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«Leuchtendes Beispiel für die ganze Schweiz»

Kreuzlingen/Konstanz – Wie gut funktioniert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Krise? Am Samstag trafen sich die Führungsstäbe aus Kreuzlingen und Konstanz zu einem Arbeitstag.

Die Auseinandersetzung mit möglichen Gefahren ist für die Lang Energie AG zentral: Karl-Paul Zwick, Leiter Unternehmensentwicklung und IT (links) erklärt eindrücklich, weshalb das so ist. (Bild: zvg)

«Dieser Arbeitstag dient der Vorbereitung auf die geplante, grenzüberschreitende Stabsübung im September und verfolgt eines unserer vorrangigen Ziele – KKK: in der Krise Köpfe kennen», begrüsste Markus Meile, Stabschef des Regionalen Führungsstabs Kreuzlingen (RFS) am Samstag 20 Mitglieder der Führungsstäbe Kreuzlingen und Konstanz. Teilgenommen hat auch Stefan Jünger, Ressortleiter Fachstelle Bevölkerungsschutz und Armee des Kantons Thurgau. «Heute geht es neben dem gegenseitigen Kennenlernen auch darum aufzuzeigen, wie die Stäbe funktionieren, wo die koordinierenden Schnittstellen liegen und in welchen Bereichen Probleme bestehen», ergänzte Stefan Jünger die weiteren Ziele des Treffens.

Zunächst erklärten Markus Meile und Timo Ketterer, Leiter Führungsstab des Landkreises Konstanz, die Aufgaben, Organisationsstrukturen und Einsatzgebiete ihrer Stäbe. Gerade weil beide Länder unterschiedlich organisiert sind, was sich nebst den Hierachie- und Organisationsstufen auch in unterschiedlichen Begrifflichkeiten äussert, sind und bleiben regelmässige, grenzüberschreitende Stabsübungen dringlich.

Davon konnten sich die Mitglieder der Stäbe ein Bild bei der Kreuzlinger Firma Lang Energie AG machen. Mit ihren Tanklagern zählt der Betrieb zu einer «Kritischen Infrastruktur». In den beiden Tanklagern an der Seestrasse und in Lengwil lagern Biodiesel, Benzin und Heizöl. Karl-Paul Zwick, Leiter Unternehmensentwicklung und IT, schilderte eindrücklich, mit welchen Fragen und Problemstellungen sich sein Unternehmen auseinandersetzen und vorbereiten muss, um eine Krise bewältigen zu können.

Ob bei einer Grenzschliessung, Überschwemmung oder Stommangellage: Um die Versorgung und die Sicherstellung der Infrastruktur im Krisenfall gewährleisten zu können, ist Lang Energie auch auf eine gut funktionierende, grenzüberschreitende Zusammenarbeit angewiesen. Karl-Paul Zwick zog als Beispiel den Transport des Mineralöls heran. Dieses wird per Bahn über Konstanz angeliefert, ein Gleis führt direkt zur Füllanlage. Obwohl sich die Firma auf Schweizer Boden befindet, gehört der Gleisanschluss der Deutschen Bahn. Im Falle einer Grenzschliessung wäre der Unterbruch der Lieferkette fatal.

Die Auseinandersetzung mit möglichen Gefahren ist für die Lang Energie AG also zentral. Das Unternehmen traf daher auch im Falle einer Strommangellage konkrete Massnahmen.Von der Notstromanlage bis zur Sicherung der Tankstellen entwickelte es in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Kilowatt 24 ein Konzept, um im Krisenfall gerüstet zu sein. Da auch der Bund von einer Strommangellage unlängst gewarnt hat, lagert Lang Energie neu Mineralöl für grössere Betriebe ein. Darüber hinaus beschreibt Karl-Paul Zwick in einem Krisenszenario nicht alleine den Transport zu seinen Kunden, sondern auch die Logistik seiner Kunden zu den Endverteilern. Die Corona-Pandemie habe die Umsetzung der zahlreichen Projekte, die im Zusammenhang mit einer Krise stünden, beschleunigt, erklärte Karl-Paul Zwick.

Sowohl die Coronapandemie als auch der Krieg in der Ukraine verdeutlichen die Wichtigkeit der Führungsstäbe, insbesondere auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. «Für unsere Region ist sie unerlässlich – und diesbezüglich sind wir ein leuchtendes Beispiel für die ganze Schweiz», betont Stabschef Markus Meile.

Fünf Säulen
Im Kernstab des RFS Kreuzlingen sind die fünf Säulen des Bevölkerungsschutzes (Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, Technische Betriebe und Zivilschutz) personell abgebildet und durch den Bereich Kommunikation verstärkt. Der RFS koordiniert den Einsatz der Partnerorganisationen und setzt die Führungsunterstützung ein. Zudem stellt der RFS die Verbindung für und zu den betroffenen Behörden sicher und bereitet die Entscheide der Behörde vor. Dem RFS Kreuzlingen gehören folgende Gemeinden an: Altnau, Bottighofen, Ermatingen, Gottlieben, Güttingen, Kemmental, Kreuzlingen, Langrickenbach, Lengwil, Münsterlingen, Raperswilen, Tägerwilen, Wäldi und Salenstein. Kontakt Regionaler Führungsstab: 052 511 56 99 / rfs@zso-kreuzlingen.ch

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