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Rechnungsgemeindeversammlung der Salensteiner Bürgergemeinde

Salenstein – Am 31. Mai fand die Rechnungsgemeindeversammlung statt.

Das Holzlager im Werkhof genügt bald nicht mehr. (Bild: zvg)

Am letzten Tag des Monats Mai waren die Bürgerinnen und Bürger aus Salenstein aufgerufen die Rechnungsgemeindeversammlung zu besuchen. 25 Personen, darunter ein Jugendlicher ohne Stimmrecht, folgten diesem Aufruf und wurden zum Auftakt des Abends von Wirtin Heidi Lutz im Löwen Mannenbach mit Hackbraten, Kartoffelstock, Gemüse und Dessert verwöhnt.

Bürgerpräsident Roland Ilg begrüsste nun die anwesenden Bürgerinnen und Bürger zum geschäftlichen Teil des Abends. Er erinnerte dabei an die Rechnungsgemeinde 2020, die als Urnenabstimmung durchgeführt wurde und den Ausfall der Silvestergemeindeversammlungen 2020 und 2021. Auch der öffentliche Waldumgang 2020 musste abgesagt werden. Die Rechnungsgemeinde 2021 wurde auf den August verlegt, konnte dann aber abgehalten werden. Auch ein Behörde-Waldumgang mit dem Förster Peter Plüer und Kreisforstingenieur Ulrich Ulmer fand statt. Dazu waren auch die ehemaligen Bürgerpräsidenten der früher selbstständigen Bürgergemeinden, Jakob Herzog, Fruthwilen, Robert Keller Mannenbach und Bernhard Friedrich, Salenstein, eingeladen.

Nun aber ist diese Zeit vorüber und (fast schon) vergessen. Corona ist, wie Präsident Ilg meinte, wieder als Biersorte bekannt. Isolation wird wieder im Baugewerbe bei Heizungen oder Elektrizität angewendet und die Masken gehören wieder zur Fasnacht! Trotz dieser schwierigen Zeit und der neuen Probleme in Europa, ist die Zeit nicht stehen geblieben und die Bürgerverwaltung hat ihre Aufgaben bestmöglich ausgeführt. In vier Sitzungen wurden die Geschäfte erledigt. Dazu wurden Vertretungen nach aussen so gut wie möglich wahrgenommen. Im vergangenen Jahr wurde der Bürgergemeinde von zwei Anbietern über eine Hektar Wald, angrenzend an den Bürgerwald angeboten, die in der Folge gekauft wurde. Im November 2021 fand die Einbürgerung der Familie Eberle aus Mannenbach statt.

Kassier Martin Friedrich erläuterte einige Konten aus der Jahresrechnung 2021, die mit einem Gewinn von über 90‘000 Franken abschloss. Dazu beigetragen haben insbesondere die Waldarbeiten für Dritte mit dem Ertrag von rund 44‘000 Franken, dem Beitrag der Politischen Gemeinde von 15‘000 Franken und den gestiegenen Holzpreisen. Aber auch die besonders gute Waldpflege und Holzvermarktung des Förster Peter Plüer für die sich Kassier Martin Friedrich, Waldverwalter Karl Ilg und Präsident Roland Ilg jeweils speziell bedankten. Im Bericht von Waldverwalter Karl Ilg war zu erfahren, dass die bisherigen Themen Borkenkäfer, Sturmschäden, Eschenwelke und Holzpreise zwar immer noch aktuell, aber etwas abgeflacht sind. Der eher nasse und kühle Sommer 2021 schränkte die Käferplage etwas ein. Bei Stürmen wurden nur vereinzelte Bäume umgestossen. Die Eschenwelke wird weiterhin beobachtet. Man hofft, dass sich einige dieser Bäume erholen werden. Der Brennholzbedarf ist ordentlich gestiegen. War der Bedarf 2018 noch bei 38 Ster, wurden im Jahr 2021 93 Ster verkauft. Tendenz steigend. Auch die Holzpreise sind angestiegen. Zwar nicht so wie man es gerne hätte, aber immerhin! «Käferholz» findet guten Absatz und der Preis dafür hat sich etwa verdoppelt. Durch die angestiegene Nachfrage nach Brennholz wird auch mehr Lagerplatz benötigt. Es wird deshalb an eine Erweiterung des Werkhofes Götschenholz gedacht. Zur Überbrückung wurde ein ungedecktes Lager für etwa 90 Ster Holz eingerichtet. Bis Brennholz verkauft werden kann muss es drei Jahre gelagert werden. Die Menge des Holzschlages 2021/2022 lag ungefähr bei 1600 m³ und kann bei Bedarf noch etwas erhöht werden. Einige Kahlschläge wurden durch den Borkenkäferbefall hervorgerufen.

Bei einem Holzschlag am «Mannenbacher Berg» im Jahr 2020 wurde eine Naturverjüngung angewendet. Der Versuch gestaltet sich sehr gut. Es wachsen Buchen, Föhren, Fichten, Eichen und einiges mehr. Bei der «Schnetzenwiese» werden zusätzlich zur Naturverjüngung Douglasien, Lärchen, Fichten und Eichen gepflanzt. Präsident Roland Ilg teilte im Weiteren mit, dass am 30. Juli die Holzsammlung für den 1.-Augustfunken stattfindet. Dazu ist die ganze Bevölkerung (Bürger und Schamauchen) zur Teilnahme eingeladen. Im Anschluss des Holzsammelns gibt es gebratene Würste mit Brot und Getränken. Am 17. Dezember wird wieder ein Christbaumverkauf mit Festwirtschaft und einem Konzert der Stadtmusik Steckborn abgehalten. Die traditionelle Silvestergemeinde findet dann am Samstag, 31. Dezember statt.

Auf die Anfrage eines Versammlungsteilnehmers hin, wurde mitgeteilt, dass Bestrebungen für die Schaffung eines Bürgerarchives im Gange sind.  Bisher wurden die zum Teil über 500jährigen Gegenstände und Dokumente jeweils von Bürgerpräsident zu Bürgerpräsident (oder wie Roland Ilg sagte: «von Dachboden zu Dachboden») übergeben. Teilweise wurden Gegenstände zufällig wieder gefunden und abgegeben. Zurzeit ist sämtliches Material eingelagert und wartet auf eine Aufarbeitung, was grosse Kosten zur Folge haben könnte. Es sollen dafür bereits Rückstellungen gemacht werden. Um eine sichere Lagerung dieser historischen Unterlagen gewährleisten zu können, wird dringend ein sicherer Raum gesucht.

Weitere Informationen zur Bürgergemeinde Salenstein können auf der Homepage der Bürgergemeinde Salenstein unter www.bg-salenstein.ch eingesehen werden. Auch kann dort Brennholz oder der neue «Salensteiner Bürgerwein» bestellt werden.

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