/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Heuchlerische Grossverteiler

Leserbrief – Jost Rüegg aus Kreuzlingen wünscht sich mehr Verantwortung und Solidarität mit einheimischen Produzenten.

(Bild: Pixabay)

In den Medien wird immer wieder das Verhalten von einem Grossteil der Konsumentinnen und Konsumenten thematisiert, die insbesondere bei Lebensmitteln immer nur billigste, oft  ausländische Ware einkaufen, anstatt auf einheimische und/oder biologische Produkte zu  setzen. Die Grossverteiler wie zum Beispiel ALDI, COOP, LIDL und MIGROS verweisen hier immer wieder auf die Entscheidung ihrer Kunden, die eben nur auf den Preis schauen. Warum wohl? Wir alle wissen, dass Werbung einen grossen, manipulativen Einfluss auf das Kaufverhalten von Kunden hat. Wenn dem nicht so wäre, würde es diese Werbung gar nicht geben. Nun finden wir wöchentlich teure, ganzseitige Inserate und auch Werbespots am Fernsehen mit Angeboten von 20 bis 50 Prozent Aktionsrabatt. Das heisst, die Kunden werden mit teurer Propaganda und dies seit Jahren dazu angehalten, von diesen Billigangeboten Gebrauch zu machen, was die meisten auch tun, stetige Werbung wirkt. Wenn es den Grossverteilern ernst wäre mit der Förderung von einheimischen und gesunden Lebensmitteln, würden sie nicht dauernd solche Werbung schalten.

Es kommt dazu, dass mit Aktionen dieser Art indirekt aufgezeigt wird, wie hoch ihre Margen bei Lebensmitteln sind, denn Kundinnen und Kunden dürfte klar sein, dass die Grossverteiler bei solchen Billig-Aktionen kaum drauflegen. Wenn zu einer normalen Marge bei Lebensmitteln von zum Beispiel zehn bis 20 Prozent noch 50 Prozent Aktionsrabatt kommen, ergibt dies ausserhalb von Aktionen eine Marge von über 60 Prozent. Das Nachsehen haben die Lebensmittelproduzenten in der Schweiz, deren Abgabepreise von Grossverteilen laufend  gedrückt werden ohne dass der Absatz wesentlich zunimmt.

Verantwortung und Solidarität mit einheimischen Produzenten der Grossverteiler sind gefragt und keine andauernde sowie für einheimische Produzenten schädliche Tiefpreispropaganda.

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