsten Schöpfungen der Glaskunst vom Spätmittelalter bis ins 20. Jahrhundert vor. Die Publikationen werden an einer Buchvernissage am Donnerstag, 9. Juni 2022 im Rathaus Frauenfeld vorgestellt.

Angaben zu den Büchern: Sarah Keller und Katrin Kaufmann: Die Glasmalereien vom Mittelalter bis 1930 im Kanton Thurgau, Corpus Vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Band 8, De Gruyter Berlin 2022. Auch als E-Book erhältlich.

Denkmalpflege des Kantons Thurgau (Hrsg.): Licht- und Farbenzauber – Glasmalerei im Thurgau, Bd. 23 der Reihe «Denkmalpflege im Thurgau», Schwabe Verlag Basel 2022. Auch als E-Book erhältlich.

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